Schule: Geld ist nicht das Wichtigste

Diese Folien über paar wenig publizierte Fakten des heimischen Schulsystems möchte ich nachdrücklich empfehlen:
linz-09-kosten (pdf)
Es zeigt sich darin: Das heimische Schulsystem krankt nicht daran, dass zuwenig Geld hineinfliesst ,und bloss mehr Mittel das Problem lösen könnten, sondern u.a. an mangelnder Autonomie der Schulen ; hier sind wir international Schlusslicht, „Pisasieger“ Skandinavien hat die Autonomie am weitesten entwickelt.
Solange sich die Schuldebatte nur ums Geld dreht, und nicht endlich die (zugegeben schwierige) Frage der „governance“ angegangen wird, kommen wir keinen Schritt weiter.

3 Gedanken zu “Schule: Geld ist nicht das Wichtigste

  1. In Schweden z.B. sind hauptsächlich die Gemeinden für die Schulen zuständig. Und natürlich die autonomen Schulen.
    Aber auch anderes notwendiges Personal ist an den Schulen: z.B. Sozialarbeiter und Psychologen an so gut wie jeder Schule.

    Zusätzlich wenn sich schon jeder Politiker auf Pisa einlässt und andere „Studien“ gar nicht kennt, der sollte zumindest auch das hier gelesen haben: http://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_an_den_PISA-Studien

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  2. Wie schon in den Kommentaren zu meinem entsprechenden Blogpost ( http://zurpolitik.com/2009/04/13/beenden-wir-den-zerstreuten-bildungs-protest ) möchte ich dir widersprechen. Es fehlt imo durchaus vorrangig an Geld im Lehrbetrieb. Dass vieles etwa in der Verwaltung versickert dann in der Bilanz als Bildungsausgabe erscheint sagt ja nur aus, dass eventuell nicht so viel mehr in Bildung investiert werden muss, es widerlegt aber nicht, dass mehr Geld für den Lerhbetrieb nötig ist.

    Radikale Veranschaulichung: Wenn ich heute in die Bauwirtschaft investiere und 90% der Investition in den Taschen der Manager versickert, und nur mit 10% Projekte umgesetzt werden, dann kann ich im internationalen Vergleich vielleicht auch gut im Ausgabenbereich dastehen, aber es wird trotzdem weniger gebaut. 😉

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  3. Kein Widerspruch Die beiden Pole lauten nicht unbedingt „Mehr Autonomie“ vs. „Mehr Geld“. Christophs Argument, dass nicht nur eine Verteilungsdebatte sondern vor allem auch eine inhaltliche und Organisations-Debatte zu führen ist, kann ich viel abgewinnen.

    Trotzdem braucht man sich nur die Klassenschülerzahlen, die Anzahl der Schüler und die Anzahl der Räume und Lehrer anschauen, um draufzukommen, dass kleinere Klassen nur möglich sind, wenn gebaut wird und zusätzliche Lehrer eingestellt werden. Das wird mehr Geld kosten, als durch Autonomie und Verwaltungsreform einzusparen ist. Wer dann noch bessere Lehrer anlocken will, muss besser bezahlen – vor allem den Junglehrern. Kostet ebenfalls viel Geld.

    Unterm Strich ist aber sicher richtig, zu kritisieren, dass sich die Bildungsdiskussion nur ums Geld dreht.

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