Endlich kommt sie: Bikecity am Wasser

An diesem Projekt arbeite ich jetzt beinahe vier Jahre.
Und konnte hier nicht drüber berichten, da man erst gackern soll, wenn das Ei gelegt ist.(Obwohl treue blogleser es kennen könnten (siehe oben meine Bilderleiste, das 5. Bild von links in der untersten Reihe)
Es ist/ wird hoffentlich eines der tollsten Projekte, das ich in Wien initiieren und vorantreiben darf.
Ein grossen Grundstück unmittelbar an der Donau.
Sei Nachteil ist sein Riesenvorteil: Man kommt mit dem Auto nicht hin.
Wie geschaffen für eine wirkliche Radlerstadt.
Heute sieht es dort so aus.

die Lage in der Stadt:

nur um daswirklich grossen Ausmaß bewußt zu machen.
Der Stephansdom passt fünfmal hinein.

Ab heute ist das ein offizielles rot-grünes Projekt.
Gemeinsam mit Planungsstadtrat Schicker stellen wir es der Öffentlichkeit vor.
Jetzt beginnt die Umsetzung.
Die Radlerstadt unmittelbar am Wasser wird ca 250 Wohneinheiten haben, nach modernen ökologischen Standards (Passivhausbauweise) errichtet werden, zusätzlich wird ein Park entwickelt, und soetwas wie ein Radhotel unmittelbar an der Nordbrücke. Dort kommt auch ein Lift auf die Radbrücke, womit man ohne jede Kreuzung in 15-max 20 Minuten bis zur Ringstrasse radeln kann. U1,U6 und S45 sind in unmittelbarer Radlerdistanz.
Die Autos müssen „drüben“ bleiben. Südlich der Anlage, über eine Fussbrücke erreichbar gibt es bereits heute eine grosse weitgehend leerstehende Hochgarage, die jene dann benützen können, die ein Auto haben.
Klarerweise wird es auch car-sahring Angebote geben.
Die Entwicklung soll sehr kleinteilig erfolgen, um auch selbstbestimmten, individuellen Wohnformen Möglichkeiten zu geben.
Als erster Schritt soll ein städtebaulicher Wettbewerb Varianten ausloten.
Aussehen könnte s z.B. so:


Freu mich riesig, daß das gelungen ist; wer die Stadt Wien kennt, wird erahnen, wie steinig der Weg war.
More to come.

16 Gedanken zu “Endlich kommt sie: Bikecity am Wasser

  1. Das wäre ein guter Anlaß, die (Nicht-)Anbindung der S45 zu korrigieren… Hab mich gerade vorgestern wieder geärgert (in hindsight) als ich mit den Skates in die Arbeit gefahren bin:
    Wenn man von der Donauinsel oder vom „Treppelweg“ beim Handelskai kommend zur S45 will, dann muss man entweder „auffi-ummi-obi“ über die Stiegen (lustig mit Fahrrad + Kinderanhänger !) oder über die Rampe bei der Millenniums-City, durch das Gebäude, Lift hinauf zur Schnellbahnstation, Bahnsteig entlang, Lift hinunter zur S45. Wenn man den Weg einmal ausfindig gemacht hat…

    Dabei geht Wendel des Stegs Treppelweg-Donauinsel haarscharf an den Bahnsteigen von U6 und S-Bahn vorbei (Zugang zum Lift zur S45), etwa 2.5m Höhendiffenrenz (die MA29 hat schon andere Kunststücke zuwege gebracht, Stichwort „Flyover“).

    Aber Wien ist halt die Stadt der unbegrenzten Unmöglichkeiten…

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  2. Bikecity Wer die Gemeinde Wien kennt, staunt nicht schlecht, dass die so ein tolles Grundstück zur Verfügung gestellt haben. Eine ruhige, verkerhsarme Gegend, fasst könnte man vergessen, dass es Autos gibt. So weit sind die entfernt.

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  3. Und wer will direkt neben der Schnellbahn wohnen? (Lärm)
    Abgesehen davon finde ichs eine gute Idee.

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  4. Anglizismusalarm!

    Wann immer etwas neues in Wien gebaut wird, bekomme ich Schweißausbrüche, inklusive bei allen so genannten „alternativen“ Projekten.

    Wenigstens stört dieses Projekt niemanden, da die Gegend schwer zugänglich ist, also auch niemanden beeinträchtigt.

    Das Grundübel der Stadtplanung in Wien sind eben jene Siedlungen, Centers, Citys usw., die überall gebaut werden. Auch die Mitterhofersiedlung, der Rennbahnweg und der Wohnpark Alt-Erlaa haben keinen Straßenverkehr an der Oberfläche. Und genau das ist das Problem. Denn, wenn man den Verkehr und somit auch Infrastruktur und Betriebe verbannt, dann muss man sie an anderer Stelle bauen. Die Verbindung übernehmen schnelle, große Straßen, die für Radfahrer und Fußgänger unangenehm sind; speziell, wenn man sie queren muss, oder links abbiegen will. Da wartet man stets ewig, an einer Ampel.

