Wer fährt Rad in Wien? Die Gebildeten und die Reichen

Wer fährt eigentlich in Wien mit dem Fahrrad?
Dazu interessante Grafiken.
Dies war zu erwarten, es lohnt aber trotzdem, darüber nachzudenken.
Je höher der Bildungsstand, desto (deutlich) höher die Radnutzung.
Besonders ausgeprägt: Akademiker/innen

Quelle dieser Grafiken: MA18, Beiträge zur Stadtentwicklung (K.Czasny, J. Gielge)
Aus folgender Grafik läßt sich zweierlei fragen:
Wieso fahren mehr Männer Rad?
und:
Was ist mit den unter 30-Jährigen los?

Dies jedoch ist überraschend:
Je höher das Einkommen desto (ebenso deutlich) höher die Radnutzung.

Warum ist das so?
Auto hat offenbar noch viel mehr mit Status zu tun, als allgemein vermutet wird.
So bitte es klingt, aber man muß es so aussprechen.
Wer eine gute Bildung hat, oder gut verdient, kann es sich leisten, nicht im Auto sein Ego zu stärken.
Da steht objektive Gewinn des Radelns ( Wohlbefinden, Kosten-Zeitersparnis, kein Ärger beim Parkplazsuchen, etc.) im Vordergrund.
Ist es allzu „political incorrect“ diesen Schluß zu ziehen:
Wer arm bzw ungebildet ist, braucht das Auto als Egoersatz.
Oder gibts andere Ursachen.
Und v.a.
Welche Konsequenzen soll die Politik daraus ziehen?

26 Gedanken zu “Wer fährt Rad in Wien? Die Gebildeten und die Reichen

  1. Wohnort? Akademiker wohnen eher in Innenstadtnähe, daher eignet sich das Rad oft auch besser für bestimmte Wege. Wer auf geförderte Wohnungen zurückgreifen muss, muss oft weiter raus.
    Ich denk, dass bei der U30 Generation der gesundheitliche Aspekt keine so große Rolle spielt.

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  2. Vielleicht erklärt sich das über den Umweg des Wohnortes. Wer mehr verdient, wohnt im Speckgürtel oder im Grünen, wo das Radfahren attraktiver ist – oder andererseits innerstädtisch, wo die Wege kürzer sind. Müsste man sich genauer ansehen.

    Allein am Ego sollte es imho nicht liegen – zumal in den präsentierten Zahlen nicht klar ist, ob Herr/Frau Bildungsbürger nicht auch noch ein Auto als Ego-Booster in der Garage stehen hat, während er/sie das Rad nutzt.

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  3. Na ja. Die Korrelation zwischen dem Radfahreranteil und der Bildungrechtfertigt noch nicht die Aussage, dass die Leute öfter mit dem Rad fahren, *weil* sie eine bessere Bildung haben.
    Ich würde da mal sagen: wer gut verdient wohnt vielleicht eher in einer radfahrerfreundlichen Gegend.

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  4. Das wirklich Überraschende ist … dass die Reichen aufs Rad steigen statt sich vom Chauffeur kutschieren zu lassen. *ggg*

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  5. Hier ist der Link zur Studie:
    http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/studien/pdf/b008110.pdf

    Neben den anderen, schon vorgebrachten Einwänden:

    1.) Nicht mit dem Rad zu fahren bedeutet nicht automatisch Auto zu fahren. Öffis und zu Fuß bleiben als Alternativen übrig.

    2.) Es handelt sich um Selbsteinschätzung und das spiegelt häufig eher die Normen und Ideale einer Gesellschaft bzw. eines Milieus wieder, denn die Realität. Menschen lügen bei anonymen Umfragen.

    3.) Den größten Unterschied sehen wir beim Sommerradeln und die Fahrten zu Freizeitanlagen machen den höchsten Radfahranteil aus. Fitness ist eher bei Besserverdienern populär.

    4.) … unter anderem weil Büroarbeit und sonstige gut bezahlte Arbeit selten körperlich anstrengend ist.

    Zuguterletzt ist Ego-Bashing kontrproduktiv, fruchtlos und antihumanistisch. Selbstwertgefühl, Status, Anerkennung usw. spielen für Menschen nun einmal eine wichtige emotionale Rolle. Für Geringverdiener sind Autos aufgrund der Kosten praktisch automatisch ein Statussymbol.

