Journalisten sind dumm und faul

„Unser journalistisches Personal ist innerlich ausgebrannt, hat keine Ideen und keine Ziele.
Sie fertigen Krawallblätter und gemeinsam mit ihren Eigentümer sehen sie ihr Hauptinteresse darin, Steuergeld in Inserate umzuwandeln“

Ich ärgere mich grad maßlos über Hans Rauscher und seine aktuelle Kolumne

Obiges Zitat über Journalist/innen ist natürlich absurd, eine unzulässige Verallgemeinerung.
Natürlich gibt es ausgebrannte, Ideenlose, zynische, dumme Journalisten.
Ebenso auch das Gegenteil.
Warum aber gehört es heute zum „guten Ton“ nicht nur bei Herrn Rauscher, jegliche Differenzierung zu vergessen und dümmlich verallgemeinernd Politikern genererell zu unterstellen, sie seien bestechlich, ungebildet, faul, nur an eigenen materiellen Interessen interessiert, usf.
Rauscher schreibt:
„Unser politisches Personal ist innerlich ausgebrannt, hat keine Ideen und keine Ziele – außer in den Krawallblättern durch Inseratenvergabe per Steuergeld gut wegzukommen.“
Sorry Herr Rauscher.
Aber.
Ich bin Politiker.
Ich nehme für mich in Anspruch Ideen zu haben, und sie u.a. auch gegen den vehementen Widerstand von „Krawallblättern“ umzusetzen.
Und ich kenne sehr viele Politiker/innen in unterschiedlichen Parteien, die das Gegenteil dessen sind, was Sie beschreiben.
Warum, verdammt noch mal Herr Rauscher, verallgemeinern Sie?
Was wollen Sie damit erreichen?
Bar jeder Urteilskraft.
Eigentlich wäre eine Entschuldigung angebracht.
Oder eine Erklärung.

43 Gedanken zu “Journalisten sind dumm und faul

  1. Ned ärgern… Herr Hans Raiuscher nervt mich schon seit Jahren mit seiner in meinen Augen doch sehr oberflächlichen Besserwisserei. Er ist einer jener (nicht sehr vielen, aber schwerwiegenden) Gründe, warum ich nicht mehr Abonnent der Tageszeitung „Der Standard“ bin.
    Also: Nicht ärgern, nur wundern. Österreich hat offenbar keine besseren Journalist/innen verdient…

    Gefällt mir

    • Zum Thema oberflächlich Herr Gruber, ich wäre an Ihrer Stelle sehr vorsichtig mit dem Thema „oberflächlich“! Sie, Pseudo-Grüner!

      Gefällt mir

  2. so ähnlich wie das Lehrer-Bashing aller Politiker: Die Lehrer sind faul und sollen doch lieber 24 Std. statt 20 Stunden arbeiten.

    Aber Hauptsache: Armin Wolf nicht nach seinen 20 min. Tagesarbeitszeiten in der Zib2 beurteilt, wie viel er tatsächlich arbeitet.

    Auch ich habe es satt, diese Verallgemeinerung der Politiker!!!

    Gefällt mir

    • „Schnurr (Gast) – 22. Dez, 13:56 Lehrer sind zu 95 Prozent faul. Sorry, aber das ist ein FAKT.“ Genau deshalb, weil das Volk sowas wiederkäut was Politiker von sich geben, gibt es auch massiven Lehrermangel.
      Die Neue Mittelschule hat nichts geändert daran.

      Bin ich ja froh, dass du nicht zu diesem von dir genannten „faulen Pack“ gehörst.

