4 Gedanken zu “„Was kommt, wenn grün kommt“ jetzt online

  1. Danke War sehr interessant, und rednerisch toll. Blogleser kennen die meisten Themen zwar schon, aber das war ja zu erwarten. Den einen Kommentar von wegen „Verdichtung nicht gut, da wir die Fläche für Energieproduktion brauchen“ hab ich nicht kapiert. Je mehr Verdichtung, desto mehr Fläche für andere Nutzungen bleibt ja übrig.

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  2. Grünes Desaster Das sehe ich in exakt einem Monat kommen… Die Grünen Visionen („Was kommt, wenn Grün kommt“) sind nach wie vor ausgezeichnet und erstrebenswert – allein, wer strebt sie wirklich an, außer einer handvoll engagierter Grün-Politiker?

    Die allermeisten sind mit Machtkämpfen beschäftigt und wollen nichts sehnlicher als endlich (gemeinsam mit den Roten) an die Futtertröge der Macht zu gelangen. Um jeden Preis. Das zeigt auch das peinliche Anbiedern an die Rathaus-Sozis, das unverdrossen seit Jahren(!) andauert.

    Wo war in den letzten Jahren die lautstarke Oppositionspolitik gegen die allmächtigen Roten in Wien? Dass die (schlechten) Pflichtschulen Landessache sind, ist keine neue Erkenntnis. Dass der öffentliche Verkehr nach wie vor keinen einzigen Autofahrer (Einpendler) zum Umsteigen animieren kann, ebenfalls. Wo waren die Proteste gegen die Fehlplanungen und -entscheidungen (Flächenwidmung, Stadtplanung, Einkaufszentren, Straßen/aus/bau, Wohnbau…) in den letzten fünf Jahren? Wie war das mit der Integrationspolitik? Gabs die in irgendeiner Form?

    Was haben die Grünen dazu gesagt? Nichts. Man will sichs ja nicht mit dem Wunschpartner verscherzen.

    Nein, liebe Leute, die Grünen haben es NICHT VERDIENT, in eine Regierung einzutreten. Sie werden sich glücklich schätzen (müssen), die 10%-Marke zu nehmen…

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    • @Gerard Ja, es gibt viele Gründe, uns Grüne zu kritisieren.
      Aber zwei von Dir formulierte Vorwurf find ich schlicht gesagt,völlig daneben:
      1. Dass wir uns an die SP anbiedern-das Gegenteil ist der FRall
      2.Dass die meisten von uns mit Machtkämpfen beschäftigt sind.

      „Wo waren wir…?“ fragst Du.
      So, jetzt hab ich mal kurz (nein bissl länger) nachgedacht, und rein willkürlich Aktionen und Projekte von uns zusammengefasst, die übrigens alle auch in verschiedenen Medien (von unserer homepage ganz zu schweigen) ihren Niederschlag gefunden haben.
      Sie widerspiegel die Vielfalt der Kommuinalpolitik
      Weiters habe ich ganz bewußt jene ausgewählt, die nicht primär von mir lanciert wurden und ohnehin hier am Blog beschrieben wurden (bikecities, Wientalradweg, etc.)

      Also-Was haben wir beispielhaft gemacht:

      1 PRATERVORPLATZ

      Die Wiener Grünen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Finanz- und Vergabedebakel rund um den Prater-Vorplatz aufgedeckt wurde. Der Generalunternehmer war ein mit der SPÖ befreundetes Unternehmen, die Kosten explodierten auf 60 Millionen Euro, der Generalunternhmer musste Konkurs anmelden und viele Einzelzulieferer verloren ihre Aufträge, Schulden wurden nicht bezahlt. Der Pratervorplatz ist auch ein städtebaulicher und stilistischer Tiefpunkt in Wien. Das Kontrollamt hat der Grünen Kritik Recht gegegben, die verantwortliche Stadträtin Laska musste ihren Hut nehmen.

      2 PSYCHIATRIE

      Die Grünen Wien haben durch Medienarbeit und politischen Druck nach verheerenden Missständen im Otto Wagner Spital die Untersuchungskommission Psychiatrie erwirkt. Nach einem Jahr Untersuchungskommission wurde nicht nur dem Thema Psychiatrie in der Öffentlichkeit viel Aufmwerksamkeit gewidmet, sondern die veraltete Großpsychiatrie auf der Baumgartner Höhe (Otto Wagner Spital) geschlossen, die Betten wurden in die Krankenhäuser Hietzing, ins Wilhelminenspital und ins Krankenhaus Nord abgesiedelt. Zusätzlich wurden im Otto Wagner Spital mehr Ärzte eingestellt. Eine weitere Folge der Untersuchungskommission waren eine Aufstockung der Betten an der psychiatrischen Abteilung für Kinder und Jugendliche im AKH und am neurologischen Krankenhaus Rosenhügel.

      3 NASCHMARKTGARAGE ABGEWENDET

      Eine breit angelegte Kampagne der Grünen – unter prominenter Beteiligung – wie etwa Robert Menasse – hat eine riesige Parkgarage unterhalb des Wiener Naschmarktes verhindert. Geplant wurde die Garage für 250 Autos, riesige Ein- und Ausfahrten sowie Entlüftungsschächte hätten den Naschmarkt nachhaltig beeinträchtigt. Außerdem wäre bei starken Regenfällen die Garage überflutet worden. Die Notwendigkeit einer Garage an einem Ort, der mit Verkehrsmitteln bestens angebunden ist (U4, U2, U1, sowie Busse und Straßenbahnen) war nicht gegeben.

