Endlich gefunden: Der schöne Fahrradhelm

Diese Entdeckung mußte in meine aktuelle Mobilitätskolumne im falter

credits: dank an corn
“Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.” Sechs Tage lang.”Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut.”
Dann verschweigt uns die Genesis etwas. Denn Gott muß daraufhin der Schalk gepackt haben.
“Denn am siebenten Tag schuf Gott den Fahrradhelm, und lächelte schelmisch.”
Ach, der Fahrradhelm. Kaum jemals wurde eine häßlichere Art geschaffen.: Als hätte Gott eine Schildkröte gepackt, diese in eine evolutionäre Windmaschine geworfen, den Motor auf Vollgas gestellt und dann ein paar hundert Millionen Jahre gewartet. Und erst das hintere Ende: Wie “der Bischof” bei einem frisch gerupften Huhn reckt sich da ein Fortsatz in die Höhe, dabei, ach lieber Gott, wollen wir Alltagsradler doch bloß unseren Kopf schützen.
Darf ich aus dem Innersten meiner kleinmütigen Seele berichten? Ich war, bis vor Kurzem, einer jener überwältigenden radelnden Mehrheit, die selten bis nie einen Helm getragen haben. Ja, es war pure Eitelkeit. Auch, wenn man sich keinen ästetischen Schock verpassen will, und sich mit diesem Alien am Kopf im Spiegel betrachtet, so ist es doch unvermeidlich, an Geschäften vorbeizuradeln, in deren Glasscheiben sich die Peinlichkeit spiegelt, und man immer wieder grausam erinnert wird, wie man damit aussieht.
Aber Gott ist nicht nur allmächtig, auch seine Güte ist grenzenlos.
So schuf er die Lombardei und seine geschäftstüchtigen Menschen, und beschenkte manche von ihnen mit der wundersamen Begabung, schöne Dinge zu entwerfen, um damit Seinen Namen zu preisen.
Mitten in der Lombardei, in einem Ort mit dem wohlklingenden Namen Chiuduno gibt ein Unternehmen, das, zugegeben weniger schön “Kask” heißt. Den dort schaffenden Menschen gelang etwas, was nicht hoch genug zu preisen ist.
Sie formten einen Fahrradhelm, der meine tief, ganz tief verankerte Abscheu in Wohlgefallen umschlagen ließ. Nein mehr noch: Es macht geradezu Freude, dieses edle, zugegeben nicht ganz wohlfeile Stück zu tragen. Aber eine schicke Handtasche, welche die weibliche Hälfte der Menschheit gelegentlich erwirbt, ist ja, so hört man, auch nicht immer billig.
Und weil Konvertiten immer die Schlimmsten sind, springt mir erst jetzt ins Auge, wie gefährdend es ist, keinen Helm zu tragen: 4300 Kopfverletzungen von Radler/innen gibt es in Österreich jedes Jahr. In Wien sind mehr als zwei Drittel der Radler ohne Helm unterwegs, und verdrängen die Brutalität physikalischer Grundgesetze.
Wenn es erlaubt ist, einen falter-Kollegen, Christopher Wurmdobler zu zitieren:” „Ein Sturz mit dem Fahrrad bei 25 Stundenkilometern entspricht einem Köpfler aus einer Höhe von 2,5 Metern – und das auf Beton.“ Womit noch einmal die total unterschätze Kraft der Eitelkeit dokumentiert ist, denn jahrzehntelang war auch ich ohne Helm unterwegs, eingedenk, dass das sehr gefährlich ist.
Zum wunderschönen Objekt der Begierde: Sanfte Rundungen, ein ebenso praktisches wie spacig wirkendes Visier, sowie dezentes Schwarz verleihen dem Kopf das Aussehen einer sympathischen, gütige Wiedergeburt von Darth Vader. Zwei Helmgrößen, jede zusätzlich mittels Stellschraube stufenlos auf die ideale Kopfgröße einstellbar, lassen ihn ebenso fest, wie, dank textiler Einlagen, bequem tragen.
Das herunterklappbare Visier schützt bei höheren Geschwindigkeiten vor lästigen Insekten wie vor Sonne, darunter kann man eine Brille tragen, und außerdem, tja, ist dieses sicher auch dem Designer eingefallen.
Zum Preis: Klar gibt es billigere, viel billigere Helme. Aber 137 Euro ohne Visier, dieses zusätzlich 38 Euro sind angesichts dessen, was den Wert eines Kopfes samt Inhalt ausmacht, eigentlich ziemlich gut investiert.
zu bestellen: hier

credits: dank an corn
Edit: danke für die Zusendung weiterer schöner Fahrradhelme.Vielleicht wirds eine kleine Sammlung:
1. dieser
2. auch dieser schaut sehr gut aus
wer kennt noch welche?