      Gefällt mir

    • Die Piraten wachsen schneller als du glaubst. Auch diese fordern z.B. eine 100 EUR Jahreskarte für die Wiener Öffis. Es gibt viele ähnliche Forderungen. Nur mit dem Unterschied: mit mehr Bürgerbeteiligung und mehr Datenschutz und freiem Internet. Gerade das freie nicht zensurierte Internet ist etwas verdammt wichtiges und schützenswertes. Vor allem weil die EU sonst Zensur unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung einführt! Ein Anfang mit VdS wurde bereits gemacht.
      weiteres Bsp. Freies Internet beflügelte den Arabischen Frühling, und kann auch andere Diktaturen zu Fall bringen. Natürlich ist der Ausgang der Länder des Arabischen Frühlings noch ungewiss und manchmal auch nicht wünschenswert.
      Ein freies Internet ist aber wichtig.

      Gefällt mir

  3. und es dauernd verschweigen ist auch kein Weg Mich stört vor allem der Stil der Debatte. Diese Systeme sind so eng verzahnt, dass PolitikerInnen scheinbar ohne Revolverblättern wenig ausrichten können, JournalistInnen oftmals nach dem haar in der Suppe suchen und konstruktive Arbeit verhindern. Und worauf ich in diesem Zusammenhang auch Wert legen möchte: Wenn es schon um Salzburg geht… Der Verwaltungsapparat viel zu wenig Fett abbekommt.

    So jetzt hab ich auch meinen Frust ablassen können. Und alleine dafür bin ich Herrn Rauscher sehr dankbar.

    Gefällt mir

  4. hackordnungskampf am unteren ende journalisten und politiker teilen sich die hinteren ränge in der image-hackordnung. da hilft ein bisschen erhöhung auf kosten der anderen den eigenen ramponierten selbstwert bissl aufzupolieren.

    Gefällt mir

  5. Ihre Replik überzeugt mich nicht. Zunächst einmal sei vorangestellt, dass ich weder der Diktion Herrn Rauschers, noch dessen Person an sich mit sonderlichem Wohlwollen gegenüberstehe.

    Dennoch enttäuscht mich Ihre Kritik inhaltlich, nachdem ich einem Twitterlink gefolgt bin und mir durchaus eine gehaltvolle Replik erwartet hätte, die dem Artikel sachlich relevant entgegenhält. Stattdessen stützen Sie sich auf die – natürlich vollkommen aufgelegte – quasi-mathematische Entkräftung, dass die anekdotische Beobachtung einiger Gegenbeispiele (zu denen Sie sich natürlich auch selbst zählen, und, zumindest in meinen Augen, auch zurecht) Rauschers Postulation hinreichend entkräftet – Es ist also ohnehin alles in Ordnung, der Mann hat eben einen schlechten Tag erwischt.

    Allerdings erscheint mir diese Replik zahnlos und irgendwo auch unehrlich: Selbstredend ist eine undifferenzierte Verallgemeinerung nicht zulässig – auf Ebene kühler Logik zumindest. Ist es aber nicht offensichtlich, dass Sie sich hier bloß – und durchaus auch mit gekränktem Unterton – auf die logische Entkräftung eines emotional(isierend)en Arguments beschränken?

    Klar, Menschen wie ich stecken nicht so tief in der Politik wie Sie das tun – Uns bzw. mir sind die Akteure nicht bekannt, die hinter den Kulissen womöglich durchaus innovative Gedanken agitieren. „Die Politiker“ sehen wir auch nicht als pars pro toto, sondern als die konkreten Akteure, die uns täglich über die Medien begegnen und deren Befugnisse direkten ursächlichen Zusammenhang mit der Gestaltung der Zukunft dieses Landes haben. Die Arbeit auf Kommunalebene ist natürlich durchaus äußerst relevant, aber ich denke nicht, dass Sie ernsthaft glauben, Herr Rauscher hätte sich hier nicht auf die Spitzenpositionen in der Politik bezogen, selbst wenn seine Diktion zu einer unzulässigen Verallgemeinerung degeneriert ist.