    Der Begriff „Ego-Ersatz“ ergibt überhaupt keinen Sinn. Autos sind genauso viel oder wenig „Ego-Ersatz“, wie Theaterbesuche, ausgedehnte und häufige Auslandsaufenthalte, zeitintensiver Sonderlifestyle oder Freitag Taschen.

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  6. Um in Wien Rad zu fahren, braucht man 2 Tonnen Selbstbewusstsein, … und die absoluten Underdogs brauchen einen Bayrischen Migranten-Wagen.

    Was ich viel eher thematisieren würde:

    Warum radeln Leute, die längst schon den FührerInnenschein absolviert haben, die über 20, ja über 30 sind, so dermaßen dämlich (mit Ohrstöpseln, Handy am Ohr, bei rot über die Kreuzung, auf dem Gehsteig, mit Karacho an der Hausmauer entlang, drängen sich vor, …), wie man es bestenfalls 5-jährigen Kindern zubilligen würde ?

    Meine persönliche Vermutung: Weil sie als Kind (in dem Alter, wo man alles ausprobiert, auf die Schnauze fällt und die gröbsten Dummheiten danach bleiben lässt) nicht radeln durften, weil es ihre Eltern für zu gefährlich hielten.

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  7. Ich bin 25 Jahre. Ich wohne seit 4 Jahren in Wien. Ich habe keine Führerschein und werde ihn wahrscheinlich auch nie machen — wozu??? Man braucht kein Auto! Ich fahre immer mit den Öffis. Warum fahre ich nicht mit dem Fahrrad, obwohl ich gerne würde? Weil ich mich mit den Fahrradwegen überhaupt nicht auskenne. Ich hatte bisher noch nie Zeit, mich mit dem Wiener Fahrradwegenetz auseinanderzusetzen (das ist keine Ausrede, ich hatte wirklich noch nie Zeit). Auf der Straße will ich nicht mit dem Fahrrad fahren — das macht mir Angst. Wenn ich einmal Zeit habe, mich mit dem Fahrradwegnetz auseinanderzusetzen und herausfinde, dass dieses gut ist, werde ich sicherlich bei Schönwetter und wenn es nicht kalt ist, mit dem Fahrrad fahren.

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  8. „Ego stärken“ klingt mir auch zu sehr nach Klischee In den Kommentaren gab es bereits ein paar interessante Einwände, weitere zwei Punkte:

    Wer mit dem Geld gerade so auskommt wird sich die Investition in ein brauchbares Rad tendenziell weniger leisten können. Daher ist es schade dass offenbar nur der Radfahr-Anteil ermittelt wurde, nicht der Modal-Split als ganzes. Es wäre zu vermuten dass sich in den unteren Einkommensschichten die Verhältnisse eher zu den öffentlichen Verkehrsmitteln verschieben als zum Auto.

    Neben der Attraktivität des Wohnortes für das Fahrrad sollte man auch den Arbeitsort nicht vergessen. Mit steigenden Einkommen steigt die Wahrscheinlichkeit dass man in einem Büro im Zentrum arbeitet, was das Radfahren attraktiv macht. Um ein anderes Klischeebild zu verwenden: Von der Grossfeldsiedlung zum Industriegebiet Inzersdorf wird wohl kaum jemand mit dem Rad fahren. Und nicht weil er sich um sein Ego sorgen macht.

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  9. Wie schon gesagt wurde haben da wohl Wohnort-Bildung/Einkommen Korrelationen durchgeschlagen.

    Unabhaengig von den ergebnissen dieser Studie braucht es mehr Fahrradwege und dort wo es schon welche gibt braucht es oft bessere (sichtbarere) Radwege (Radfahrer werden viel zu oft hinter parkenden Autos versteckt) und bessere Autofahrer.

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  10. an cyote: Ich habe keinen Führerschein. Deshalb kenne ich die Regeln des Verkehrs nur mangelhaft. Deshalb fahre ich auch nicht mit dem Fahrrad auf der Straße. Ich bin ja nicht lebensmüde. Ich habe momentan keine Zeit, den Führerschein zu machen. Sage nicht, dass das eine Ausrede ist. Wie du sicher weißt, sind zwei Dinge auf der Welt sehr begrenzt: Zeit und Geld. Man muss sich seine Zeit und sein Geld einteilen. Man hat nicht für alles Zeit und Geld — auch nicht für alles, was für die Welt gut ist.

