Mariahilferstrasse: Die Befragung

Anfang März wird es in den Bezirken 6 und 7 eine Befragung zur Zukunft der Mariahilferstrasse geben.
Wahlberechtigt sind all jene, die auch die Bezirksvertretung wählen können (also auch in Wien lebende EU- Bürger/innen).

So werden die Fragen lauten:

A) Die Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße soll beibehalten werden.

A1) Für den Autoverkehr sollen Querungen geöffnet werden. (Ja/Nein)
A2) Das Radfahren soll im Bereich der Fußgängerzone erlaubt bleiben. (Ja/Nein)

B) Die Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße soll rückgängig gemacht werden.

6 Gedanken zu “Mariahilferstrasse: Die Befragung

  1. Radlerabstimmung MAHÜ: Statt einer Radlerabstimmung wäre eine Straßen- Umfrage (n>1000) unter den Benutzern der Mariahilfer Straße notwendig und zwar den Passanten mit den Fragen:
    1) Hat sie heute schon ein Radfahrer in der Mahü behindert oder gefährdet?
    2) Wenn ja, wo und wie konkret, geben Sie eine Beschreibung des Vorfalls.
    Nach Analyse dieser Daten wäre eine sachliche Entscheidung mit zusätzlichem Hausverstand zu treffen.
    Eine Abstimmung zu den Radlern ist nicht notwendig, sondern kontraproduktiv.

    Mittlerweile tobt der Kampf, wie sich das „Abstimmungsvolk“ zusammensetzen soll (EU-Bürger ja oder nein, Geschäftsleute ja oder nein) um einen möglichst großen Topf eigener Sympathisanten zusammen zu bekommen und so die Abstimmung in eigenem Sinn zu beeinflussen. Sieht so repräsentative Demokratie aus?

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    • man nennt das Bürgerbeteiligung. bzw Befragung des Volkes des Bezirks.
      und wenn ein Geschäftsmensch auch dort wohnt, darf er mitabstimmen.

      bei Volksbefragungen werden auch die Wähler und nicht Geschäftsleute gefragt!

      Volksbefragungen sind schon länger Bestandteil der repräsentativen Demokratie.
      Das ist keinesfalls eine Form der direkten Demokratie!

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  2. die fragen erlauben die bestätigung oder gar die bekräftigung der vorurteile.
    es ist bedenklich demokratische instrumente auf so ein niveau hinunterzubrechen.
    ich befürchte schlimmes….

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  3. Anstelle >1 Mio EUR für Mahü (800.000 von der Stadt + 250.000 von Grüne-Parteikasse) könnte man zahlreiche Fußgängerbereiche verbessern z.B. Schwarzenbergplatz: Da wurde eine Betonwüste und autofreundlicher Verkehr durch den Umbau der SPÖ geschaffen. Bäume wurden gefällt.
    Kaum Fußgänger halten sich dort noch auf!

    z.B. Margaretengürtel: Fußgängerquerungen sind eine Schande und bedeuten massive Umwege!

    z.B. Ring: eine dreispurige „Autobahn“ durch den ersten Bezirk. Fußgänger werden zusätzlich noch von Radfahrern verdrängt.

    z.B. Ottakringer Straße: da hätte man die Chance gehabt, durch den Umbau die Einkaufsstraße in eine Begegnungszone umzuwandeln. Stattdessen wurde hauptsächlich nur das Straßennetz erneuert.

    z.B. Karlsplatz und angrenzender Naschmarkt: eine Verkehrshölle. Dort könnte man locker Autospuren auflösen und den Öffis reservieren oder die Gehsteige wesentlich verbreitern.

    Es wird mehr für Autofahrer gemacht, als je für Fußgänger gemacht wird!

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  4. Mariahilferstraße Die Mariahilferstraße hat schon viele Zeiten gesehen. In den 70er Jahren, zum Beispiel, war sie noch eine zügig befahrbare Straße mit Straßenbahnen, vergleichbar der heutigen Alser Straße oder der Lerchenfelderstraße. Von Einkaufstouren dorthin kam ich immer mit Kopfweh zurück: Abgase ohne Katalysator!

    Später der U-Bahn-Bau. Die Geschäfte gingen auf Tauchstation. Intermediäre Nutzungen kamen auf: winzige Geschäfte, in denen es ein genau auf eine neue Zielgruppe zugeschnittenes Sortiment gab: Strickwolle, Kaffee, billige Elektronik. Der eiserne Vorhang war gefallen. Ungarische Trabis befuhren die Mariahilfer Baustellenstraße. (Wenig später sah ich den ersten Ferrari mit ungarischem Kennzeichen …)

    Seither die Nicht-Fisch-noch-Fleisch-Lösung mit U-Bahn, aber ohne Straßenbahn, mit verbreiterten Gehsteigen, aber immer noch ohne Fußgängerzone, immer noch ohne Radweg, mit Durchfahrt für den Autoverkehr, aber praktisch keinem Durchkommen zu den meisten Zeiten, Autofahren für Masochisten.

    Das könnte auch so bleiben! Aber es gibt eine Chance, dass es anders wird! Unsere Chance, jetzt!

    Seit einem halben Jahr ist die Mariahilferstraße provisorisch als Fußgängerzone und Begegnungszone zu erleben.

    Seither ist auf der Straße der Frieden ausgebrochen und in den Zeitungen der Krieg.

    Fußgängerzonen sind ein seit Jahrzehnten bewährtes Konzept. Es wäre naheliegend gewesen, die Mariahilferstraße gleich nach dem U-Bahnbau in eine Fußgängerzone umzuwandeln.

    Neu und zukunftsweisend ist das Konzept der Begegnungszone. In der Schweiz, Frankreich und Belgien, seit 2013 auch in Österreich eingeführt, geht das Konzept davon aus, dass VerkehrsteilnehmerInnen bei Geschwindigkeiten unter 20 km/h per Blickkontakt ihr Verhalten gegenüber den anderen VerkehrsteilnehmerInnen spontan aushandeln können. Der Straßenraum muss deshalb nicht mehr in Gehwege und Fahrbahnen aufgeteilt sein.

    Das ist ein kleiner Schritt für den Verkehr, der flüssiger, aber nicht unbedingt langsamer wird (keine Ampeln!).

    Für die Gesellschaft ist es ein großer Schritt. Die Straße wird Schauplatz für die verantwortungsvolle Begegnung von Mitbürgern zu Fuß, auf dem Fahrrad und im Auto, statt des bisher gewohnten regelgesteuerten Aneinander-Vorbeikommens von „Verkehrsteilnehmern“ in der Befangenheit ihrer jeweiligen Rollen. Nach meiner Beobachtung funktioniert das seit dem ersten Tag ganz gut, auch wenn manche verunsichert sind, was sie nun eigentlich dürfen und was nicht.

    Vor allem um diesen Schauplatz täte es mir leid. Deswegen stimme ich für die Neue Mariahilferstraße!

    Für AutofahrerInnen und Anrainer der nun stärker belasteten Straßen ist das Ganze eine große Umstellung und eine Geduldsprobe. Sicher ist hier noch nicht alles optimal eingerichtet worden. Das ist aber kein Grund dagegen zu stimmen. Denn Abbiegegebote und -verbote, erlaubte oder verbotene Fahrräder in der Fußgängerzone, Einbahnen, Querungen: all das lässt sich ohne große Umbauten relativ leicht ändern. Wichtig ist, dass die BezirksbewohnerInnen einmal grundsätzlich die Zustimmung zu Änderungen erteilen!

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