365!

Ihr hat es alle schon gehört/gelesen.
Trotzdem auch hier.
365.
Eine Jahreskarte für einen Euro pro Tag.
Ich halte das wirklich für einen grossen Schritt.
Denn das gabs in Wien noch nie.
Noch nie!!
Alles wird teurer.
Erdäpfel und Milch, Schuhe und Haareschneiden.
Inflation nennt man das.
Deswegen werden auch Öffitarife immer teurer.
Bisher.
Weil Strassenbahnfahrer und innen z.B. jedes Jahr eine Lohnerhöhung wollen.
Deswegen sind die 365 wirklich etwas besonderes.
Weil zum ersten Mal der wichtigste Fahrschein, die Jahreskarte trotz Inflation, trotz knapper Budgets signifikant gesenkt wird.
Warum?
Einerseits haben wir uns im Wahlkampf für billige Öffitarife stark gemacht.
V.a. aber hoffen wir, dass jetzt Zehntausende sich zum ersten Mal ein solches Ticket kaufen werden.
Natürlich gibts Einwände:
1.) „Ihr habt ja ein 100 Euro Ticket versprochen.“
Im Wahlkampf sagt man, was man als Partei möchte.
Dann muß man mit dem Regierungspartner, der, no sagen wir, das nicht genau so wollte, einen kompromiss erzielen.
Das ist jetzt dieser Kompromiss
2.) „Aber das Einzelticket wird ja teurer.“
Einerseits gehört das zum Kompromiss, andereseits muß ja irgendwo das Geld herkommen (wobei die gesamte Reform der Stadt ziemlich viel Geld kostet.
Und v.a. Touristen, die nur wenige Tage in Wien sind, ist ein erhöhter Einzelfahrschein zumutbar
3.) Jetzt kommen 100 Ideen, was nicht alles wichtiger gewesen wäre.
Ja, alles ist irgedwie wichtig, man muß in der Politik das eine tun, und das andere nicht lassen.
Uns ist schon vieles gelungen, sehr vieles ist noch offen.
In diesem zentralen Punkt zeigt sich aber, dass wir hart und gut verhandeln können und einen ansehnlichen Kompromiss vorzeigen können.
Für Radfahrer/innen:
Radmitnahme ist jetzt gratis möglich. Auch nicht schlecht.

30 Gedanken zu “365!

  1. Gratulation Lieber Christoph, ich finds toll, was ihr da ausverhandelt habt. Klar, es hätte mehr sein können, aber mit einer SPÖ war’s vermutlich das Maximale, was zu erreichen war. Ich freue mich jedenfalls und auch in meinem Umfeld, ist die Nachricht äußerst positiv aufgenommen worden. Also: weiter so, Politik ist eben das Bohren harter Bretter (aber wem sag ich das 😉
    In diesem Sinn, viel Erfolg bei den weiteren Themen!

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    • Find ich gut Bin zwar der Meinung, dass der Preis nicht das große Problem war, aber für Leute, die nicht ganz so oft fahren, zahlt sichs natürlich früher aus. Schade ist, dass die 8-Tage Karte nicht genau so viel kostet wie 16 Einzeltickets. Jetzt ist es so, dass man ganz einfach immer dieses Ticket nimmt, wenn man in die Stadt muss, da man ja auch wieder zurück fahren muss. In Zukunft kommts drauf an, ob man zwischendurch eine dritte Fahrt einlegt. Sind zwar nur ein paar Cent, aber man hätt das ruhig bei 32 Euro lassen können.

      Lassts euch nicht von den 100-Euro Heulern in den Abgründen der Tageszeitungsforen nerven. Das sind eh die gleichen hauptberuflichen Suderanten, die bei jedem Thema was die Grünen angeht meckern. Die Schnittmenge zwischen denen und Euren Wählern ist vermutlich winzigst.

      Persönlich bin ich ja der Meinung, dass eine Freifahrt für alle so viele Einsparungen (Tickets, Automaten&Wartung, Schwarzkappler) und Imagegewinne (Touristen) bringen würde, dass der Verlust minimal wäre. Aber da müsste man wirklich zuerst die Kapazitäten steigern, sonst platzt die U-Bahn aus allen Nähten.

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    • 8 Tages Karte Hallo,

      Ich muss auch sagen – angesichts der Stimmungsmache im Vorfeld – ein sehr gutes Ergebnis.

      Als kuenftiger Jahreskartenbesitzer betrifft es mich zwar nicht mehr direkt, aber das mit der 8-Tages-Karte verstehe ich auch nicht wirklich. 32 EUR bzw. 16 Einzelfahrten waeren definitiv gescheiter, kundenfreundlicher und verstaendlicher gewesen.