    Schreiben Sie der Spitze der österreichischen Politikerkaste tatsächlich zu großen Teilen überdurchschnittliche Innovationsbereitschaft, Einsicht, Intelligenz und Seriosität zu? Ist Spitzenpolitik für Sie die Evolution gesellschaftlicher Entwicklung, oder bloß die Perpetuierung eines status-quo, der sich umgekehrt wiederum auf den Stillstand der Politik stützt? Vertritt Politik die WählerInnenschaft durch die Verinnerlichung deren Interessen- und Ideenlosigkeit (eine hübsche Ironie, wie ich finde)? Sorgen die politischen Prozesse dafür, dass Menschen, denen man die Attribute Rauschers umhängen muss, eben nicht in jene Autoritätspositionen erhoben werden, in denen ihr Wesen in der öffentlichen Meinung auf die Politik als Gesamtes charakterisierend einwirkt?

    Oder anders formuliert: Wie kann es zu diesem politischen Zustand kommen, dass ein einigermaßen reflektionsbereiter Mensch (wie ich – als Nichtjournalist sei mir das Verfassen von Blogcomments aus persönlicher Sicht hoffentlich gestattet) von Rauschers Rhetorik zwar zutiefst abgestoßen wird, auf emotionaler Ebene aber nicht fähig ist, sich umfassend von jener Kritik zu distanzieren?

    TL;DR: Sie begegnen Rauschers emotionalem Artikel mit dem quasi-mathematischen Entkräftungsargument des konkreten Gegenbeispiels, also aus völlig anderem Winkel. Ableiten lässt sich daraus bloß die Einstellung, es sei ohnehin alles „super“ – „Don’t worry, I got this!“. Worin sich Rauschers Ausbruch gründen könnte, übergehen Sie vollends – und nein, ein bloßes Einzelereignis wie die Salzburger Finanzfinessen ist hier bestenfalls Zünder, aber nicht die Bombe.

    Gefällt mir

  6. da stehts etwas sachlicher, warum Politiker „böse“ und „dumm“ sind derstandard.at/1355460417008/Die-erschoepfte-Demokratie

    Gefällt mir

  7. ohne herrn rauscher zu kennen; vielleicht mein er die deutschen? im bezug auf deutsche journalisten und deutsche politiker halte ich seine feststellung für überaus zutreffend. bis auf wenige und seltene lichtblicke.

    Gefällt mir

  8. Verallgemeinerungen sind in einer Kolumne ein zulässiges Stilmittel. Und glauben sie nicht, dass ihnen irgendwer für ihre arbeit dankbar ist. Sie kassieren ein fürstliches gehalt vom steuerzahler, da darf man auch gute arbeit erwarten. Ich kann und will ihre arbeit nicht beurteilen, bin aber im allgemeinen wie fast jeder von der politischen kaste und ihrer selbstgefälligkeit enttäuscht.

    Gefällt mir

  9. naja, allein eure volksverarschungsbefragung in wien zeigt ja schon deutlich wie leer ihr seid.
    die ehemalige partei der basisdemokratie, erlaubt uns gnädig abzustimmen ob die bezirke oder die stadt parkpickerlzonen festlegen darf. na wui.
    und die 3 sonstigen fragen sind mindestens genauso für den kübel.

    sorry, hr. rauscher hat recht

    Gefällt mir

    • Dem schliesse ich mich an. Ich habe in Wien auch Grün gewählt, bin aber von der Politik der Grünen schwer enttäuscht, weil sich die vom allgemein enttäuschenden Stil der übrigen Politik nicht unterscheidet. Die grösste Frechheit sind schlussendlich die populistischen und nicht neutralen Fragen der „Volksbefragung“.

      Lieber Christoph, ich schätze dich und deinen Zugang zur Politik sehr und nehme dich speziell von der Kritik Herrn Rauschers aus, aber ganz generell und verallgemeinernd gesprochen muss ich ihm leider recht geben.

