„Ihr seid eine einzige Katastrophe!“

„Lieber cc
Ihr seid eine einzige Katastrophe!
Das ist nicht meine persönliche Meinung, aber das ist, was meine Schüler in der siebten Klasse AHS von euer Politik halten.
Vor 10 Jahren waren die Grünen cool, heute der HC.
Was macht ihr bloß für die jungen Burschen?
So wenig wie die Schulen. Die lachen über euch, wenn wir z.B. über Wirtschaftspolitik reden.
Überlegt in eurer Partei irgendwer, ob ihr die jungen Männer irgendwie ansprecht?
Überlegt ihr in eurer zukünftigen Schule, wie die Interessen der Jungs abgedeckt werden?
Die Mädchen schweigen, die Burschen lachen über eure Politik – ihr verspielt gerade die neue Generation und ihr merkt es nicht einmal.
lg teacher“
Diesen Kommentar möchte ich gerne „prominenter“ beantworten und freu mich auch auf andere Meinungen dazu.
„teacher“ kenne ich nicht persönlich, aber ich lese seinen blog regelmäßig und mit großem Gewinn. Auch wenn ich gelegentlich nicht seiner Meinung bin.
Meine Erfahrung mit Jugendlichen ist folgende.
Wenn es einen Termin gibt, den ich mit höchster Priorität behandle, dann Einladungen zu Schuldiskussionen.
Besonders seit das Wahlalter auf 16 herabgesetzt wurde, werde (nicht nur) ich immer wieder zu „Vierer-“ oder „Fünfer-Runden“ eingeladen, d.h. dass Vertreter der im Parlament oder Rathaus vertretenen Parteien dort miteinander und mit den Jugendlichen diskutieren.
Nach Dutzenden derartiger Veranstaltungen hab ich, anders als teacher folgendes Resume:
1.) Politik interessiert.
Auch jene, die ich mit meinen Positionen nicht überzeugen konnte, meinen dann oft: „Warum hören wir nicht öfters so direkt und unmittelbar von Politik? Heut hab ich erstmals manches verstanden“
Immer wieder erschreckt, wie die mediale Vermittlung von Politik ein totales Zerrbild dieser liefert.
2.) V.a. in höheren Schulen teilen ein großer Teil von jungen Frauen UND Männern unsere klaren Haltungen zu Umwelt, Bildung und Migration.
Schwieriger ist es in Berufsschulen, „verlacht“ wie teacher schreibt, ist mir noch nie untergekommen.
3.) Es kommt sehr auf die Sprache an. Es gewinnen jene von „uns Politiker/innen“ die direkt ,klar und mit Haltungen sprechen, und ja nicht in den Politikersprech verfallen.
4.) Wenn ich einer Position eines Schülers (oft heftig und eindeutig) widerspreche (was ich in der „Ausländerfrage“ häufig tue), anstatt ihm anbiedernd wischiwaschi recht zu geben, wird das sehr honoriert. „Ich wähl Sie zwar nicht, aber…“
Ganz grundsätzlich: Ja, auch mir wurde gar nicht selten entgegengehalten, wir seien zur „Weiberpartei“ verkommen.
Vielleicht spricht das teacher an, wenn Buben von ihm Strache cool finden, uns jedoch nicht.
Da juckts mich schon wieder mit ihnen zu streiten:
Dass es heute endlich möglich und selbstverständlich sein muß, dass Männer wie Frauen an der Spitze stehen.u.v.m.
Richtig spricht teacher eines an: Nicht nur in der Schule müssen wir (die Gesellschaft, und natürlich auch wir Grünen) uns um die Buben kümmern.
„Genderpolitik“ darf kein Synonym für Frauenförderung sein (Das ist es, auch bei uns Grünen gelegentlich)
Und abschliessend ein Tip an teacher:
Veranstalte an Deiner Schule eine Politikerrunde. Mir fallen auf Anhieb gar nicht wenige grüne Männer ein, die Deinen Jungs gehörig einheizen könnten.