update Mariahilferstrasse

Die Entscheidung v.a. der Gewerkschaftsvertreter der Busfahrer der Wr Linien, an Samstagen auf der Mariahilferstrasse nicht fahren zu wollen, halte ich für falsch!
In diesem Zusammenhang darf ich in Erinnerung rufen, daß nächstes Jahr dort Betriebsratswahlen sind, und rot gegen blau rittert, welche grüner Verkehrspolitik, nun ja, „sehr reserviert“ entgegenstehen.
In der Sache: Fußgängerzone plus öffentlicher Verkehr funktioniert in Graz, in Linz und etlichen anderen Städten.
Meiner Meinung funktioniert es auch in Wien.
Wenn man Wahlkampf möchte, kann man auch meine, daß Wien hier anders ist.
Grundsätzlich: Große Veränderungen stoßen auf Widerstand.

Und beinahe alle, die in den letzten Tagen auf der Mahü gegangen/geradelt sind, haben eine neue Stimmung unmittelbar erlebt. (auch akustisch: es ist leiser)
Es wird jetzt die eine oder andere Adaption geben.
Große Veränderungen brauchen auch eine Eingewöhnungsphase, und Veränderungen brauchen auch ihre Zeit.
Wir bleiben dran .-)

PS: Folgendes Faktum zur Debatte: In Wien gibt es rund 70 Fußgängerzonen, davon sind 42 für den Radverkehr geöffnet. Ein bekanntes Beispiel: Karlsplatz bei TU. Funktioniert!

19 Gedanken zu “update Mariahilferstrasse

  1. S.g. Herr Chorherr, Die Idee einer Begegnunszone ist unwidersprochen gut. Die Umsetzung leider nicht: Die Straße ohne bauliche Maßnahmen (etwa abgesenkte Busspur) provisorisch in drei Abschnitte zu teilen (zwei Begegnungs-, eine Fußgängerzone mit Busspur), hat zumindest am vergangenen Wochenende auch bemühte Beteiligte – vor allem aber die Busfahrer – völlig überfordert.
    Die Radfahrer (zu denen auch ich mich zähle) radeln zu schnell, Pkw-Lenker stranden in Sackgassen, Fußgänger flanieren auf der Busspur, etc.
    Große Veränderungen brauchen eine Startphase, da gebe ich Ihnen recht. Hier aber bestimmten Gruppen parteipolitisches Interesse zu unterstellen, ist polemisch und in diesem Zusammenhang auch wenig hilfreich. Selbstkritik wäre angebrachter. So lassen sich auch Änderungen besser adaptieren. @stefanknoll

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    • als nächstes gehört die kärnter straße für den radverkehr geöffnet.
      schließlich ist am karlsplatz oder vor dem parlament genausoviel fußgängerverkehr und trotzdem funktioniert es.

      in der salzburger altstadt darf man überhaupt zu jeder tages und nachtzeit mit dem rad fahren. vorrang haben natürich die fußgänger

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  2. gut, aber noch nicht gut genug Ich find auch dass die Änderung insgesamt positiv ist und sich die Leute erst anpassen müssen. Vor allem das Zusammenspiel der Autos und Radler mit den Fußgängern in der Begegnungszone ist noch nicht gut eingespielt. Aber das wird mit mehr Routine hoffe ich besser werden.

    In der Fußgängerzone sind momentan die Radler noch zu dominant und einschüchternd unterwegs (auch ich..) aber das sollte auch durch mehr Fußgängerpräsenz auf der Straße abzustellen bzw. in andere Straßen zu verlagern sein. Wenn man nicht mehr ohne andauerndes Abbremsen durchkommt verliert die FuZo den Reiz fürs schnelle durchradeln.

    Die Bussspur durch die FuZo ist sicher nicht ideal, aber auch besser als nix und nach nicht mal einer Woche schon so extrem zu reagieren ist find ich übertrieben. Ich war am Samstag nicht dort, aber am Freitag war die Spur nicht extrem frequentiert. Eine andere Linienführung wär sicher schöner, aber auch so sollte ein Nebeneinander möglich sein..