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  11. studie ich würde mal bei den jungen frauen den zusammenhang dresscode und radbenutzung ins gefecht werfen – mit high heels oder Frauenzeugs radelt es sich nur beschränkt gut – ui, jetzt steh ich sicher tief im Fettnapf. Aber im Ernst – ich bin, als ich in Wien gewohnt habe, öfters aus Kleidungs-Gründen nicht mit dem Radl gefahren.
    aber im Ernst – viele Frauen kaufen am Weg von oder zur Arbeit noch ein oder bringen die Kinder in Schule oder Kindergarten, das geht auch nicht immer mit dem rad. Klar das klingt nach Klischee, aber leider ist das noch sehr oft eher für Männer als für Frauen Alltag.
    und zum Winter: der beissende wiener eiswind machts auch oft nicht ganz leicht.

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  12. umso mehr ich nachdenke umso weniger verstehe ich die einkommensgrafik. was soll das haushaltsnettoeinkommen (also das gesamteinkommen des haushalts in dem ich lebe, oder?) uns in dem zusammenhang bitte erzählen? vielleicht zB, dass halbwüchsige, die in familien leben, deren haushaltsnettoeinkommen etwas über dem haushaltsnettoeinkommen von singlehaushalten liegt öftermal mit dem rad fahren? dass sich mehrkindfamilien keine autos leisten können? dass das eine auto für den weg in die arbeit verwendet wird und der zuhausebleibende elternteil mit dem fahrrad einkaufen fahren muss? fragen über fragen.

    ich fürchte, der zusammenhang ist bei licht betrachtet völlig unbrauchbar…

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  13. Die GEBILDETEN und REICHEN sollen nach Möglichkeit auch mal Rad fahren lernen.
    Ich, ungebildet – dafür reiche Eltern – weiß jetzt warum ich in Wien nicht mit dem Rad fahre.
    Danke dafür Herr C.

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  14. 123 Schön und gut die GRafiken, aber eine Grafik fehlt hier … wie siehts mit der Autonutzung aus?

    Es is leicht zu sagen „ey, dumme menschen fahren auto, Kluge fahren Rad“ oder „Haushalte mit wenig geld fahren weniger Rad als Haushalte mit mehr einkommen“ ..

    Ist euch evtl in den Sinn gekommen das zB die Haushalte mit dem Nettoeinkommen bis 800 Euro auch kein Auto haben? Das die sich zB weder Rad noch auto leisten können? Wo ist die Statistik dazu wieviele von den Reichen und Klugen radlern AUCH auto fahren?

    Grade die Leute mit einkommengrenzen jenseits der 3000 Euro haben kein Problem sowohl Rad als auch Auto zu fahren.

    NUr so dahingestellt ist diese Statistik blanke Verhetzung!

    Mfg

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  15. Es ehrt die Kommentarschreiber hier… …dass sie sämtlich die politisch korrekte Position einnehmen und das Nicht-Radeln der „Armen“ auf Faktoren wie Wohnort, Arbeitsort usw. zurückführen.

    Aber, auch wenn wir’s nicht wahr haben wollen und wenn’s unerhört klingt: es ist nun mal tatsächlich so, dass „arme“ und „ungebildete“ Menschen sich auch (AUCH! also unter anderem!) aus Image-Gründen nicht aufs Rad setzen.

    Ich bin viel mit dem Rad unterwegs, und habe mit allen möglichen Leuten zu tun. Und so Blödheiten wie „Kannst dir kein Auto leisten?“ hör ich NUR von „armen“ Menschen. Genauso wie ich den Eindruck habe, dass bei „armen“ Leuten das Auto als Statussymbol viel viel wichtiger ist (ja, auch bei den „Reichen“ gibt es viele, die das Auto als Statussymbol brauchen, Jaguar-Fahrer und Konsorten. Aber dermaßen mehrheitsfähig ist so eine Einstellung bei den „Reichen“ sicher nicht.) Besonders bei jungen Menschen ist das eklatant: kein Student würde sich ein Auto zum Angeben kaufen – während das bei Lehrlingen gang und gäbe ist. Abwertende Bezeichnungen wie „Sandlertaxi“ fürs Fahrrad habe ich immer nur von „armen“ Leuten gehört.