      Gefällt mir

    • Politik-Journalisten-Justiz:DAS LETZTE Da regt sich der Richtige auf, wenn sie es ernst meinen, dann sollten sie sich für Bürgermitbestimmung engagieren, aber nicht in einer Partei sein die:
      – Totalismus ihrer Ideologie auf ihre Fahnen heftet,
      – linksbolschewistische Ideologien als Grundlagen haben,
      – die Intoleranz gegen Andersdenkende unterstützen,
      – die auf Österreich sch…., Sie wissen schon,
      – aber dafür kann jeder Zuwanderer sich als Asylant deklarieren, und die Unterstützung der Österreicher fordern,
      – vor allem wollen sie an die Futtertröge der Macht damit ihre Klientel unterstützt werden kann:
      – Leistungsempfänger, Ausländer und Asylanten, jede Randgruppe
      Politiker, Journalisten und die Justiz sind das allerletzte in unserer Gesellschaft, aller deren Fehler muß der Souverän tragen.
      Also gehen Sie in sich und denken nach!

      Gefällt mir

  10. wofür entschuldigen dafür dass er recht hat? ein chorherr macht noch keine gscheite poltikergeneration und ich für meinen teil kann noch nicht einmal die von mir präferierten und gewählten grünen aus dieser kritik ausschließen solang auch bei den grünen leute wie Volker Plass nicht, so menscherln wie Sigrid Maurer schon zum nationalrat an wählbarer stelle aufgestellt werden, die es meines wissens nach zwar zum ÖH-vorsitz aber nicht zum studienabschluß geschafft hat.
    warum soll er nicht verallgemeinern? weil es Chorherr, Pilz und Plass gibt.
    ein schwaches ergebnis das eher für denn gegen rauscher spricht.

    Gefällt mir

  11. ärgere mich auch, aber nicht über rauscher lieber christoph,

    rauscher hat leider recht. ich verstehe, dass dich das aufregt, weil du in der regel eine sehr gute arbeit machst. aber wir, das gemeine wahlvolk, die euch für eure arbeit bezahlen, sind einfach nur mehr angefressen. immer mehr leider auch auf die grünen. egal welcher partei man seine stimme gibt – gefühlte 90% tun das nur mehr, weil sie „ihre“ partei als das geringere übel ansehen! das sollte euch zu denken geben. ich habe lange aus überzeugung grün gewählt, aber aktionen wie eure volksbefragung lösen bei mir nur mehr unverständnis aus. wenn du das nicht siehst, muss ich dir und deinen kollegInnen betriebsblindheit attestieren.

    frohe weihnachten!
    elchivo

    Gefällt mir

    • ja stimmt. da war doch was!
      Neues wahlrecht.
      mit GANZ viel direkter demokratie!

      und das VOR der nächsten wahl!

      aber ja eh eine abstimmung is ja keine wahl.
      stimmt. ein paar schwindliche volksbefragungsfragen sind keine wahlen. so. rein formaljuristisch.

      Gefällt mir

  12. Wer die Weisheit mit Löffeln frisst, kann auch klug scheißen! Eine sehr verbreitete Berufskrankheit unter Journalisten ist intellektuelle Diarrhoe. Sie bekommen so viele Informationen und wissen (fast) alles (besser). Sie wissen ganz genau was zu tun und was zu lassen wäre. Solange sie es nicht selbst tun und etwas Vernünftiges schreiben, kannst du einen drauf lassen.

    Gefällt mir

  13. dann lieber hans rauscher Ich weiß nicht warum sich Christoph Chorherr da so aufpudelt.
    Hat er schon mal reingeschaut in die ‚Krawallblätter‘? Und auf diese bezieht sich hans rauscher eben. Er meinte nicht die Presse, die Wiener Zeitung oder den Standard.
    Aber sich als Politiker bei Journalisten einzuschleimen ist ja nichts Neues. Machen alle anderen auch ganz gut. Auch manche Leser der ‚Krawallblätter‘ wählen Grün.
    Auch wenn Chorherr, Pilz, Voggenhuber,.. noch relativ OK sind. Ich würde NIEMALS in einer der politischen Parteien Österreichs mitarbeiten. Auch im Freundeskreis habe ich keinen aus der Parteipolitik.
    Da hätte ich dann doch lieber Hans Rauscher.

