Hochhäuser im Franzosengraben

Ein sehr gutes Beispiel, was im wachsenden Wien sinnvolle Verdichtung konkret bedeutet.
Ort: Dritter Bezirk, Leopold Böhm Strasse, zwischen Gasometern und Südosttangente. Derzeit ein riesiger Parkplatz. Stadtraumqualität: stark verbesserungswürdig.
heute siehts dort so aus:

bald jedoch so:

und so:

und so:

das gesamte Ensemble:

In diesen drei Hochhäusern werden rund 1030 größtenteils preislich gedeckelte (gemeinnützige) Mietwohnungen errichtet.
Im Sockel entstehen Geschäfte, Lokale sowie ein urbaner Platz.
In unmittelbarer Nachbarschaft werden Schule und Kindergarten sowie rund 500 Wohnungen in Blockrandbebauung gebaut.
Zur U-Bahn (Station Gasometer) sind es rund 250 Meter.
Über den Gaswerksteg (500 m entfernt) ist man rasch ( mit dem Fahrrad in wenigen Minuten) im Prater.
Die drei Hochhäuser wurden in einem anonymen Wettbewerb gekürt, und von den Architektenteams studiovlay, Rüdiger Lainer sowie BEHF errichtet.
Zeitplan: Erst muß die Flächenwidmung beginnen, diese dauert mit allen Qualitätssicherungen und Bürgerbeteiligung ca ein Jahr. Dann wird mit Baueinreichung und Bau begonnen. Mit der Fertigstellung ist ca 2017/2018 zu rechen.

19 Gedanken zu “Hochhäuser im Franzosengraben

  1. Und wie wäre es mit Holz ? Ich warte noch immer darauf, dass auch in Österreich, welches 80% des Weltmarktes an CLT (cross laminated timber = Brettsperrholz) liefert, sich der Mehrgeschoßbau in Holz durchsetzt.
    Und ich erwarte mir, dass der grüne Regierungsteil, der mich über große Strecken enttäuscht, in diese Richtung treibt.
    Siehe http://www.proholz.at, http://www.klh.at

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  2. Preis für Parkplätze Nach dem Bild zu urteilen sind dort ca. 200 Parkplätze, auf Twitter schreibt Hr. Chorherr, dass daraus ein Stadtteil für 3000 Personen entsteht.
    Bau- und Betriebsskosten außer acht gelassen heißt das also, dass die Gebühren für 1 Parkplatz soviel kosten müssten wie die Miete für Wohnungen für 15 Personen. Klar ist das nicht in allen Gegenden so ein Verhältnis, aber trotzdem sehr anschaulich wie stark Autofahrer mit ihrem Gratisparkplatz oder Billig-Parkpickerl von der Allgemeinheit subventioniert werden

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  3. du glaubst und du glaubst diese dreckige investoren-scheiße kommt jemand zugute außer dubiosen baufirmen und der Beton-mafia ??? und ps. den immer gleichen erfüllungsgehilfen sprich architektur-huren

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  4. Ich will wieder einen Städtebau!!! Naja, Verdichtung und Verwertung niederwertig genutzter Flächen wie Parkplätze, ebenerdige Supermärkte etc. für Wohnzwecke ist angesichts des prognostizierten Bevölkerungswachstums schon notwendig und sinnvoll, aber gäbe es da nicht innovativere und sensiblere Lösungen als drei Wohntürme an der Tangente neben großflächen Betriebsgebieten, einen öffentlichen Raum ohne städtische Qualität… (siehe Gasometerumfeld)
    Wie wäre es einmal wieder mit städtebaulichen Überlegungen? Oder strebt Wien wirklich ein unzusammenhängedes Patchwork an, wo je nach Flächenverfügbarkeit ohne Berücksichtigung des Umfelds möglichst investorenfreundlich gebaut wird?

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  5. Was genau wird da besser funktionieren, als bei den doch sehr mäßig erfolgreichen Projekten Gasometer City und TownTown? Die Gegend ist und bleibt einfach unattraktiv.

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  6. Verdichtung ja, aber Urbanität? Den „urbanen Platz“ würde ich anzweifeln. „Platz“ vielleicht, aber Urbanität ist in der Gegend, zwischen drei Wohntürmen nicht wirklich möglich.

    Verdichtung finde ich ja grundsätzlich positiv, aber punktuell ein derart extrem dichtes Gebilde in ein an sich dünn besiedeltes Gebiet zu stellen, ist etwas eigenwillig. Bei 1030 Wohnungen auf so engem Raum erzeugt das außerdem einiges an Konfliktpotenzial.

    Über die Formensprache der Architektur kann man natürlich vortrefflich streiten. Ich frage mich, ob derartige Monolithe wirklich derzeitigen Prinzipien des Städtebaus entsprechen, oder ob das nicht eher Le Corbusiersche Wohnmaschinen sind.

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  7. Und die Arena? und dann kann die open air bühne in der arena zusperren, weil das den bewohnerInnen zu laut ist? der selbe unfug wie in graz.

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  8. Parkplatz Naschmarkt Lieber Herr Chorherr,
    Wann widmet sich die Stadt endlich dem riesigen Parkplatz beim Naschmarktflohmarkt? Was für eine Vergeudung dieses offenen, sonnigen Platzes umringt von Stilaltbauten. Ein Park oder eine Piazza für Mehrzwecknutzung sollte hier entstehen.

