Das Auto ist ein Virus…

„Das Auto ist wie ein Virus, das sich im Gehirn festsetzt und Verhaltenskodex, Wertesystem und Wahrnehmung total umkehrt. Ein normaler Mensch würde unseren derzeitigen Lebensraum als total verrückt bezeichnen! Wir ziehen uns mehr oder weniger freiwillig in abgedichtete Häuser mit Lärmschutzfenstern zurück, um den Außenraum dem Krach, dem Staub und den Abgasen der Autos zu überlassen. Das ist doch eine völlige Werteumkehr, die uns nicht einmal mehr auffällt….“

hervorragendes Interview mit Hermann Knoflacher.
Absolut lesenswert!

U.a. auch jenen gewidmet, die meinen, wir sollten uns „wichtigeren Dingen“ zuwenden, statt uns der Förderung des Radverkehrs zu widmen.

27 Gedanken zu “Das Auto ist ein Virus…

  1. Das Fahrrad ist ein Virus Das Fahrrad animiert offensichtlich sonst friedliche Menschen zu
    – Rowdytum (sh tägliche, gefährlcihe Szenen am Ring)
    – Gesetztesübertretungen im Schutz der Anonymität (relativ gefahrlose Fahrerflucht nach Unfällen)
    – Schmarotzrtum (sie benützen Radwege, die die Öffentlichkeit bezahlt, ohne einen Beitrag zu etrichten)!
    Um einen konstruktiven Beitrag zur Abhilfe wird gebeten!

    Gefällt mir

    • Schutz von Fußgängern Kann mich dem Kommentar von „Fussgänger“ nur anschliessen. Am Ring ein Wahnsinn und auch sonst ist man am Gehsteig nicht immer sicher.

      In Wien ist man damit als Autofahrer ein potentieler Mörder und als Fußgänger ein potentieles Opfer.

      Gefällt mir

    • der unterschied zum auto: – autos töten menschen (von einem fußgänger, der durch einen fahrradfahrer getötet wurde habe ich noch nie etwas gelesen)

      -autos brauchen für die gleiche anzahl an „menschentransport“ ca doppelt so viel platz wie fahrräder und zum abstellen ca. 8 mal soviel

      -autos nehmen momentan weit mehr öffentlichen raum in anspruch, als ihnen gemäß ihres anteils am verkehrsaufkommen (modal split) zustünde (was ein drittel wäre, de facto gibt es in wien kaum eine straße, die nicht mindestens zur hälfte für autos gewidmet ist.

      – autos bewirken auch nicht, dass arbeitnehmer weniger zeit zum arbeitsplatz brauchen als vor 100 jahren. das pro-auto-argument: „die größere straße spart den menschen zeit“ stimmt so nicht. es bringt nur den großkonzernen die möglichkeit, auf billigeren gründen (SCS,…) zu bauen und mehr geld zu horten => einkommensschere!

      – autos tricksen das menschliche hirn aus, indem sie im weismachen, man könnte praktisch ohne kraftanstrengung (gaspedal drücken) beliebige strecken zurücklegen. dass der besitz eines autos weit mehr als 200€ im monat kostet, erzeugt keine negative rückkopplung, da die abrechnung weit weg vom auto geschieht (dies ist der grund, weshalb der vorhergehende punkt nicht für großen widerstand in der bevölkerung sorgt)

      summa summarum verursachen autos weit mehr (so in dieser form nicht gewollte) änderungen an der infrastruktur (z.B.: auch das greißlersterben kann man auf die gestiegene motorisierung zurückführen), der gesellschaft und kultur (unsere großeltern spielten noch auf der straße, was heute nicht einmal mehr in „spielstraßen“ möglich ist, sondern mehr und mehr in käfigen stattfindet (wir sperren für das auto unsere kinder ein!)).
      ich finde auf diese zusammenhänge sollte man die parteien und die bevölkerung mal aufmerksam machen und dann schauen, wer sich noch traut gegen die menschen und für die autos einzutreten!

      Gefällt mir

    • Jaja, Fussgänger… wers glaubt. So einem Auto-Troll sollte man eigentlich gar nicht antworten. Wenn sie ein Viel-Fußgänger wären, würden sie schon wissen, dass man durch die aktuelle Radpolitik Fußgänger und Radfahrer gegeneinander aufhetzt, indem man den Straßenraum an Autofahrer verschenkt.

      Gefällt mir

    • Viel lächerlicher geht’s nimmer Immer dieses Gejammer und der Versuch, Fußgänger und Radfahrer gegeneinander auszuspielen. Radfahrer sind Schmarotzer, weil sie nicht für Radwege zahlen? Na, geschätzte user „Fußgänger“, zahlen denn die Fußgänger für die Gehsteige? So ein blödes Argument.