    Gefällt mir

  14. Die Erklärung ist einfach. Eine gelungene Polemik ist Rauschers Text nicht, aber man könnte ihn fruchtbar machen und einmal, auch rein pädagogisch, fragen, ob er nicht, bewusst, unbewusst oder zufällig, einen durchaus begründeten Zorn vieler Bürger auf deren gewählte Vertreter artikuliert. Wenn ich an die zahllosen Fälle politischer Korruption und Misswirtschaft in den letzten Jahren denke oder daran, dass, in den diversen Untersuchungsausschüssen versucht wurde, munter das alte Spiel weiter zu spielen oder auch nur an Herrn Hundsdorfer, der unlängst meinte, dass Fremdwährungskredite keine Spekulation darstellen und ebenjener Herr in einer Arbeitsgruppe sitzt, die ein Spekulationsverbot erarbeiten soll, muss man da nicht eher fragen, ob Rauscher nicht den nicht den richtigen Nerv trifft?

    Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, wen ich wählen könnte, damit sich etwas zum Positiven verändert, die einzige Hoffnung, die ich sehe, ist, dass der Ausbau direktdemokratischer Möglichkeiten, unser ungenügend funktionierendes System repräsentativer Demokratie einiger Maßen auf Kurs bringen könnte, aber das ist ein langer und schwieriger Weg.

    Gefällt mir

    • Noch zwei Beispiele: 1. Eine ernstzunehmende Diskussion um die Wehrpflicht findet m.E. nicht statt, zumindest kenne ich keinen einzigen Artikel in einem österreichischen Medium, der eine Analyse versucht, die diesen Namen verdient, und das, obwohl eine Volksabstimmung ins Haus steht (möglich natürlich, dass ich etwas übersehen habe). — Freilich ist das Journalisten und Politikern anzurechen.

      2. Mietobergrenze: Warum ist das erste (und bislang einzige?) was ich als Bürger hören muss, der Ruf nach einer gesetzlichen Obergrenze und nicht der nach einer Reform dessen was existiert (beispielsweise der Aufschläge auf den Richtmietzins). Natürlich ist es in einer ökosozialen Marktwirtschaft legitim Obergrenzen festzulegen, aber doch als letztes und nicht als erstes Mittel.

      Gefällt mir

    • ad 1) Wir haben bereits ein Berufsheer bei dem auch Frauen zugelassen sind. Zusätzlich haben wir aber eine Wehrpflicht, eine Ausbildung, die jungen Männern aber auch dem Staat Österreich zugute kommt. Eine Reform der Wehrpflicht und dessen Ausbildung wäre das beste und günstigste Mittel. Junge Männer aber auch Frauen sollen wählen dürfen, was sie beim Heer oder bei einem Zivildienst lernen wollen. Es sollte eine größere Spezialisierung geben als bisher. So müsste z.B. nicht jeder beim Heer den Umgang mit einer Waffe lernen. Zusätzlich gehört ein anständiger Lohn her z.B. in der Höhe der Mindestpension von ~750 Eur.
      Erstens ist dadurch gewährleistet freiwilliges Personal für später zu lukrieren, zweitens hat man eine genügend „Mannstärke“ (Anzahl von Personen) für alle möglichen Szenarien zur Verfügung, einschließlich Kathastrophen Schutz und den sozialen Organisationen.

      Man darf nicht alles als Zwang sehn, sondern als Dienst für die Gesellschaft. Sonst könnte man das Arbeiten gehen ja auch als Zwang sehen.

      ad2) erstens betrifft das ganze NUR 5% der Mietwohnungen aus dem privaten Bereich. Also absolut vernachlässigbar, dass sich da ein freierer Preis entwickeln darf. Zweitens haben Mietobergrenzen in einer Marktwirtschaft nichts verloren. Auch der Brotpreis wurde abgeschafft. Sonst müsste man gleichwertigerweise auch der Bauwirtschaft Maximalpreise verordnen, damit private Eigentümer sich das leisten können. Alles andere wären nur Verlustgeschäfte. Auch heute überlegt sich ein privater tausendmal, ob er nicht die Wohnung lieber leer stehen lässt, als dass er es vermietet, weil das Mrg es überreguliert.

