Endlich: Wiental-Highway kommt

Ab 2010 wird der Wiental-Highway befahrbar sein.
Heute siehts im Wienflußbecken so aus:

Ab nächstem Jahr so:

Seit vielen Jahren arbeiten meine Kollegin Sabine Gretner und ich daran (und hier am blog wurde öfters berichtet)
Jetzt kommt er.
Stolz auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben (die Stadträte Schicker und Sima, Sabine Gretner, SP-Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer und ich)
Wientalhighway heisst:
Im Wienflussbecken wird für Fußgänger, Radler und Skater grosszügig (4 Meter breit) Platz geschaffen.
Ab Hütteldorf (wo es ihn stadtauswärts bereichts gibt) kommt jetzt als erste Etappe eine knapp 3,5 Kilometer lange Verbindung stadteinwärts, unter der Kennedybrücke durch;
Rampen verbinden den Rad-Highway mit Radverkehrsanlagen im 13. und 14. Bezirk.
Aus dem Wienfluß führt dann der Weg (kreuzungsfrei!) zum Radweg auf der Schönbrunnerstrasse, entlang dem Schlosspark.
Ich halte das für eine beachtliches Angebot für uns Radler. Von Hadersdorf bis zum Schloss Schönbrunn ohne Kreuzung!
Hier paar Details:
Der bereits bestehende Wiental-Radweg von Auhof bis zum Hackinger Steg soll bis zur Kennedybrücke verlängert und durch den Bau neuer Rampen an das Radwegehauptnetz angeschlossen werden.
Die Magistratsabteilung 45 – Wiener Gewässer errichtete im Jahr 2005/06 im Bereich der Wehranlage Auhof bis Hackinger Steg den ersten Abschnitt des „Wiental Highway“. Bis Ende 2010 soll nun der „Bedienweg“ (so der rechtlich korrekte Titel, anders wäre es sehr schwierig und teuer gewesen) im Wienflussbett bis zur Kennedybrücke verlängert werden
. Geplant ist auf der knapp 3,5 km langen Distanz ein gemischter Geh- und Radweg, wobei damit vor allem für RadfahrerInnen eine attraktive west-, ostorientierte Route von Auhof in Richtung Stadtzentrum geschaffen wird. Der 4 Meter breite Weg führt künftig auf der linken Seite des Wienflussbettes entlang. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf ca. 4,8 Millionen Euro.
Der „Wiental Highway“ wird mit den wichtigen Brücken bzw. Radrouten verknüpft, wobei diese Anbindungen auch als Teil eines Fluchtwegekonzepts im Falle von Hochwasser behindertengerecht ausgeführt werden. Für einen möglichst direkten Zugang zum „Wiental Highway“ ist die Errichtung folgender Rampen- bzw. Stiegenanlagen vorgesehen:
Rampe St. Veiterbrücke
bestehender Stiegenaufgang bei U4 – Ober St. Veit
Rampe Astgasse – hier soll durch den geplante Steg Astgasse, der in einem eigenen Projekt ausgeführt wird, auch die Erreichbarkeit der Linie U4 ermöglicht werden.
Dies Anschlussrampen werden so gebaut, dass sie auch bei einem 10-jährigen Hochwasser noch immer einen entsprechenden Schutz gewährleisten.
Die Anbindung an die Kennedybrücke erweist sich als technische Herausforderung: der Rad- und Fußweg wird nach Unterquerung der Brückenkonstruktion, des der bis dahin im Flussbett befindlichen Betriebsweges, auf ein Niveau knapp unterhalb der Brücke geführt. Technisch wird dies ermöglicht, durch eine an der linken Wienflussmauer montierte Rampe, die schließlich in den Hadikpark einmünden wird.
Schliesslich noch ein Wort zu den Kosten (da sich sicher einige darüber aufregen werden)
An der Finanzierung „hing“ es auch sehr lange.
Ein einziger kleiner Vergleich, um die 4,8 Mio Euro einzuordnen.
Ich spare mir jetzt Beispiele für Strassenumbauten anzuführen, über die niemand berichtet, obwohl sie deutlich teurer sind.
Ich vergleiche diesen Wientalhighway nur mit der neuen Metallpergola am Praterstern.
Schon davon gehört?
Wahrscheinlich nicht.
Sie hat über 7 Mio Euro gekostet!
Ich halte es für gut und überfällig, endlich einmal eine grosszügige Einrichtung für Radler zu bauen.
Eine, die nicht aus dem Radbudget kommt.
Eine, über die Wien spricht.
Damit wir einen kleinen Schritt Richtung Kopenhagen und damit zu einer ausgeprägten Fahrradkultur machen.