    Fazit: ob ihr’s hören wollt oder nicht – „arme“ Menschen meiden auch deshalb das Rad, weil sie Angst haben, sie könnten dadurch „arm“ erscheinen.

    Problem ist das aber trotzdem keins, meine ich. So wie viele andere Sachen, z.B. Mitarbeit des Mannes in Haushalt und Kindererziehung, erst in der gebildeten „Elite“ einsetzen und dann nach und nach mehrheitsfähig werden, wird das Gleiche beim Radeln passieren. Wenn die „Armen“ realisieren, dass die „Reichen“ das Auto gar nicht mehr als Statussymbol verwenden, wird es auch für sie selbst uninteressant. Und wenn’s in Österreich dann auch mal so weit ist, dass Manager, Politiker, TV-Stars usw. ganz selbstverständlich das Radl als Alltag-Verkehrsmittel verwenden (und nicht nur für Sonntagsfotos aufs Rad steigen), dann werden auch die „Armen“ ganz selbstverständlich Rad fahren.

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  16. Fahrradfahrer brauchen dringend eigene Highwaystraßen durch ganz Wien.
    Man nimmt dazu am besten Nebenfahrbahnen und macht die Durchfahrt nur mehr für Radfahrer, öffentlichen Verkehr, Einsatzkraftfahrzeuge, Lieferverkehr und Anrainer mit Auto zugänglich. + Eine 30er Zone durch diese Straßen. +Parkplätze reduzieren oder streichen, wenn notwendig. So reduziert sich der Verkehr in diesen Straßen massiv, und der Radfahrer hat seinen Highway.
    Zusätzlich müsste man Schrägparkplätze entfernen, da sie nur Gefahren bergen.

    Das wäre auch in Wien machbar und würde den Radverkehr massiv fördern.

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  17. Gefährlich Autofahren als Egoersatz (was soll das Wort Egoersatz genau bedeuten?) — Eine sehr gefährliche Argumentation, wie ich finde. Es kommt ja wohl sehr stark darauf an, wo man wohnt, würde ich sagen. Natürlich kann ich, wenn ich im 5. Bezirk wohne, locker auf die TU per Fahrrad fahren. Nicht mehr ganz so toll ist die zB. Ausgangssituation vom 19. in den 11.

    Die Wiener Radnetzpolitik ist lächerlich. Man rühmt sich bei 500m langen Radstreifen gegen Einbahnen, die dann im Nirvana enden.
    Verwechseln Sie bitte Autofahren als Egoersatz nicht mit Autofahren aus Bequemlichkeit. Wer wirklich schon mal in Radfahrerfreundlichen Gegenden war (Kopenhagen zB.!) kann nachvollziehen, dass die Wiener lieber ins Auto steigen. Ganz einfach.

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  18. Ist es allzu „political incorrect“ diesen Schluß zu ziehen ?
    ja.

    ich mein, wie abgehoben kann ma eigentlich sein?

    so, ich setz mich jetzt in meinen aufgemotzten honda und fahr innenbezirk-bobos erschrecken.

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  19. gefragt – geantwortet – reaktion? CC bitte auch auf die vielen kommentare eingehen. wurde neulich öfters genannt, dass feedback auf kommentare sehr wünschenswert wäre, um den blog lebendig und interessant zu halten.

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  20. was man nicht vergessen darf: auch ein rad kann ein status symbol sein. mit einem 200€ teuren klapprad in der arbeit aufzutauchen kommt weniger gut als mit dem 4000€ teuren super carbon bike.

    bezüglich der mann/frau-schere meine theorie: männern ist es entweder wurscht ob sie verschwitzt in die arbeit kommen oder sie sehen es fast als ein bisschen „heroisch“ an während frauen da ein wenig feinfühliger/gschamiger sind.

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  21. Ich denke das hat alles nichts mit Status zu tun. Nur weil man öfter Fahrrad fährt, heisst das noch lange nicht, dass man nicht trotzdem ein Auto besitzt. Die Studie, dass gebildete Leute über 30 weniger wahrscheinlich ein Auto BESITZEN (nicht nutzen) sind Sie uns noch schuldig. Außerdem spielt der Wohnort, wie schon mehrfach erwähnt eine wichitge Rolle.