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  9. Nur befristet gemeinnützig? Stimmt der Bericht in der heutigen „Zeit im Bild“, dass die Mieten nur für die ersten zehn Jahre auf dem Niveau gemeinnütziger Bauträger bleiben und dann auf das freie Marktniveau angehoben werden?

    Wenn ja: Ist das dann nicht ein Taschenspielertrick und das übliche Sozialisieren von Kosten und Privatisieren von Gewinnen? Errichtet mit öffentlichen Förderungen (Steuergelder!) soll dann von den privaten Eigentümern nach zehn Jahren voller Marktgewinn erzielt werden!?

    Für sozial bedürftige Mieter/innen (und das ist – oder sollte sein – die Zielgruppe geförderter Wohnungen!) bedeutet das de facto eine Befristung auf zehn Jahre – nach dieser Zeit werden sich die Betroffenen diese Wohnungen nicht leisten können.

    Wenn also die ZiB-Informationen stimmen: Was genau soll an diesem Projekt sozial oder grün sein!?

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    • @ Christian Die Antwort ist ein wenig kompliziert:
      1.) Die sogenannte „Wohnbauinitiative“ deckelt die Mieten langfristig für alle Verträge die innerhalb der ersten zehn Jahre abgeschlossen werden.Es werden also nicht, wie vermutet, nach 10 Jahren die Mieten angehoben.Und es werden unbefristete Mietverträge abgeschlossen.
      2.) Weiters ist entscheidend, ob der Bauträger ein gemeinnütziges Unternehmen (Gewinnausschüttung gesetztlich untersagt) oder ein normal am Markt agierendes Unternehmen ist.
      Erstere dürfen (gesetzlich vorgeschrieben) nur Kostenmieten verlangen, d.h. jene Mieten die zur Erhaltung des Hauses notwendig sind. Bei diesen sinken langfristig die Mieten.
      Bei zweiteren steigen sie (für jene, die erst nach 10 Jahren einziehen und einen neuen Mietvertrag abschliessen)
      Es wird also, über das gesamte Projekt mit rund 1500 Wohnungen darauf ankommen, ob die ca 8-9 Bauträger gemeinnützig sind oder nicht.
      Derzeit sieht es so aus, als wäre die deutliche Mehrheit gemeinnützig.

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  10. Wirklich tolles Projekt! Der Erdberger Mais bzw Franzosengraben wird sich in Zukunft prächtig entwickeln.(wenn man die Fähigkeit hat perspektivisch zu denken). MGC Plaza, Gate II, die neue Öamtc Zentrale usw. Ich kann mir richtig gut vorstellen wie frustrierend es sein muss. Da stellt man ein hochwertiges Projekt vor, bei dem aus einem Parkplatz! Wohnraum wird und fast alle Kommentare sind negativ. narrow-minded halt, wie immer…

    Auf so einem kleinen Grundstück macht es natürlich Sinn Hochhäuser zu errichten. Auch die Idee mit dem Sockel finde ich sehr genial. Wenn ich die Renderings richtig interpretiere wird der Sockel begrünt werden und somit neuer Freiraum/Fläche für die zukünftigen Bewohner geschaffen.

    Ich hoffe das solche Projekt in Zukunft vermehrt folgen werden und Leute endlich damit aufhören Hochhäuser zu verdammen. Wir reden hier immerhin noch über Architektur und die Höhe eines Gebäudes kann nicht der einzige Gradmesser für gut oder schlecht sein. Wenn die letzten freien Grundstücke mit direktem U-Bahn Anschluss wirklich sinnvoll verbaut werden sollen, wird man um Hochhäuser sowieso nicht herumkommen. Effiziente Nutzung des Grundstück bei größtmöglichem Erhalt von Freiflächen bzw Grünflächen.

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  11. Tolles projekt Dieses projekt mit den 3 tuermen wird mit dem gate 2 und den gasometern ein schoenes essemble abgeben. Diese art der nachverdichtung ist sehr willkommen. Ich lobe ihren einsatz fuer sinnvolle hochhaeusermund moechte anmerken, dass diese nicht ibei jedem negative gefuehlsregungen erzeugen.
    Faszinierend, wie immer, die kommentare, die sich mit denen zu jeglich anderen veroeffentlichten projekten austauschen lassen. Ein substanzloses gejammere wie immer.

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  12. Marktversagen oder Polit-Sauerei Was mir beim Anblick des Riesen-Parkplatzes einfällt: Wenn wertvolles innerstädtisches Bauland dafür missbraucht wird, dass dort irgendwelche Autos (vermutlich gratis) herumstehen, dann muss ein krasses Versagen des Immobilienmarktes vorliegen. Sollte es sich um eine öffentliche Fläche handeln, dann wäre das ein Politikversagen oder – etwas weniger höflich ausgedrückt – die übliche Ignoranz einer Auto-anbetenden Polit-Kaste.

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    • @Hollandrad Diese Liegenschaft (Parkplatz) gehört einem privaten Immobilienentwickler.Deswegen haben wir uns (hoffentlich erfolgreich) bemüht, diese Unternutzung einer sinnvollen Verwendung zuzuführen.

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