25 Gedanken zu “Endlich: Wiental-Highway kommt

  1. Wientalhighway Endlich gelungen, gerade ein vom Autoverkehr getrennter Radweg ist besonders attraktiv. Auch wird endlich im Westen WIens wieder einmal etwas investiert!

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  2. gratuliere kannst du den schwung nutzen, gleich auch die idee der radweg-brücken an der 2er-linie wiederzubeleben?
    cheers
    axel

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  3. Spitze! Bedenken hab ich nur bei den Fußgängern. Hoffentlich spaziern die nicht dauernd zufünft nebeneinander herum. Bei vier Metern Breite sollts aber funktionieren. Auf jeden Fall besser als das Chaos bei der Kennedybrücke.

    Leider sieht man an dem Beispiel aber auch, dass solche Projekte nur dann möglich sind, wenn man den Autofahrern 0,0 m² wegnimmt. Stadteinwärts wäre so ein Projekt nämlich noch viel wichtiger.

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  4. Na endlich Ich wohne genau neben dem Wienfluss und freu mich irre dass es endlich durchgesetzt wurde dass diese wertvolle Fläche sinnvoll genützt wird.
    Letztes Jahr war ich in Amsterdam und war dort mit dem Bike unterwegs. Herrlich so nett!

    Denke auch dass es endlich den Wienfluss beleben wird.

    Jetzt kann ich endlich meine rad aus dem Keller holen und bin sicher schnell in der Stadt!
    Bravo!

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  5. Kreuzungsfrei gen Westen Super, dass diese kreuzungsfreie Verbindung nach Westen jetzt endlich umgesetzt wird. Wer einmal über die Auhofstraße geradelt ist, weiss wovon ich spreche. Damit wird der Westen, zB Ha-Wei für RadlerInnen aus der Stadt viel attraktiver.

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  6. Rad „Highway“ Die Radfahrer passen auf keinem gemischten Radweg auf, die fahren über Ihren Lenker gebeugt was das Zeug (Rad) hergibt ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin gehbehindert und mit meinem Hund (an der Leine) und mit einem 5 jährigen Kind dort öfter unterwegs – wir wurden schon beschimpft, angefahren – sowohl der Hund als auch das Kleinkind, mir hat schon einige male ein Radfahrer den Stock weggefahren. Wir fürchten uns, aber es gibt halt in der Gegend nichts schöneres zum spazieren gehen. Die Raser sollten sich an der Nase nehmen und dort auch nur Radwandern – langsam fahren.

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  7. Na endlich wird etwas vernünftiges gebaut. An die Kritiker: Auf der Donauinsel funktioniert es auch, auch dort gibt es Raser. Dort hat es sich aber schon eingebürgert das man auch auf der Seite gehen kann und nicht in der Mitte.
    Vielen Dank! Weiter so……….

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  8. Kopfsteinpflaster Aber hoffentlich nicht wieder mit so mühsamem Kopfsteinpflaster wie auf der bereits bestehenden Strecke

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  9. highway ?? typisch wienerische schönrederei mit modernem englisch.

    „autobahnen“ für den motorisierten verkehr sind nämlich mindestens zweispurig in jede richtung und OHNE kreuzung!!

    der „highway“ mit seinen 4m breite entspricht höchstens einem zweirichtungsradweg (je richtung ein radweg, da mindestens 1,5m breite nötig) und MIT kreuzungen (wie käme man/frau sonst auf die rampen?)!!

    es wäre schon ein fortschritt, gäbe es wirkliche rad-STRASSEN (ohne PKW, LKW und fussgängerInnen, z.b. die Argentinierstrasse, die Ettenreichgasse, Pfeil-/Zeltgasse, Stoll-/Lindengasse, …) als schnellverbindungen und nicht nur rad-WEGE und rad-SPUREN.

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  10. juhu! gratulation und vielen dank für das jahrelange engagement. schade, dass dieses projekt über so lange zeit immer wieder verzögert wurde. die tinte ist eh schon trocken? 😉

    eine frage habe ich noch. ist auch eine renaturalisierung des wienflusses in dem bereich geplant? ohne bepflanzung wirds zumindest recht anstrengend werden, der verkehr darüber ist doch nicht so schwach.

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  11. Toll Tolle Sache, die Kosten sind allerdings gleich ein Fall fürs Kontrollamt.
    Wieso kostet 1 km Bedienweg ca. 1,3 Mio Euro oder rund 17 Millionen Schilling?
    Das ist schon enorm.