    Eine Siedlung fügt sich nicht organisch in die Stadt ein und trägt nichts zu ihr bei, sondern sie ist parasitär und für jeden, der nicht in ihr wohnt, nur ein Verkehrshindernis. Da trifft ganz besonders auf Fußgänger und Radfahrer zu, da Distanzen erhöht werden und die Siedlungen umgangen werden müssen. Selbst, wenn die Siedlung theoretisch passierbar wäre, tun das trotzdem wenige, weil nicht intuitiv klar ist, ob man in einer Sackgasse landet, wo man auf der anderen Seite wieder raus kommt und ob man versehentlich an einem einschlägigen Plätzchen vorbei kommt, wo sich finstere Typen aufhalten.

    Es sollten also die Erdgeschosse als Geschäftslokale vorgesehen sein, klare öffentliche Räume geben und nicht, wie man auf dem unteren Bild mal wieder sieht, eine Ansammlung von Häusern. Dass dort die Kosten für die Garagenplätze zugunsten irgendetwas anderem eingespart werden, interessiert mich als Außenseiter wenig.

    Die Gründerzeitviertel der Brigittenau sind schon heute radfahrerfreundlich, denn dort kann man sich als Gleichberechtigter in den Nebenstraßen in den überschaubaren, langsam fließenden Verkehr mischen und man hat nicht weit zum Supermarkt, Gemüsehändler, Beisl usw.

    In den Außenbezirken radelt man hingegen lange Strecken ohne irgendwo vorbei zu kommen und muss dann immer wieder ewig warten, bis man ausnahmsweise eine Straße queren darf. Nein Danke!

    Das Areal da oben kenne ich. Ruhe vor’m Autoverkehr wird man dort nicht haben. Einfach mal unter der Nordbrücke durchradeln und dann auf der Rampe scharf links abbiegen. So kommt man hinter die Lärmschutzwand des Uferwegs in die Gstettn zu den Bahngleisen. Dort gibt es Dauerbeschallung vom Handelskai und von der Nordbrücke inkl. erhöhter Auffahrt von beiden Seiten plus dem Bahnverkehr natürlich.

    Mir persönlich stört das Geräusch einparkender, beschleunigender und bremsender Autos in den Nebenstraßen mehr zu, als das Dauerrauschen von Schnellstraßen und Autobahnen.

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  5. Super Sieht wieder nach einem tollen Projekt aus.
    Einen Haken hat die Sache aber: Die meisten Radler wollen nicht bei jeder Jahreszeit aufs Radl angewiesen sein und man kann nicht alles per Rad erledigen. Eine sehr nah gelegene Öffi Station wäre imho sehr sehr wichtig. Auch die Distanz ins Zentrum ist nicht so gering. S-Bahn Handelskai einen guten Kilometer (10-15min Fußweg) entfernt.
    Zwei Vorschläge: 5A über eine Unterführung oder Brücke bis in das Wohngebiet fahren lassen oder eine neue S45 Station in diesem Gebiet (oder beides).

    Noch etwas: Kann man nicht die Bahntrasse mit den Wohnhäusern überbauen? Dann wäre gleich viel mehr Platz für Grünraum vorhanden und keine Lärmschutzwände nötig.

    Unabhängig von diesem Projekt würde ich mir auch eine S45 Verlängerung über U1 Vorgartenstraße bis zur U2 wünschen.

    Und wann hören wir wieder mal etwas neues über das Bike & Swim Projekt?

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  6. Hm … … klingt interessant, aber — eine Radlerstadt direkt an einem Autobahnknoten? Ist das wirklich sinnvoll? Und ich möchte auch noch einmal die Notwendigkeit einer besseren ÖV-Anbindung hervorstreichen: die S45 sollte hier eine Haltestelle bekommen. Sinnvoll wäre es auch, die O-Verlängerung ins Nordbahnhofgelände endlich umzusetzen und die Tram bis in die Gegend Griegstraße zu verlängern.

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  7. Express-Tramway Sollte das wirklich kommen, dann wäre eine Expresstramway Schwedenplatz—Nordwestbahnhofgelände—Trasse NW-Bahn—Nordbrücke unbedingt nötig. So eine billige Express-Straßenbahn in U-Bahn-Qualität bekommt man nicht so leicht wieder.