      Gefällt mir

    • @markus Eigentlich haben wir in Österreich ein dreistufiges System: Berufssoldaten, Wehrpflicht und Miliz. Es sollte primär einmal um die Frage gehen, ob ein Heer benötigt wird und welche Aufgaben es zu erfüllen hat (gegebene wie mögliche). Die Kostenfrage ist eine sekundäre, es gibt ja wohl kaum ein dümmeres oder unredlicheres Argument — ein sozialdemokratischer Minister, der die weitere Ökonomisierung der Gesellschaft propagiert! — für ein Berufsheer, wie geringere Kosten oder mehr Wirtschaftswachstum. Ich kann überhaupt keinen ernsthaften politischen Reformwillen ausmachen, noch eine vernünftige Diskussion, ergo muss man sich für den Erhalt des Status quo aussprechen (das geht jetzt nicht gegen Sie). Wir sollten das irgendwo anders diskutieren, sichtbarer, nicht in einem Kommentarbaum irgendwo versteckt (vielleicht schreibe ich noch einen Text zum Thema).

      —-

      Andererseits gibt es die Buchpreisbindung; es kommt immer auf die Begründung einer Obergrenze oder eines Eingriffs an, das Argument „Marktwirtschaft“ ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber per se keineswegs immer ausreichend. Die Zahl von 5%, gibt es für die eine Quelle?

      Gefällt mir

  15. Ich finde es sehr gut, dass Sie sich maßlos ärgern. Vielleicht passiert dann was.Selbst wenn Pauschalverurteilungen prinzipiell falsch sind, kann ich sie als vereinfachendes Moment bei Rauscher durchaus tolerieren.
    Oder sollte er schreiben: nach einer Studie sind 93% aller Politiker korrupt oder faul und 97% der Journalisten einfach dumm? (Das vor allem unter der Voraussetzung, dass PISA-Studien ergeben, dass Prozentrechnung für Österreicher zu hoch ist. Beispiele in gedruckten Blättern liegen vor.)
    Es ist eine andere Frage, warum das so sein kann. Es scheint ein sich selbst aufschaukelnder Prozess zu sein. Dass auflagenstärkste Blatt gab da bisher eine Linie vor. Jetzt wurde es von den Gratisblättern zum Intellektuellenblatt hochgeadelt. Diese werden aber als Massenware ohne Filter auf die täglich pendelnde Bevölkerung losgelassen. Im Standard werden immer wieder einmal Millionen mit Milliarden verwechselt und die Presse, die sich jetzt wieder verbessert hat, war eine Zeitlang von Rechtschreibfehlern nur so durchsetzt.
    Ich schätze die Journalisten der Wiener Zeitung und ein paar ausgesuchte andere, die für andere Blätter schreiben.
    Den Rauscher mag ich nicht besonders, ihn aber wegen dieser Glosse zu verurteilen, halte ich für falsch. Da hat er nämlich, journalistisch verkürzt, recht.

    Gefällt mir

  16. Wie übrigens … …. ist das möglich, dass auf der ganzen weiten Website der Wiener Grünen kein einziges Wort zur bevortshenden Volksbefragung zum Thema Bundesheer zu finden ist? Sind die Grünen noch eine politische Partei, die am öffentlichen Leben teilnimmt, oder nur mehr ein Wahlverein?

    Gefällt mir

    • Die haben anderes zu tun. z.B. irgendeine Broschüre wegen irgendeiner unnötigen Werbung, die keinen interessiert, kritisieren: http://derstandard.at/1350258366805/

      Schon ok, die Werbung ist strunzdumm, und meinetwegen auch sexistisch. Aber könnten die Grünen evtl. dafür sorgen, dass bei zukünftigen Themen jemand da ist, der sich erstens um die wichtigen Themen kümmert, in diesem Fall die Zukunft der Wehrpflicht, und sich zweitens die „ultras“ und „megas“ für die richtig schlimmen Sachen aufhebt?
      Wenn so eine unnedige Werbung schon ultrasexistisch ist, was ist dann die Wehrpflicht? Obersuperdupermegagigaultrasexistisch?