      4 BACHERPLATZ-GARAGE ABGEWENDET

      Die Grünen Wien haben die BürgerInneninitiative Bacherpark unterstützt und bei den Protesten gegen eine geplante Tiefgarage unter dem Bacherpark mitgeholfen. Die Proteste mündeten in eine Besetzung des Parks, die Stadt Wien musste schließlich nachgeben und die AnrainerInnen zum Garagenbau befragen. Die Befragung ergab ein klares Nein, den AnrainerInnen blieb ein teurer und unnötiger Tiefgaragenbau erspart.

      5 LUEGERPLATZ GARAGE ABGEWENDET

      Die Grünen Innere Stadt haben sich von Anfang an vehement gegen ein weiteres sinnloses Garagenprojekt gewehrt und die BürgerInnen in ihrem Protest unterstützt. Unter dem Luegerplatz hätte eine Tiefgarage entstehen sollen, ein verkehrspolitischer Unfung in einem Bezirk, der so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen ist wie die Innere Stadt. Die Befragung der BürgerInnen endete mit einem Nein für die Garage, der auch ein Naturdenkmal einer sehr alten Platane zum Opfer gefallen wäre.

      6 JUGENDCAFÉ IM 8. BEZIRK (CAFE KAKADU)

      Die Grüne Bezirksvorstehung in der Josefstadt hat das Jugendcafe „Kakadu“ ins Leben gerufen. Im Jugendcafé Roter Kakadu wird den 12- bis 20jährigen Jugendlichen des Bezirkes seit Mitte Oktober 2008 ein sozialer Freiraum angeboten, in welchem diese ohne Konsumzwang, aber mit „professionellem Background“, einen attraktiven Raum haben: es gibt W-LAN, eine Surf-Station mit Flachbildschirm und Medien, sowie Zeitschriften sowie gemütliche Sofas und Kaffeehaus-Tischchen zum Genießen der hier zum Selbstkostenpreis angebotenen Bagels, Toasts oder Smoothies. Im Sommer wird ein Schanigarten den Raum erweitern.

      7 WIENER ZENTRALFEUERWACHE

      Die Grünen Wien haben es aufgedeckt: Die Generalsanierung der Zentralfeuerwache am Hof in der Wiener City wurde sehr viel teurer als geplant – statt der ursprünglich veranschlagten 16,8 Mio. Euro kostet es nun rund 50 Mio. Euro. Der Anstieg beträgt innerhalb von fünf Jahren rund 300 Prozent. Die Grünen Wien haben das Kontrollamt eingeschaltet – die Vorwürfe wurden bestätigt.

      8 MELDEZETTEL VERÄNDERT

      Nach Einführung der eingetragenen Partnerschaft wurden die Meldezettel insofern verändert, dass für den Familienstand eigene Rubriken eingeführt wurden, die für viele Betroffene ein „Zwangsouting“ darstellten. Nach der Grünen Kritik werden die Meldebestätigungen nunmehr ohne Familienstand ausgestellt.

      9 JÜDISCHE FRIEDHÖFE

      Seit Anfang 2006 kämpfen die Grünen Wien für den Erhalt der jüdischen Friedhöfe in Österreich, insbesonders den jüdischen Friedhof Währing. Dieser drohte durch Witterung völlig zu verfallen, die Grünen haben sich dafür eingesetztn, dieses wichtige Kulturerbe zu erhalten. Ende 2009 ist der Durchbruch gelungen: Bund, Länder und IKG (Kultusgemeinde) Wien einigten sich auf ein Sanierungspaket für die jüdischen Friedhöfe.

      10 NEUNERHAUS – Zahnklinik für Obdachlose

      Im gemeinnützigen Verein neuner HAUS, das obdachlosen Menschen in Wien ein neues Zuhause gibt, wurde nun eine eigene Zahnklinik für Obdachlose eingerichtet, wo barrierefreie Zahnbehandlung angeboten wird. Damit bietet das Neunerhaus, das 2001 als rot-grünes Projekt ins Leben gerufen wurde, eine weitere Hilfe für Obdachlose an.

      11 HOHE WARTE NATURARENA GERETTET

      Die Grünen Wien haben die Naturtribüne des Stadions auf der Hohen Warte gerettet. Direkt im Erholungsgebiet, am Sportareal der Hohen Warte hätte Bauland geschaffen werden sollen, etwa 4 Bauflächen à maximal 350 m² mit 4 Vollgeschossen. Dafür fehlte jegliche fachliche Begründung, lediglich die Pächter HW Hohe Warte Projektentwicklungs- und ErrichtungsgesmbH, eine Tochter der IG Immobilien (=Nationalbanktochter), hätte davon profitiert. Durch intensive Medienarbeit, gemeinsam mit der BürgerInneninitiative, konnte die SPÖ umgestimmt werden, der Flächenwidmungsplan bleibt so wie er ist, die Naturarena wird nicht verbaut.

      In diesem Sinne, geschätzer Gerard, schärfe Deine Kritik, wir brauchen sie, aber schau auch ein wenig hin, was passiert.

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  3. Inhaltlich großartiger Beitrag.

    Ich bin mir nicht sicher, ob das Publikum alle deine Gedanken ohne Vorwissen mitverfolgen kann.
    Wo liegt das Problem mit 2,2m Erdgeschosszonen?
    ungefähr: „Wir bauen Straßen und nicht, …. nach individuell städtebaulichen Verfahren, ….. je nachdem, wer dort was gwinnt,……. unterschiedliche ……. Artefakte in die Welt.“ -> ?????
    usw.

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