ruinierte „Freiräume“ in Wien (3)

Nach den Gasometern und dem Wienerberg im Süden gehts diesmal mit der U1 nach Transdanubien.
Endstation Kagran und dann paar Minuten nach Nordwesten in das grosse neue Siedlungsgebiet rund um die Tokiostrasse.
Hier wäre qualitätsvolle Stadt-und Freiraumplanung besonders wichtig.
Es ist flach, man kann nicht an gewachsene Strukturen anschliessen, bauen auf der Grünen Wiese also.
Am Widmungsplan könnte es noch grosszügig aussehen:
Eine breite Strasse mit einem Grünstriefen in der Mitte.
Die Wirklichkeit (zur Erinnerung:das aussen des Hauses ist das „innen“ der Stadt):

Mistkübel, parkende Autos, Plastiksackel zieren „den Freiraum“.
auch hier packt einen nur der Drang: weg!
Kaum ein Raum, ein Platz, der zum Verweilen einlädt.
Das sicherste Indiz, Freiraumqualität zu bewerten, stellen die Räume,die Freiflächen da, die für die Kinder vorgesehen sind.
Und das sieht dann so aus (man glaubt es kaum):

man beachte u.a. die Grösse, und die Belüftung der Tiefgarage, die genau auf den „Spielplatz“ bläst
oder hier:

aber:
wie trommelt nicht überall die SPÖ:
diese Stadt ist gut verwaltet.

8 Gedanken zu “ruinierte „Freiräume“ in Wien (3)

  1. Noch schlimmeres Beispiel Ganz in der Nähe der Tokiostraße ist die „Compact City“ (Donaufelderstraße 10, von Kagran aus eine Station mit dem 26er nach Baumanngasse). Dort gibt es ein unglaublich perverses Beispiel eines „Spielplatzes“ – muss man sehen um es zu glauben. Einfach dort auf das obere Niveau gehen (Rolltreppe oder Stiege links am Gebäude), da gibts so eine Art Freifläche. Dann ganz nach rechts hinten gehen und staunen.

    Die Architektin hält ihr Bauwerk übrigens für ganz fantastisch (die potentiellen Mieter weniger: letztes Jahr zumindest war es halbleer).

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  2. Nicht nur in der Peripherie auch in der inneren Stadt gab es in den letzten Jahren schwere Planungsfehler, man nehme nur die Umbauten der Mariahilfer Strasse und der Landstrasser Hauptstrasse (oder auch des Schwarzenbergplatzes). Auch die Aushöhlung der Nahversorgung durch mangelnde Unterstützung für Kleinbetriebe bei gleichzeitiger Zulassung (bez. Förderung) eines EInkaufszentrenwildwuchses an den Stadträndern zählt wohl dazu.

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  3. Beängstigende Beispiele Vielen Dank für die fürchterlichen Beispiele einer städtebaulichen Fehlplanung! Eine Bekannte von mir wohnt in einem der Wohnkäfige (das Innere der oben abgebildetetn Wohnhäuser ist einer Käfigbatterie nicht unähnlich) und will nach knapp einem Jahr wieder ausziehen!

    Die Gestaltung der Freiräume ist nicht vorhanden, die Geschäfte und Lokale beschränken sich auf wenige, miese Cafés, in denen bemitleidenswerte Menschen ihren trostlosen Alltag totschlagen und für die Freizeit gibt es (in Gehweite) das grausige Donauplex bei der U1/Kragan. Eine Spielwiese für Großstadt-Soziologen, aber kein moderner Lebensraum!

    Wer ist für so eine Planung verantwortlich? Wieviel Macht und Einfluss hat denn hier das Rathaus wirklich? Sind wir alle selbstverliebten, aber realitätsfremden Arichtektinnen ausgeliefert (jünstes Bspl: Spittelau-Bau)?

    Anderes Beispiel für Fehlplanung: die „Donaucity“!

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  4. Übrigens: der Grünstreifen in der Mitte der Tokiostraße war ürsprünglich für eine Schnellstraßenbahn vorgesehen. Passiert ist diesbezüglich… nichts.

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  5. Stenzel/ÖVP: Privatisiert die Parks Stenzel: Nehmen Sie zum Beispiel London: Dort sind herrliche Parks in der
    City gesperrt. Da haben dann nur Private Zugang.

    Das wollen Sie wirklich?

    Stenzel: Why not? Und ich bin dafür, dass man die Videokameraüberwachung
    ausdehnt, als Erstmaßnahme.

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  6. freiräume sind teil der öffentlichkeit – selten wird diskutiert, wie viel sei kosten oder kosten dürfen – wie entsteht freiraumplanung, wer redet da mit ……..

    es wäre meiner meinung nach auch dringend darüber zu diskutieren wie es dazu kommt, dass „stararchitekten“ (beispiel aktuell: zaha hadid) am donaukanal etwas planen , dann wird es gebaut, und der stararchitekt sagt dann: es ist nicht (mehr) mein „kind“ . was passiert hier, wie ist es möglich, dass letzlich so viele ressourcen verschleudert werden, oder ist es ganz einfach: vielleicht fehlt da einfach der politische wille?

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  7. tokiostrasse lieber cc,

    so sehr du bei der kritik an der planung im donaufeld/tokiostrasse recht hast, anbei dennoch eine notwendige ergänzung, die „freifläche“ betreffend: der „grüne“ mittelstreifen in der tokiostrasse ist nicht als freifläche gedacht, sondern eine vorhaltefläche für die strassenbahn (26, oder wie auch immer diese linie dann heissen soll), die in zukunft (?) 21. und 22. bezirk schneller verbinden soll.

    lg

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  8. Tokistrasse Ich Danke ihnen, Hr.Chorherr, für diesen Berricht. Ich wohne mit meiner Familie in der Tokiostrasse und es gibt wirklich absolut keine Freiräume für die Kinder, z.b. Fussball zu spielen ist unmöglich, der kleine Käfig, der ohnehin ein Scherz ist, ist immer abgesperrt. Ein weiteres Übel ist das sehr starke Verkehrsaufkommen, hier wird richtig gerast.

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