      Fakt ist, und das ist dutzendfach nachgewiesen, dass jeder Radfahrer der Allgemeinheit Geld spart, weil Radfahrer viel seltener krank sind. Siehe z.B. den Artikel in der diesbezüglich unverdächtigen „Presse“: http://diepresse.com/home/panorama/wien/633072/Studie_Radler-zahlen-fuer-PkwVerkehr

      Gefällt mir

    • – steurn zahlen steuern zahlen steuern zahlen

      was anders hast du wohl nicht im kopf, wie? ich zahl auch steuern für manche dinge, die mir nicht zugute kommen, aber vielleicht hab ich irgendwann auch was davon (zwangsweise).

      geh und troll dich.

      Gefällt mir

  2. Knoflacher und sein Stehzeug Ein wirklich tolles Interview der Zeit mit meinem Verkehrspolitik-Prof. Knoflacher! Seine Vorlesungen sind immer sehr erfrischend – da er einem einen anderen Blick auf Mobilität im Ganzen ermöglicht. Weiter so!

    Gefällt mir

    • Es ist wirklich erschreckend, wie sich die Menschheit an Absurdes gewöhnt ! Z.B. 80 kg Mensch verpackt in 1600 kg Blech (der Ur-Golf hatte noch 755 kg) angetrieben von einer Flüssigkeit, die man aus 1000en Meter Tiefe pumpt, als „normal“ zu betrachten – und jemand, der sich aus eigener Kraft fortbewegt als störenden Fremdling.

      Gefällt mir

  3. Und die Leopoldstadt tut alles, dass Autos ein gesunder Virus bleiben.

    Denn die Leopoldstadt hat die meisten mehrspurigen „Autobahnen“ die auch hohe Geschwindigkeiten zulassen (Handelskai, Lassallestraße, Nordbahnstraße, Praterstraße, Ausstellungsstraße, Franzensbrückenstraße, Praterstern, Obere- und Untere Donaustraße u.s.w.)

    Außer diese Straßen, haben auch z.B. Vorgartenstraße, Engerthstraße, Wehlistraße und viele weitere Straße, Gehsteigradwege, damit Autler von Radler nicht behindert werden.

    Und da muss sich was ändern, also weg mit der Radwegebenützungspflicht und weg mit den Rennstrecken.

    Gefällt mir

  4. was mich ein bisserl stört ist, dass die unterschiede zwischen „stadt“ und „land“ so gut wie gar nicht beachtet werden. was den städt. siedlungsraum betrifft kann man hk zustimmen, hier ist alles zu tun um den autoverkehr zurückzudrängen. am land ist die situation aber eine völlig andere. da führt am auto kein weg vorbei.

    Gefällt mir

    • Ist doch am Land das gleiche Die kleinen Greißler und teilweise auch Supermärkte in den Ortszentren sperren zu, und nach der Ortstafel wird ein Billa hingebaut. Und anstatt dass der Zuliefer-LKW einen km mehr fährt, fahren täglich hundert Leute mit dem Auto den einzelnen Kilometer zum Billa. (ich hab an sich nix gegen Billas, die kann man aber auch in Ortszentren ansiedeln)
      Ja, am richtigen Land braucht man im Moment den PKW. Aber von den vielen Zweit- und Drittwagen könnte man abertausende einsparen, wenn man gscheite Raumplanung betreiben würde (gibt eh auch positive Beispiele).

      Gefällt mir

  5. Grün will HOTEL am Bisamberg http://kurier.at/nachrichten/wien/2077793.php

    schließlich gibt es eine Gastronomie- und Hotelbauwidmung. Die Änderung dessen wurde von Grün abgelehnt.

    Reicht nicht schon die Verbauung vom Kahlenberg, vom Ex-IMAX Kino, … mit privaten Hotels?

    Und auch die Bebauung des Augartenspitz wird von Grün neuerdings toleriert!!! Das nennt sich die Grüne Wende.

    Gefällt mir

  6. my 2cents Ich fahre gerne mit dem Rad – doch im beruflichen Kontext außerhalb der City fast ein Ding der Unmöglichkeit: dzt. Projekt 20 km südlich von Wien, letztes am Stadtrand beim Großgrünmarkt.

    Die dzt. 32 km Pendlerstrecke in eine Richtung versuchte ich – dank U6 – auf 22 km mit dem Auto zu verkürzen. Doch… ähm.. P&R Siebenhirten ist nur umständlich zu erreichen (abends brauchte ich ca 5 Ampelphasen, um von der B17 abzubiegen, um dann vor einer vollen P&R Station zu stehen). Alt Erlaa ein Ding der Unmöglichkeit… So werden aus 40 min Fahrtzeit mit ausschließlich dem Auto locker 80 min (kombiniert). Komplett öffentlich geht schlicht und ergreifend nicht. Warum? Ab dem Bahnhof gibt es zum Gewerbepark (ca 6 km) nicht mal einen Bus. Wer in diesem Winter diese Fahrtstrecke mit dem Rad frühmorgens im Dunkeln fährt und abends bei eisigem Wind (ja, dort ist ein Windloch – der Flughafen Bad Vöslau ist nicht unüberlegt dort) ist mutig.