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  22. junge Rad fahrende ad „Was ist mit den unter 30-Jährigen los?“

    Dazu muss ich sagen, dass in meinem eigenen Bekanntenkreis aufgefallen ist,
    a) viele Wiener Rad fahren in Wien für zu gefährlich, unmöglich, langsam und unbequem halten während
    b) die meisten meiner zugezogenen Freunde (Frauen vom Land, die meisten) gern und viel Rad fahren, weil sicher, schnell und billig.

    Ich glaub daher, dass viel Bequemlichkeit und Angewohnheit zu tun. Wer ein super öffentliches Verkehrsnetz hat, wenn er aufwächst (oder immer mit dem Auto zur Schule chauffiert wird), probiert das Fahrrad nach der Kindheit gar nicht mehr aus. Fährt weiter öffentlich, oder steigt auf das „schnelle“ und „bequeme“ Auto um.

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  23. Naja… Es tut mir leid, aber die Dir scheinbar zwingende Schlußfolgeurng, die mit ihrer political incorrectness kokettiert, scheint mir nicht nur irrig (die Schlußfolgerung läßt sich aus den Angaben nicht direkt ableiten; Fragen zu den Motiven – auch der Autofahrer – wären da hilfreicher), sondern typisch für einen Dünkel, den die Besser Verdienenden und „Gebildeten“ recht gern an den Tag legen. Vermutlich kommt der Rückschluß auf die Mentalität der geinger Gebildeten sogar nur dann in den Sinn, wenn man bereits vorab ein Urteil über diese gefällt hat.

    Der Grund meines Einwands: ich kenne die Wiener Situation zwar nicht und kann nur meine Berliner Beobachtungen übertragen; allerdings zeigen diese, daß Radfahrer grundsätzlich die rücksichtslosesten Verkehrsteilnehmer sind udn Fußgänger weitaus stärker gefährden als Autofahrer. Daß auch trotz vorhandener, gut ausgebauter Radwege prinzipiell auf dem Bürgersteig gerast wird, Fußgänger ohne zu Klingeln nur mit einer Handbreit Abstand von hinten passiert werden etc. gehört beinahe zum Alltag, und potentiell lebensbedrohlichen Situationen bin ich mehr als nur einmal nur mit Glück entgangen. Die Radfahrer selbst treten jeder Kritik – und auch Fußgängern und Benutzern der Öffentlichen – dabei prinzipiell mit dem Gestus gegenüber, die besseren Menschen und daher zu allem berechtigt zu sein, und behandeln andere Verkehrsteilnehmer mit beben jener Verachtung, die bei den sich gern für tolerant und aufgeklärt haltenden Schichten üblich ist. Auch die Beobachtung dieses sehr aristokratenhaften Dünkels bei vielen anderen Gelegenheiten trägt dazu bei, daß mir die Schlußfolgerung eher so mitiviert scheint (zur Info: ja, ich verfüge über akademische Bildung, nein, ich fahre nicht Rad, sondern Bus und Bahn, und zu guter Letzt: ich unterhalre mich mit anderen Gebildeten *und* mit „Proleten“, was vielleicht eine andere Sichtweise bedingt 😉

    Dessen unbenommen: die von anderen Kommentatoren vorgetragenen, sehr schalichen Einwände scheinen mir durchaus näher an der Realität zu liegen.

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  24. Das Auto ein Statussymbol? Wenn die „Reichen“ mit dem Rad unterwegs sind, wie kann dann das Auto ein „Statussysmbol“ sein? Wenn es ein Symbol wäre, dann doch nur mehr ein „arme Leute Symbol“. Schau her, ich bin arm, ich muß mit dem Auto fahren.

    Oder zieht da wer die falschen Schlüsse aus unvollständigen Angaben?
    Z.B.:
    – Anteil der Befragten die für mindestens 1 Wegezweck hauptsächlich das Fahrrad benützen. – Wieviel „Wegezwecke“ haben denn die? Für einen das Fahrrad und die anderen 10?

    Welche Konsequenzen die Politik daraus ziehen soll? Vielleicht einmal ganz einfach eine gründliche „IstZustandErhebung? Dann einmal die Frage stellen, was der Bürger eigentlich braucht?

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  25. Tolle Studie, vorallem sehr aussagekräftig. Typisch Chorherr = Leute an der Nase herumführen ….. Warum sind den in Josefstadt die meisten SUV zugelassen? Da fährt es sich dann leicht mit dem Rad wenn man keine weiten Wege hat.

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