    Wo es nach ein paar Mal vorbeikommen eine Anpassung bräuchte ist bei der Ampel MaHü/Kirchengasse. Die Autos die vom MQ kommen haben da nur einige Sekunden Grünphase, in der aber gleichzeitig die Fußgängerampel der Kirchengasse auf Grün schaltet. D.h. das erste Auto fahrt 2 Meter und steht die restliche Grünphase und alle dahinter sind frustriert. Da sollte man sich was überlegen…

    Danke jedenfalls für das (wohl nicht immer leichte und mit aufgezwungenen Kompromissen eingeschränkte) konsequente Umsetzen dieser Idee. Bin gespannt wie es sich entwickelt 🙂

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    • Lindengasse Den schnellen Radlern, die die MaHü nur als Durchzugsstraße nützen, sollte man eine attraktive Alternative in der näheren Umgebung bieten. Das wäre z.B. die Lindengasse, wenn man in den fehlenden Teilen der Lindengasse die Einbahn für die Radler öffnet. Möglicherweise müßte man dafür ein paar Parkplätze entfernen, aber das kann ja wohl kein großes Problem sein.
      Das würde die FuZo weiter aufwerten und auch den Radlern helfen.

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  3. radfahrer durchzugsverkehr es gibt absolut keinen grund, durch die mahue mit dem rad durchzufahren, wenn man dort kein ziel hat: dadurch gefaehrdet man nur die langsameren verkehrsteilnehmer, bzw. wird durch jene behindert. viele leute, mit denen ich geredet hab, empfinden das sowohl mit dem rad als zu fuss als sehr unangenehm.

    die meisten fuzos sind ja plaetze und nicht ein schlauch und gleichzeitig (rad-)verkehrsader, daher sollte man die situation hier anpassen.

    daher denke ich, es sollte beiderseits parallel zur mahue eine schnelle durchzugsstrasse fuer radler geben (und jeweils in beiden richtungen befahrbar) – also nicht nur lindengasse sondern auch z.b. schmalzhofgasse und dann kuerzeste verbindung weiter zur gumpendorferstrasse wenn dies moeglich ist. vielleicht mit einem wegleitsystem (schilder) am anfang/ende der mahue, damit man besser erkennt dass es eine alternative gibt?

    wenn ich stadteinwaerts kommend zur mahue naehe westbahnhof muss, kann ich dann dort fahren und erst wo noetig in die mahue abbiegen, um mein ziel dann langsam zu erreichen.

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    • maria hilf Die Maria Hilferstrasse ist eine urbane Einkaufsstrasse und da gehören die Autos dazu. Für die angrenzenden Bezirke, die eine hohe Alltags- Lebensqualität aufgewiesen haben, hat sich die Situation eindeutig verschlechtert: längere Verkehrsweg, mehr Belastung. Anstatt durch die MH sollte für die Radfahrer daneben in jedem 2. Bezirk eine Radialstrasse bevorzugt gewidmet sein, wie der Vorschlag lautet.
      Die derzeitige Aktion zeigt nur, wie man eine gut gehende Geschäftsstrasse umbringen kann. In der Nacht wird die Strasse Mariahilferstrasse tot sein und damit auch unsicher.
      Also bitte zurück, die gute alte Maria Hilferstrasse wieder herstellen und eher in den angrenzenden Bezirken was tun!!

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    • Nope. Sie gehen von der irrigen Annahme aus, dass Leute hilfsbereit sind, und jemandem helfen, der in Not ist. Das ist in Wien leider nur in Ausnahmefällen so.

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  4. Dr. Richard fragen und das Problem ist gelöst. Die fahren am Stadtrad sehr viele Buslinien „im Auftrag der Wiener Linien“.

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  5. Mein Lokalaugenschein Grundsätzlich bin ich dem Projekt „Marihilfer Straße neu“ sehr positiv gesinnt.

    Gestern Abend habe ich mir das erste Mal selbst ein Bild gemacht. Auch wenn ich gegenüber dem alten Zustand eine grundsätzliche Verbesserung merken konnte, war ich doch ein wenig ernüchtert.

    Zunächst einmal trauen sich viel zu wenig FussgängerInnen auf die Strasse, das liegt wohl an den nach wie vor vorhandenen Niveauunterschied zwischen „Gehsteigen“ und (jetzt eigentlich nicht mehr nur) Fahrbahn – aber das sollte ja dann später geändert werden.

    Dann waren mir trotz „Begegnungszone“ zu viele Autos unterwegs, man muss also allemal noch „aufpassen“.

    Die Lösung mit dem 13A, die jetzt offenbar sowieso wieder umgeändert wird, ist aber der wahrliche „Topfen“ an der ganzen Angelegenheit: mitten im „Fussgängerzonenanteil“ der Mahü Neu eine dicke rote Busspur, die von FussgängerInnen nicht betreten werden darf? Noch dazu an einer recht engen Stelle der Strasse?