12 Gedanken zu “Endlich gefunden: Der schöne Fahrradhelm

  1. Sieht goil aus. Aber: „Aber 137 Euro ohne Visier, dieses zusätzlich 38 Euro sind angesichts dessen, was den Wert eines Kopfes samt Inhalt ausmacht, eigentlich ziemlich gut investiert.“

    Die 100 Euro Aufpreis gegenüber andern Radhelmen machen ihn ja nicht unbedingt sicherer (evtl. schon, aber nicht belegt), sondern nur schöner.

    Und:“Ein Sturz mit dem Fahrrad bei 25 Stundenkilometern entspricht einem Köpfler aus einer Höhe von 2,5 Metern – und das auf Beton.“

    Kommt dran an, wie man stürzt. Ich bin als Kind oft gestürzt, und noch nie hat mein Kopf dabei Beton berührt.

    Allerdings: Ich fahr mit Helm, und im Alltagsverkehr würd dieser hier schon wesentlich besser aussehen. Kostet halt nur halb so viel wie mein Fahrrad.

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  2. Naja… Schlüsselkriterium für Radfahren ist, dass es einfach, schnell und ohne Zusatzausrüstung möglich ist.
    Helme machen Radfahren ganz einfach umständlicher. Das ist auch für mich auf meinen Fahrradwegen – und das sind sehr viele – ein Hindernis einen Helm aufzusetzen. Ich müsste ganz einfach immer ein zusätzliches Zeugs herumschleppen.
    Ich halte das Hochrüsten im Verkehr für problematisch. SUV, Helme mit Visier, Warnwesten für Fußgänger…. Wo führt das hin? Wann kommt der Helm für das Überqueren von Schutzwegen. Statistisch betrachtet wäre das durchaus begründbar. Ebenso wie der Helm bei Haushaltstätigkeiten oder beim Fußballspielen.
    Letzlich ist Helmtragen beim Radfahren wohl sinnvoll, ein Zwang dazu wäre allerdings kontraproduktiv.

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  3. und wieviele? > 4300 Kopfverletzungen von Radler/innen gibt es in Österreich jedes Jahr.

    und wieviele davon landen im gesichtsschädel? also dort wo der helm nicht nur nix nützt sondern auch noch die schwungmasse erhöht.

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  4. Absolut uncooler Kochtopf ! Kein Lüftungsschlitze – damit sinkt die Tragebereitschaft (bei mir waren bei meinem alten Bell die Pads zum Auswinden, wenn ich im Büro angekommen bin, von Bergfahrten gar nicht zu reden). Einmal, in Schweden anno 93, hab ich ihn in einer brenzligen Situation nicht auf dem Kopf gehabt: Als es mir die eine Lowrider – Tasche ausgehängt hat…
    Jetzt trage ich einen Giro Pneumo, der ist gut belüftet (hab ihn gottlob nicht selbst zahlen müssen).

    Und das Visier: da gab es so Anfang der 80er einen Bell – Helm mit integriertem Visier. Ist aber bald in der Versenkung verschwunden.
    Kein Wunder: Schon mit Brille hast du das Problem – vor allem, wenn es kalt ist –
    dass sie beim Ampelstopp anläuft.
    Nein, danke !

    Aber Erfahrungen muss man halt selber machen, das kann einem keiner abnehmen…

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  5. von der Weltenergiekrise bis zum Styleguide für Radhelme – beachtliches Spektrum hier, alle Achtung.

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  6. Wie war noch mal… …der Grund, warum Leute keinen Helm tragen wollen?

    Ach ja, ich weiß schon wieder: die Frisur. Stimmt’s?

    PS: Ich bin stolzer Helmradler. Wenn ich absteig schnall ich ihn an eine Gürtelschlaufe und flanier als stolzer Radler durch die Welt.

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  7. Gibts dazu auch Tests? Die Optik ist ja nett, aber gibts auch verlässliche Tests, dass dieser Helm wirklich das tut, was er soll, nämlich den Kopf schützen?

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