      Gefällt mir

    • Hupsi! So kann man einfahren mit einer frechen Antwort. 🙂

      Wenn ich mir aber die Kritik erlauben darf: Mit den Slogans spricht man wohl eher die Altersgruppe an, die eh nicht abstimmen darf.

      Gefällt mir

  17. Hier ist übrigens die nächste Volksbefragung, diesmal zur FuZo Mariahilfer Strasse, die absolut unsinnig abläuft und eigentlich eine Verarschung der Bürger gleichkommt (und zugleich ein Missbrauch der direkten Demokratie ist):

    http://derstandard.at/1356427761743/Mariahilfer-Strasse-Nur-Anrainer-der-Querungsstrassen-werden-befragt

    Ich bin auch hier wieder für die FuZo, und man kann sie gerne ohne Befragung umsetzen, so wie ja das meiste politisch beschlossen wird. Aber wenn ihr schon befragt, dann bitte richtig, im Sinne von: Wollt ihr eine FuZo, ja oder nein. Aber die Anwohner der Nebengassen darüber abstimmen zu lassen, wo man die Mariahilfer Strasse queren können soll und dann noch zu schauen, dass in beiden Bezirken gleich viele Menschen abstimmen, das ist Nonsense pur.

    Sorry, Christoph, aber das verstehe ich nicht unter der guten und konstruktiven Politik, die ich mir von den Grünen erwartet habe, das ist einfach ein Marketinggag, aber leider einer, der entsprechend negativ wahrgenommen wird und euch am Ende auf den Kopf fallen wird.

    Gefällt mir

    • Verfassungsrechtliche Bedenken, wenn man sich Menschen aus einem Bezirk herauspickt, die abstimmen dürfen, und andere von der Abstimmung davon abhaltet Es müsste meiner Meinung der gesamte Bezirk abstimmen dürfen. Schließlich sind Bezirksräte für den gesamten Bezirk gewählt.

      Für eine reine Anrainerbefragung gibt es keine verfassungsrechtliche noch eine demokratiepolitische Grundlage! Weil es eben kein Anrainerparlament gibt, und auch NIRGENDS definiert ist, was ein Anrainer ist.
      Man kann nicht einfach sagen: 2 Häuserblöcke von der Mariahilferstraße sind Anrainer. Aber der 3.te Häuserblock nicht mehr. Da würde man sich die Wähler herauspicken und aussuchen. Das wiederspricht aber einer ALLGEMEINEN Wahl!

      Gefällt mir

  18. Meiner Ansicht stehst Du Dir in dieser Frage selbst im Weg. Die Empfindlichkeit im Bezug auf den eigenen Beruf und den Anspruch den Du daran hast, der Wunsch nicht in einen Topf geworfen zu werden, auch die idealistische Hoffnung, dass da eh viele Gute sind – das alles steht Dir in dieser Frage im Weg. Daher stelle ich ein für alle mal klar: Ja, Du bist super. (Echt jetzt). Ja, einige andere sind auch super. Ja, Rauscher verallgemeinert. Und ja, Rauscher hat trotzdem im groben und ganzen recht. Wir werden diese grob verallgemeinernde, daher beleidigende, Wahrheit erst verändern können, wenn wir die nächsten Schritte zur Emanzipation des Pöbels gemacht haben werden. Die Erkämpfung der Demokratie war mit dem Frauenwahlrecht noch nicht zu Ende. Geduld und lg.

    Gefällt mir

    • Ist Rauscher ein Teil des Pöbels?
      Wer definiert sowas?

      Es gibt 8*10⁶ („und ein paar Zerquetschte“) Wahrheiten in Österreich. Es gibt nicht DIE Wahrheit.

      Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.