Ein Bürohaus: außergewöhnlich schön und wegweisend

Das schönste und klügste Stück moderner Architektur, das ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Wo?
Lustenau, Vorarlberg
Geplant errichtet und „bewohnt“ von Dietmar Eberle, als Architekt , Bauherr und Nutzer

Das Besondere an diesem Haus.
Es kommt völlig ohne Heizung, Lüftung und Kühlung aus. Völlig!

Wie?
Extrem dicke Wände (80cm Ziegel),sowie dreifach verglaste Fenster, deren Klappen sich im Sommer in der Nacht öffnen, oder wenn der CO2 Gehalt einen Schwellenwert übersteigt. Außerdem: Sehr hohe (3,7 Meter) Räume
Im Winter reicht die Abwärme von Beleuchtung, Computern und Menschen zur Beheizung

Der Name dieses außergewöhnlichen Hauses ist Programm: 2226
Soll heißen: Im kältesten Winter nie unter 22 Grad, im Sommer nie über 26. Ohne Heizung, ohne machanische Kühlung, ohne mechanische Lüftung.

hier eine genauere Beschreibung
Und ich bin schon auf der Suche nach einem Grundstück sowie einem innovativen Bauherrn in Wien, um dieses so wichtige Experiment weiterzuentwickeln.
Tiefe Verbeugung vor diesem Haus!

6 Gedanken zu “Ein Bürohaus: außergewöhnlich schön und wegweisend

  1. Eberle hat sich in letzter Zeit sehr auf energiesparende Gebäudehüllen spezialisiert. Eines seiner letzten Wohnbauprojekte in Wien ist diesbezüglich auch nicht schlecht: http://www.skyscrapercity.com/showpost.php?p=112196356&postcount=76

    Dieser Winter war zwar ausgesprochen mild, aber ich fand es trotzdem bemerkenswert, dass auch bei abgeschalteter Heizung die Temperatur nie unter 21°C gesunken ist. In einem der kleinen Zimmer hat es seit Dezember bei abgedrehter Heizung konsequent 22°C. Die Wohnung unterhalb ist übrigens (noch) nicht bewohnt.

    Wie das mit der Kühlung im Sommer aussieht, weiß ich noch nicht, ich fürchte, nicht ganz so beeindruckend.

    Eberle ist in dem Bereich sicher einer der federführenden Architekten. Und ästhetisch ist das auch noch einwandfrei.

    Gefällt mir

  2. Wirklich sinnvoll? Als zertifizierter Passivhaus-Berater höre ich oft, dass Wände, die dicker als 40 cm sind, vollkommen auf Unverständnis stoßen. Das ergäbe ja nur Schießscharten statt Fenster.
    Dieses Haus hat 80 cm dicke Wände… Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Mainstream wird.
    Die CO2-Bilanz ist jedenfalls sehr schlecht, da für die Produktion der Ziegel grundsätzlich sehr viel Energie notwendig ist. Das ist sehr wohl ein wichtiges Thema.
    Ich halte das Gebäude zwar für ein interessantes Demonstrations-Projekt, aber im Endeffekt auch für eine Werbemaßnahme der Ziegelindustrie.
    Keine tiefe Verbeugung meinerseits.

    Gefällt mir

    • Bei den riesigen Fenstern hat man das Schießschartenproblem zum Glück weniger. Da würd mich das Flachdach mehr stören.

      Gefällt mir

    • Lüftung Wenn die Lüftung über Öffnungen in den Fenstern und über den CO2-Gehalt gesteuert wird, kommt es im Winter mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zu unangenehmer Zugluft. Die Klappen werden permanent offen sein, da in einem Büroraum der CO2-Gehalt der Luft rasend schnell steigt.
      Genau hier liegt der Vorteil der kontrollierten Wohnraumlüftung. Neben der Rückgewinnung der Wärme (>85%) zieht es auch nicht.
      Weiters kann man so ein Gebäude nirgends hinstellen, wo es laut ist (Stadt), weil durch die permanenten Öffnungen der Lärm gut hereinkann. Staub ebenso.

      Weitere Diskussion:
      http://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=33839

      Noch immer keine tiefe Verbeugung.

      Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.