      Sonst wirlich super.

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    • Freifahrt Ja, eine allgemeine Freifahrt wäre natürlich die optimale Lösung (öffentliche Verkehrsmittel als allgemeine Leistung der Stadt für alle zugänglich, kein Überlegen, welche Fahrkarte am besten ist und kein Herumgetue am Automaten, Förderung des Tourismus, „na wenns gratis ist, lasse ich das Auto stehen“ …), aber da müssten dann einige 100 Mio Euro pro Jahr z.B. aus erhöhten Parkgebühren kommen – mit der SPÖ kaum durchsetzbar.

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  2. Also wenn die Grünen in den verbleibenden 4 Jahren jeweils EIN so gutes Verhandlungsergebnis in bedeutenden Themen erreichen und den roten Beton auch an anderen Stellen erfolgreich anbohren, dann könnte man schon sehr zufrieden sein und optimistisch in die Wahlen gehen.

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    • …wobei, nach dem Verbot des kleinen Glücksspiels ist die Jahreskarte ohnehin schon der 2. große Erfolg mit grüner Handschrift! Hold on…

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    • das Verbot des kl. Glücksspiels war eine Initiative der Jugend der SPÖ, die sich gegenüber Häupl durchsetzte. Den Grünen passts gut ins Konzept, durchgesetzt wurde es aber von der SPÖ!

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  3. Jetzt die Pendlermisere lösen! Ein erster großer Schritt, super!
    Dennoch werden noch viele Schritte notwendig sein-gemeinsam mit dem Land Niederösterreich- um das Pendlerproblem in den Griff zu bekommen:

    P&R im Umland mit Jahreskarte günstiger oder kostenlos

    Zone 100 ins Umland ausdehnen, also bis Baden, Korneuburg, Pressbaum

    Neugestaltung Pendlerpauschale (sozial verträglich und ökologisch)

    Rad+Bahn ausbauen und mit Jahreskarte im Nahverkehr kostenlos

    Radwege in Wien (THema Wientalhighway) weiter ausbauen

    Öffi-Intervalle (Hauptverkehrszeit/U-Bahn und Schnellbahn) verkürzen

    So, es gibt genug zu tun, packen wir es gemeinsam an!!!

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  4. Als Student mit Hauptwohnsitz außerhalb Wiens bekomme ich jetzt also um +50,- die Möglichkeit ein fünftes Monat in Wien zu fahren. Blöd, dass ich da als Nicht-Wiener nicht in Wien bin…

    Fazit: 50% Teuerung.

    Alles wird teurer.
    Inflation nennt man das.
    Deswegen werden auch Öffitarife immer teurer.

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    • Das find ich auch beknackt. Vor allem wunderts mich, warums bei Pensionisten problemlos möglich ist, den nicht-Wienern die gleichen Ermäßigungen zu geben, wie den Wienern. Abgesehen davon, dass auch Wiener Studenten für ein ganzes Jahr (nachdem keine Studenten-Ferientickets erwähnt sind) 2*75+2*45=240 Euro zahlen, was mehr ist, als Leute über 60 bezahlen.

      Mir ist schon klar, dass es Mindestpensionisten gibt, aber genauso gibts junge Leute, die kaum Geld haben. Und wenn man die Rechnung oben für Nicht-Wiener Studenten nachstellt, kommt sogar mehr als 365 raus.

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  5. gratulation! Verbilligung versprochen, Verteuerung (zumindest teilweise) zustandegebracht.
    jedes gramm co2 das dadurch mehr ausgestoßen wird geht auf die kappe der grünen!
    gute ideen sind sinnlos, wenn man sich nicht umsetzen kann

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    • Was ist denn das für ein Blödsinn? Wieso soll auch nur ein Gramm mehr CO2 ausgestoßen werden, wenn einige Tarife deutlich günstiger, andere teurer werden? Die Verteuerungen wären unter einer SPÖ-Alleinregierung sowieso gekommen – dass z.B. das Jahresticket jetzt billiger wird ist ein großer Erfolg der Grünen. Das kann man zwar schlechtzureden versuchen, trotzdem ist’s ein guter Erfolg der grünen Regierungsbeteilgung.