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  8. ansich eine gute idee… …allerdings fraglich ob das verkehrsaufkommen (bahn, handelskai, auf/abfhart nordbrücke) das wohnvergnügen dorte nicht trüben wird.

    bin in der gegend, da ich in der nähe wohne, oft laufend oder per rad unterwegs und so vernachlässigbar, wie sie beschreiben, ist der autolärm nicht. da helfen auch lärmschutzfenster wenig, möchte ja nicht bei ständig geschlossenen fenstern in der wohnung leben.

    außerdem ist der streifen zwischen donau-radweg und bahngleißen nicht sehr breit, also ohne überbauung der gleißanleagen kann ich mir das nicht wirklich vostellen.

    hoff sie halten uns auf dem laufenenden über diese projekt.

    lg
    Tom F.

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  9. Ich war heute mal dort… und hab‘ mir die Gegend genauer angesehen. Also ruhig ist es dort sicher nicht. Das Gebiet liegt eben – wie cc das auch im obigen Beitrag sagt – mitten in der Stadt. Die Hauptlärmquelle ist aber nicht die Schnellbahn, sondern der Autoverkehr am Handelskai. Eine vorbeifahrende Schnellbahn ist leiser als 3-4 gleichzeitig vorbeifahrende Autos am Handelskai. DAVOR sollte man sich also schützen. Fairerweise muss man allerdings auch sagen, dass die Bahnstrecke dort soweit ich weiß auch regen Güterverkehr hat, und so eine Güterzug ist dann sicher eine lautere Lärmquelle. Solange ich heute dort war, ist allerdings keiner vorbeigefahren.
    Das mit dem Lift ist denke ich halb so wild, weil es auf der anderes Seite (Floridsdorfer Brücke) eine Rampe für Radfahrer gibt, die auch sehr nahe am zu bebauenden Grundstück liegt. Prinzipiell ist mn. Meinung trotzdem auch bei der Nordbrücke eine Rampe dem Lift vorzuziehen.

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  10. Stellplatzverpflichtung Na toll! So kann man wieder die Stellplatzverpflichtung umgehen!
    Und die Leidtragenden sind dann Anrainer: Dort werden nämlich die Parkplätze von den Autos der Radfahrer geraubt. Was immer dort für eine Hochgarage sein soll (welche Kosten?). Und keiner weiß was in 10 oder 20 Jahren dort sein wird.
    Und was passiert wenn man nicht mehr mit dem Rad fahren kann (Krankheit, Unfall, Alter, …): Dann wird man praktisch gezwungen auszuziehen?!?
    Und natürlich will man wieder ein Pseudo-Offenes Projekt umsetzen: Jeder kann in der Anlage herumstreunen. Für Einbrecher sind dass die Traumziele. Und die Grünflächen (und leider nicht nur die) können ungehindert von Hunden zugeschissen werden.
    Seit Jahrzehnten wird in Wien praktisch nur Müll gebaut! Dabei hätte man doch mit dem Baukonzept (damit meine ich jetzt aber nur die Architektur) der alten Gemeindebauten (die großen Höfe) das ideale Konzept gefunden; es muss nur leicht an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden.
    Dieser Pseudo-Modernismus von heute sind die Plattenbauten von morgen!
    In Wien fehlt seit Jahren jeglicher Weitblick beim Wohnungsbau! Die Zeit wird sehr viel schneller kommen als manche denken und niemand will mehr in derartigen Bauten hausen.

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  11. Und wenn man mal was Großes transportieren muss? Wie zieht man ein, wie zieht man aus? Wie fährt man auf Urlaub? Was ist mit behinderten Menschen? Schon etwas merkwürdig, wenn es gar keine Straße gibt.

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  12. Bitte bevor soetwas auch nur annähernd geplant wird, sollten ALLE daran Beteiligten mal zB nach Freiburg im Breisgau pilgern und sich dort das Stadtviertel Vauban ansehen (http://www.vauban.de/ ). Das entstand aus bereits vorhandenem, der Umbau verlief behutsam. Oft geht´s schief, wenn Planer für Menschen planen. Man sollte sich vorher woanders ansehen, welche Bedürfnisse Menschen tatsächlich haben. Danke, schönen Gruß.

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  13. Ich wohne momentan in der Bike City 1und bin sehr zufrieden. Allerdings bin ich einer der nicht gerade sehr vielen, die tatsächlich kein Auto besitzen und der das ganze Jahr über mit dem Rad unterwegs ist (Arbeit, Mountainbikerennen). Für mich wäre die neue Bike City eine riesen Sache: Traum Ausblick, weiterhin relativ kurzer Weg in die Arbeit, noch schneller in meinem Trainingsgebiet Kahlenberg und Lärm bin ich mitlerweile gewöhnt. Außerdem wäre die bessere Luft im Passivhaus für mich als Allergiker eine wesentliche Verbesserung meiner Lebensqualität. Fazit: Ich will dorthin! Wo kann ich mich vormerken lassen??

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  14. Gibt’s dazu eigentlich irgendwas Neues? Mittlerweile sind ja immerhin drei Jahre ins Land gezogen. Ist das Projekt leise entschlafen?

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