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  12. Radfahrer und Fußgänger auf so engem Raum halte ich für brandgefährlich, das wird Mord und Todschlag geben. Schade, dass die Variante bis zum Naschmarkt gestorben ist, das wäre konsequent gewesen. Aber als Radfahrer in einer radikal auf Autoverkehr ausgelegten Stadt ist man ja Kummer gewöhnt……

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  13. schön für Freizeitradler… aber ungeeignet wenn man das Rad als Verkehrsmittel verwenden möchte.

    Ich verstehe das Konzept beim besten Willen nicht – ein gemischter Rad- / Fußweg?! DAVON haben wir genug in Wien – und dass das eben nicht gut funktioniert kann man jeden Tag beobachten. Konflikte sind schon jetzt vorprogrammiert – ganz logisch. Damit ist weder den erholungssuchenden Fußgängern noch den Radfahrern geholfen.

    Ich halte das in etwa für genauso sinnvoll wie eine gemischte Bus- /PKW-spur auf der Strasse – da läßt man’s am besten einfach gleich bleiben.

    Die hier in den Kommentaren oft kritisierten „Raser“ wollen vielleicht einfach nur schnell von A nach B kommen und sich nicht an Fußgängern vorbeischlängeln. Die Infrastruktur in Wien bietet diese Möglichkeit aber kaum an.
    Fußgänger haben andere Bedürfnisse als Radfahrer und auf beide muss eingegangen werden – das erreicht man aber sicher nicht mit „gemischten“ Fuß-/Radwegen. Ich bin enttäuscht – es ist wirklich schade – die Idee an sich wäre echt toll, aber so…

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  14. trennen also. erstens bin ich sehr froh dass dieser sogenannte radhighway kommt. ich finds aber wichtig eine trennung von rad und fussgängerweg zu machen. würde mich über eine erklärung freuen, warum dass nicht geplant ist.
    ausserdem: was ist mit der stillgelegten bahnstrecke im 20 bzw. 2. wird daran noch geplant oder ist das projekt schon stillgelegt bzw. abgelehnt worden.

    danke für die antworten
    tobias

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  15. 4 m ist nicht besonders breit.

    In Dänemark ist die Minimalbreite für einen Radweg in einer Richtung 2 m.

    So, da hamma gerade Mal Platz für die RadlerInnen. Da auch nch FG und Skater hinein und es wird eng.

    Die RadlerInnen müssen sich in beiden Richtungen überholen können. Die FG werden dazzwischen unangenehme Erfahrungen machen.

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  16. KEINE Renaturierung Wieso gibt es keinen Gesamtplan, kein Gesamtkonzept für das Wiental.

    z.B. eine Renaturierung des Bachbettes, ein Radhighway nur für Radfahrer und ein Gehsteig nur für Fußgänger.

    Das wäre innovativ. Alles andere ist finde ich für WASCHECHte GRÜNE und RADLIEBHABER FATAL.

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  17. Sehr geehrter Herr Chorherr,
    Weshalb müssen bei solchen Projekten immer die Kosten im Vordergrund stehen? Schließlich sind 4,8 MIo ein Butterbrot wenn man die gesamte Bauleistung von Autobahnen usw gegenüberstellt. Weshalb wird nie der positive ökonomische Faktor von radfahren erwähnt.

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  18. Bei Dunkelheit gesperrt ? Wird dieser Radweg auch bei Dunkelheit gesperrt, so wie das Stück bis nach Hütteldorf ?
    Wenn ja, dann ist er für jemanden wie mich, der mit dem Rad in die Arbeit fahren möchte mehr als ein halbes
    komplett unbrauchbar.
    So wie es aussieht ist das kein Highway, sondern eher eine Flaniermeile 😦
    Was ist aus dem ursprünglichen Konzept geworden, wo die Fußgänger im renaturierten Flußbett spazieren gegangen
    sind und die Radfahrer hatten einen „Balkon“ auf Straßenniveau ???

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  19. Eine sehr hübsche Sache… … für den Hobbysportler, den Spass-Radler und den Wien-Besucher, der an einem Schönwettertag eine nette Radtour machen möchte! Gratulation für den großen Wurf!

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  20. Bitte Herr Chorherr, was ist aus der Idee geworden, einen Radweg (highway, oder whatever?) unterirdisch im „Tunnel“ des Wienflusses führen zu wollen geschehen? Also bis zur Urania mit Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten bis zur Urania. Danke.

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