    In diesem Zusammenhang darf man die Grünen an ihr im letzten Wahlkampf grosspurig geforderte Strassenbahnlinie 13 als Ersatz zum 13A erinnern, an die sich dort jetzt offenbar keiner erinnern will…

    Die derzeitige Leere der Strasse zu manchen Zeitpunkten verleitet einen als Radfahrer dazu, schneller zu fahren als erlaubt, hoffe das ändert sich dadurch, das ganz bald ganz viele FussgängerInnen demnächst dort flanieren.

    Bei der Mahü neu hat man irgendwie das Gefühl, dass man versucht hat, es möglichst vielen Recht zu machen – und abei kommen ja oft halbgare Lösungen raus.

    Besser wäre es gewesen, die gesamte Strecke zur „echten“ Fuzo zu erklären und den RadlerInnen die Durchfahrt zu gestatten. Lieferverkehr sollte nur zB jeden Tag bis 11 Uhr möglich sein.

    Hoffe aber, dass sich alle bald an die jetzige Lösung gewöhnen werden, weil, wie gesagt: allemal besser als bisher.

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  6. mehr selbstkritik bitte Irgendwie finde ich die derzeitige Lösung einen einzigen Pfusch. Ich kenne wirklich viele grünaffine Personen, aber auch da sind fast alle nur enttäuscht über das was umgesetzt wurde.
    Etwas direkter gesagt, für eine so schlechte Lösung so lange zu brauchen ist eher peinlich.

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  7. zu schnelle Radfahrer Wie wäre das Anbringen von Schwellen? Funktioniert am Donaukanal Höhe Spittelau super. Alle Radfahrer müssen automatisch langsamer fahren (sonst „haut’s as auf die Go“ da wir doch in Wien sind).
    Ja Mariahilfer Straße ist breiter und länger aber prinzipiell ein gutes Mittel Radfahrer zu verlangsamen und Fußgänger kriegen die garnicht mit!

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  8. Gute Analyse von jemandem, der sich auskennt http://homepage.univie.ac.at/horst.prillinger/blog/aardvark/2013/08/der-blaue-fleck-auf-der-mariahilfer-strasse.html

    Eines mal vorweg: Ich find die Fuzo trotz allem gut. Ein Schritt vorwärts, aber nachbessern wird wohl notwendig sein.

    Was mich aber interessiert: Was ist da eigentlich in den letzten drei Jahren passiert? Ich mein das jetzt nicht zynisch – klar, es gibt Bürgerbeteiligung, Planungen usw.

    Aber mir ist nicht wirklich klar, wie es so lange dauern kann, eine Fußgängerzone zu planen. Wenn man ein paar Monate nach der Wahl 2010 ein Provisorium auf die Straße gepinselt hätte, hätten sich die Leute natürlich genauso aufgeregt, aber es wär klar gewesen: Das ist ein Provisorium, zum Ausprobieren, und es ist noch genug Zeit, das ganze (inklusive baulicher Maßnahmen) fertigzumachen. Und dann wirds auch angenommen.

    Aber nach drei Jahren so etwas unfertiges? Ja klar, Politik ist langsam, und es gibt auch noch einen Koalitionspartner, aber was war da das Problem? Zu wenig Leute, die das planen, oder zu viele?

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  9. Schutz von Kindern, Senioren und Behinderten Warum wurden auf der Marihilfertstrasse die Zenrastreifen und Ampeln entfernt? Wo liegt der Sinn in einer Vermengung statt einer sicheren Trennung von inhomogenen Verkehrsteilnehmern?
    Über 1100 Anrainer haben auf http://www.petition-online.at bereits protestiert. Frau Haindlmayr ist sogar zurückgetreten. Das kann doch nicht allen Grünen gleichgültig sein? Gerade von Ihnen hoffe ich auf eine sachliche und nicht dogmatische Position.

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    • Ampeln und Zebrastreifen sind keine sichere Trennung. Sie können immer noch von einem Rechtsabbieger abgeschossen werden, obwohl sie grün haben. Es ist echt typisch österreichisch, wenn man für die Überquerung einer solchen Pimperlstraße in einer 20 km/h Zone ein Lichtzeichen fordert.

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    • wozu braucht man in einer fußgängerzone oder begegnungszone einen zebrastreifen? dort haben fußgänger auf gesamter länge der straße vorrang, ist das so schwer zu verstehen?

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  10. „Grundsätzlich: Große Veränderungen stoßen auf Widerstand.“ Ja, selbstverständlich. Leider ist es aber in WIen so, dass auch KLEINE Veränderungen (so eine wäre die 13A-Sache) automatisch auf Widerstand stoßen… erinnere an die geplante (und logische!) Umbenennung der Straßenbahnlinien D und 71 in 3 und 4…

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