    Das letzte Projekt Stadtrand Wien: Öffentlich mit 2x Umsteigen morgens in 55-60 min erreichbar, abends nach 19.00 Uhr in ca 90min plus. Dem steht die Autofahrdauer mit 30 min entgegen. Bitte seht mir nach, dass ich nach einem 12 Stunden Tag nicht mehr gewillt bin, ca 1 Stunde bergauf-bergab zu strampeln (und ja, für 18 km brauch ich nun mal diese Zeit)

    Solange das öffentliche Verkehrsnetz nicht besser ausgebaut ist (und dabei leistbar) wirds kaum besser. Wien ist allein topologisch nicht mit Amsterdam zu vergleichen (auch nicht mit Stockholm oder Kopenhagen). In Bergen / NO sah ich auch kaum Fahrräder (der Name ist mit der Topologie fast gleichzusetzen ;-).

    Gefällt mir

    • Was spricht dagegen das Auto beim Bahnhof in Bad Vöslau abzustellen, mit dem Zug morgens hin, und die 6km dann mit dem Auto?
      Gut, ich weiß nicht, wo sie losfahren, aber oft frag ich mich schon, warum sich die Leute so anstellen. (Besonders bei Wienern hat man oft das Phänomen, dass sie sich nicht mal innerstädtisch S-Bahn fahren trauen, weil aufm Zug Breclav oder Reichenau draufsteht. Und bevor sie sich ein Ticket für die Außenzone kaufen, rufen sie sich ein Taxi 🙂 )

      Gefällt mir

  7. Die Dämonisierung des Automobils bringt nicht viel, weil die gegenwärtigen Infrastrukturen lassen kaum anderes zu, abgesehen von den Ballungszentren.
    In Wien läßt es sich locker auf das Auto verzichten.

    Ich arbeite im Nationalpark Donauauen. Orth, Stopfenreuth oder Eckhartsau, da bist du ohne Auto ziemlich hilflos unterwegs.
    Allerdings, was hier kaum beachtet wurde, Fahrgemeinschaften!

    Gefällt mir

    • desweiteren möcht man anfügen, NP, als Selbstdefinition, war und ist, sowieso nicht wirklich erfüllend.
      Das Leben ist diesseits.

      Gefällt mir

  8. Wie weit der Wahnsinn fortgeschritten ist… … sieht man auch an der neuesten Meldung des ORF:
    „Verpflichtender Fahrzeugelärm für E-Autos beschlossen“
    http://www.orf.at/#/stories/2046219/

    Statt dass man sich freut, dass mit elektrisch betriebenen Autos (wenn schon nicht der Stau) zumindest Abgase und Lärm reduziert werden, verpflichtet man dazu, künstlich Lärm zu erzeugen. Wie pervers ist das denn bitte?
    Ich würde eher die Lautstärke der E-Autos als Maßstab anlegen (weil dies heute technisch möglich ist) und alle Fahrzeuge, die lauter sind z.B. stufenweise aus dem Stadtverkehr verbannen.

    Kranke Hirne regieren diese Welt…

    Gefällt mir

    • Lautloses Fahren ist bei der möglichen Geschwindigkeit von Autos vor allem für Sehbehinderte eine zu große Gefahr. Jeder Mensch sollte schließlich auch dazu die Möglichkeit bekommen durch seine funktionierenden Sinnesorgane eine Gefahr rechtzeitig zu erkennen.

      Gefällt mir

    • Mögliche Geschwindigkeit? Dann muss halt mehr kontrollieren, damit die Leute nicht zu schnell fahren. Falls du 50km/h meinst – die schafft jeder halbwegs trainierte Mensch am Fahrrad zumindest für eine kurze Strecke. Und wenns bergab geht, sowieso.

      30er Zone wär in solchen Bereichen halt angesagt. Und die Zebrastreifen-Anhaltemoral müsste verbessert werden.

      Gefällt mir

    • Erm… Dass der Benzinpreis in beiden Graphen in den letzten 20 Jahren deutlich steigt, sieht man ja. Die Inflation des Nachkriegseuropas hat ja auch was mit dem Wiederaufbau zu tun.
      Für mich sagt der rechte Graph, dass es zuerst teuer war, dann im Wirtschaftsaufschwung billig wurde, und jetzt, durch Krisen, Spekulationen und beginnende Knappheit wieder teurer.

      Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.