Über die Krone

„Leitwährung in diesem hermetischen Geisteskosmos ist nicht das Argument, sondern das Ressentiment – gegen Veränderung, gegen Weltoffenheit und vor allem gegen Ausländer.“
zwei ( 1 , 2 )lesenswerte Artikel im neuen Profil.
Ich fürchte, der politische Einfluss der Kronenzeitung wird noch immer unterschätzt.
Und ausser dem Prinzip Hoffnung seh ich wenig Zeichen der Veränderung.

6 Gedanken zu “Über die Krone

  1. Und was änderte sich, wenn der politische Einfluss der Kronenzeitung richtig eingeschätzt würde?

    Nichts.

    Ich finde dieses gebibbere vor der großen Kronenzeitung jämmerlich. Die Sticheleien vom Gächter (Triebabfuhr, niedere Instinkte, tief in der nationalen Identität verwurzelte Weigerung, in der Gegenwart anzukommen,…) lavieren irgendwo zwischen „Mich frisst der Neid“ und Publikumsbeschimpfung.

    Wem nichts Anständiges zur Krone einfällt, sollte nur eines über diese Zeitung schreiben:

    Nichts.

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  2. es kostet mich regelmäßig Selbstüberwindung das Kleinformat alle paar Wochen bei meiner Großmutter zu lesen. Summa summarum ist das was da drin steht aber immer noch harmlos, gegen Gift und Galle die seinerzeit in täglich alles flossen.

    Die Krone ist für mich unlesbar, aber es gibt schlimmeres.

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  3. die kronenzeitung wird solange übermächtig bleiben solange es in diesem land für seine einwohner keinen sachlichen grund gibt sich inhaltlich tiefgehender zu informieren: wir haben ja eh kaum was zu reden.

    man wage mal einen blick in die zeitungslandschaft unseres nachbarn schweiz. und konfrontiere sich sodann mit der frage, woher der eklatante unterschied kommen könnte…

    womit ich durch das erwähnen des reizworts „schweiz“ auch schon wieder dafür gesorgt habe, dass eine auseinandersetzung mit den gründen für diesen unterschied sicher nicht stattfinden wird. denn: auch das ressentiment gegenüber unseren nachbarländern (und vorzugsweise auch der schweiz) gehört zu den gern gepflegten ressentiments hierzulande. wir wissens ja sowieso besser. also wozu ernsthaft über den tellerrand schaun?

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  4. „Elfriede Jelinek beschrieb das 2002 in der „Süddeutschen Zeitung“ so: Die Massen lesen die ,Kronen Zeitung‘, das heißt, sie hören sich selbst beim Denken zu, ohne zu ahnen, dass man ihnen nur gibt, was sie immer schon gedacht haben … Sie freuen sich, dass es welche gibt, die sagen, was sie immer schon gesagt haben.“

    Jelineks Analyse stimme ich zu. Nur trifft sie auf die Leser von Die Presse und und Der Standard umso mehr zu. Denn die Kronen-Zeitung wird aus vielen Gründen gekauft. Nur ein Teil nutzt sie zur Bestätigung der eigenen Ansichten.

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  5. EU – Schmäh Bei der derzeitigen EU – Aktion, die Konsumenten mittels uneinheitlicher Verpackungsgrößen zu betrügen, vermisse ich schmerzhaft die protestierende Stimme der Grünen.

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  6. Also bitte nichts gegen die Krone sagen. Seit wir Österreich haben, ist die Krone indirekt geadelt worden.
    Und ein ‚österreichisches‘ Blatt, dass regelmäßig immer schon einen Tag früher alles weiß, was passieren wird, hat offensichtlich mehr Einfluss als die Krone.
    Selbst gegenüber der deutschen Bildzeitung ist die Krone ein Intellektuellen-Blatt.

    Interessanterweise finde ich in der Krone weniger numerische Verschreiber (ala Verwechslungen zwischen Millionen und Milliarden) als im Standard. Das mag aber daran liegen, dass sich die Krone sehr ungern mit wirklichen Zahlen umgibt, wenn man einmal von den xxx.yy € absieht, welche zz EU-Politiker verprassen.

    Und die Krone hat einen ganz entscheidenden Vorteil. Während ich zum Durchlesen der Samstag, jetzt auch Sonntagpresse oder des Samstag-standards so meine halben Stunden verbrauche, kann ich die Kronenzeitung beruhigt in 2 Minuten weglegen. Nach zwei Minuten bin ich uptodate, habe das Gefühl, nichts versäumt zu haben und kann das gute Blatt zum Papiermüll entsorgen.

    Aber alles in allem – ein Hoch der Krone. Ihr Niveau ist so hoch, dass alle noch bequem drüber hüpfen können.
    „Da tritt der Österreicher vor,
    versteht die Welt gleich sonnenklar.
    Was Anstand, Ehr‘ und Rechtsgefühl,
    Von jeher Krone’s Weisheit war.“

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