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    • Ich habe mich sowieso seit Jahren gefragt, ob die Einnahmen durch die paar Halbpreisfahrscheine wirklich so hoch sind. Die Kapazitäten sind in der Praxis sowieso begrenzt, aber die Symbolwirkung jedenfalls hoch. Genauso erfreulich ist die „überraschende“ Verbilligung der Monatskarten (für manche vielleicht auch interessanter, weil übertragbar). Und das gilt in der gesamten Kernzone, oder nur in der U-Bahn?

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  6. warum nicht zielgerichtete maßnahmen? Ich fand schon im Wahlkampf die „100 € Jahreskarte“ sehr traurig, weil klar war dass das reiner Populismus war. Jeder der sich einmal ausgerechnet hat was das heißt, wusste das geht nie.
    Was ist die nächste Forderung im Wahlkampf, keine Steuern für alle weil alle es toll finden?

    Jetzt muss die Stadt Wien mehr Geld zahlen um am Ende die gleiche Öffi-Leistung zu bekommen. Sogar Prof. Knoflacher sagt dass die Maßnahme nicht schlau ist, weil sie nur einen sehr geringen Lenkungseffekt hat.

    Liebe Grünen, ich wünsche mir von euch zielgerichtete Sachpolitik und nicht nur Populismus-Maßnahmen, das können auch die anderen besser.
    Jetzt habt ihr zwar euer „365-€“-Plakat überall hängen, zeigt aber enorme inhaltliche Schwäche in einem eurer Kernthemen. Mit der Strategie werdet ihr auch weiterhin eure 10-14% bekommen und eine Randerscheinung bleiben.

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    • Dem Herrn Prof. Knoflacher ist zwar oft recht zu geben, aber manchmal hat er schon seltsame Ansichten. Natürlich sind billige Tarife allein nicht unbedingt ausreichend, um die Leute zum Umstieg von Auto zu bewegen, und das Geld muss anderswo herkommen, aber möglichst billige Öffi-Tarife bei mindestens gleichbleibender Qualität sind jedenfalls eine sehr wichtige Maßnahme.

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    • Die Ansicht vom Knoflacher teile ich, was Stadt- & Verkehrsplanung angeht, und so wird ers auch gemeint haben. Es werden halt ein paar Leute mehr eine Jahreskarte haben, weil sichs früher auszahlt. Das heißt aber nicht, dass sie dann komplett auf die U-Bahn umsteigen.
      Wer sparen musste, hatte die Jahreskarte vorher schon, weils viel billiger als ein Auto ist. Und wer sehr viel sparen muss, wird vermutlich auch lieber überfällige Rechnungen bezahlen, und zu Fuß gehen, radfahren, oder schwarzfahren. (wobei sich das seit einigen Jahren nimmer auszahlt).

      Sozial ist das eine tolle Maßnahme, verkehrstechnisch bringt eine Parkpickerlausweitung sicher mehr.

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  7. Ich glaube auch, dass die nun beschlossene und verkündete Tarifreform großteils eine wesentliche Verbesserung ist. Die Einzelfahrscheine sind sogar nicht um so viel teurer geworden wie schon befürchtet, und es scheint auch endlich Schluss mit der Argumentation „aber in Berlin etc. kostet es ja noch mehr“ zu sein. Elegant wäre jetzt noch, endlich den Zuschlag beim Verkauf direkt in Straßenbahnen/Bussen zu streichen, dann gäbe es für Spontan-Fahrgäste sogar eine Verbilligung gegenüber den jetzigen 2,20 Euro. Warum wird dieser überhaupt verlangt, und beim Kauf von einzelnen Fahrscheinen in U-Bahn-Stationen nicht???

    Die Verteuerung der 8-Tage-Karte ist aber eine Frechheit, diese sollte im äußersten Fall 32 Euro kosten (8 * 2 * 2). Die Forderung der 100-Euro-Jahreskarte im Wahlkampf war leider auch sehr, sehr ungeschickt von den Grünen (warum nicht wie jetzt „1 Euro pro Tag“?), denn jetzt können FPÖ usw. von einem Umfaller sprechen, obwohl es für die meisten immer noch eine deutliche Verbesserung gegenüber früher gibt.

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  8. Plakat-Wahlkampf mit Steuergeldverschwendung Die Vassilakou macht gratis Plakat-Wahlwerbung („Für Sie umgesetzt“) mit UNSEREM Steuergeld!
    Auch wenn die 365 Eur besser als vorher sind, darf man nicht mit demselben Saubermann-Image der FPÖ auftreten und dann noch vom Steuergeld von den Bürgern Plakate finanzieren, wo kein Informationsgehalt besteht, den nicht sowieso alle Zeitungen abdruckten.
    Die Grünen werden damit unglaubwürdig und eine Verschwendung finanzieller Mittel!

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    • Herr CC ist das wahr? Ich dachte es ist ein Plakat der Grünen und wurde daher von deren Parteikasse bezahlt.

      Wie wurden die Plakate finanziert?

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    • @Britta, @monika ein Blick aufs impressum dieser Plakate hätte genügt.
      Da stehts ganz eindeutig. Diese Plakate zahlen die Grünen als Partei, Selbstverständlich nicht die Stadt.
      liebe gruesse
      c.c.

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  9. The day after tommorrow Das Bild erinnert mich an diesen Film.
    Also ein sehr düsteres Bild habens da gewählt, obwohls eine erfreuliche Nachricht ist.

    Die Tarifreform ist aber noch nicht zur Gänze durchdacht: z.B. bei Studententickets (innerhalb und außerhalb Wiens gemeldeten; und die Ferienmonatskarten der Studenten ist extrem teuer),
    das 8-Tage-Klimaticket ist viel zu teuer.
    Das Einzelticket könnte meiner Meinung sogar noch teurer sein (weil das hauptsächlich Touristen nutzen).
    Weiters sollte es günstigere Tickets für finanziell sozial schwache Menschen geben!!! (z.B. könnte man eine Ticketbeihilfe-Einmalzahlung beantragen, so ähnlich wie den Heizkostenzuschuss)

    Der U-Bahn-Bau sollte nicht gestoppt werden. Eine neue „horizontale“ U-Bahn im Süden, die den 23.Bezirk mit dem 10., 11., 22, 21.Bezirk verbindet wäre sinnvoll. Diese könnte somit den Hauptbahnhof anfahren und z.B. Meidling U6, Hauptbahnhof U1 und U2, Erdberg U3, Kagran U1, U2, und U6 Floridsdorf als Knotenpunkte haben.
    Also so eine Außenring-Ubahn. Gerade die Bezirke über der Donau als stark wachsende Bezirke brauchen eine verbindende U-Bahn.

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    • Touristen nutzen wahrscheinlich eher die Wien-Karte oder die 48/72 Stunden Karten. Kaum ein Tourist hat NUR eine Hinfahrt und keine Rückfahrt zum Hotel. Die sind den ganzen Tag unterwegs, da zahlt sich eine kurze Zeitkarte schon aus.

      Die Einzeltickets kauft man, wenn man sicher nur in eine Richtung fährt, oder als Streifenkarte, wenn man aus der Zone 100 rausfährt. Die Ticketautomaten wissen zwar, was gekauft wird, aber nicht, was ich wo entwerte.

      Ihre U-Bahn hört sich ziemlich nach S-Bahn an. Wenn die nämlich zum Hauptbahnhof gehen soll, wird sie entweder ca. den Verlauf der S-Bahn haben, oder einen Teil der Strecke ziemlich ähnlich der U1 sein.

      Es sind eh neue S-Bahnen geplant, und ich find die Vorschläge nicht schlecht. Siehe: http://www.noen.at/news/verkehr/Neue-S-Bahnen-Linien-fuer-Wien-und-Umgebung;art3892,73078

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  10. Lieber Christoph Chorherr,
    bitte um Aufklärung, was es mit den Grünen Wahlkampfplakaten „Für Sie erreicht: € 365,- …“ aufsich hat. Ist das Grüne Parteiwerbung, oder ist das von Steuergeldern bezahlte Informationsarbeit der Stadträtin Vassilakou?

    Wenn dem so ist, ist das ein schwerer Fehler der Grünen Wien, das Plakat werden euch die Blauen (zu recht) nur so um die Ohren fetzen, wenn Peter Pilz das nächste mal die Notwendigkeit „sauberer Hände“ anspricht.

    Manchmal versteht man die (Grüne) Welt nicht mehr….

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    • @Britta, @monika
      ein Blick aufs impressum dieser Plakate hätte genügt.
      Da stehts ganz eindeutig. Diese Plakate zahlen die Grünen als Partei, Selbstverständlich nicht die Stadt.
      liebe gruesse
      c.c.

      Alles klar, die Antwort hat sich überschnitten! Sauber gemacht….;-)

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  11. sabine gretner spannender fände ich, warum sabine die partei verlassen hat? wahrscheinlich können hier keine hintergründe genannt werden, aber ich denk, dass der frust des politikalltags den ausschlag gegeben hat. und natürlich, dass sie als eine der kompetentesten grünen schnell feststellen musste, dass die ganzen ideale schon längst dem machterhalt geopfert wurden. schade!!!

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