Basis- oder Funktionärsdemokratie

Wenn man wütend bzw besonders enttäuscht ist, soll man sich nicht sofort öffentlich äussern.
Sonst fallen Worte, die einem später leidtun.
Grundregel: Einmal drüber schlafen.
Drum hab ich gestern, nach der Entscheidung des erweiterten Bundesvorstands Johannes Voggenhuber nicht kandidieren zu lassen nicht gleich hier geschrieben.
Sondern bin schlafen gegangen.
Und heute?
Die Wut ist ein wenig verraucht, aber:
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letze mal so enttäuscht über „meine“ Grünen war.
Ich halte diese Entscheidung für einen ganz schweren politischen Fehler.
Und obwohl ich in sehr vielen Frage „pragmatisch“ bin, Kompromisse für unverzichtbar in einer lebendigen Demokratie, hier gehts für mich ans Eingemachte.
Denn es geht nicht um Charaktereigenschaften von Johannes Voggenhuber, oder um obskure Verschwörungstheorien, wonach sich hier „Silberrücken“ gegenseitig stützen wollen-wobei ich mir die Bemerkung erlaube, dass ich es ziemlich „tief“ finde, intern politisch Andersdenkende mit Tieren zu vergleichen.
Persönlich ist mein Verhältnis zu Johannes Voggenhuber, der mich, als ich Bundessprecher war mehr als einmal heftig öffentlich , und wie ich heute noch meine, ziemlich unpassend kritisiert hat, zumindest ambivalent.
Und ich kenne und schätze auch Ulrike Lunacek sowie Eva Lichtenberger.
Aber wer sich „in Brüssel“ umhört wird bezüglich Johannes Voggenhuber eine klare Antwort bekommen:
Er ist einer der wenigen Abgeordneten überhaupt, der etwas bewegt, dessen Wort Gewicht hat, kurz, ein Schwergewicht.
Trotzdem ist es vertretbar , ihn nicht an erste Stelle zu wählen.
Wo für mich der Rubikon überschritten ist:
Einem, der knapp nicht erster wurde, nicht zu gestatten, am letzten Platz zu kandidieren.
Und so zehntausenden Unterstützern von ihm, die ihn und damit Grün gewählt hätten, auszurichten: Schmecks, wir der erweiterte Bundesvorstand, wir rund 30 Personen wissen für Euch zehntausende Wähler, was gut für Euch ist.
Was jetzt passieren wird?
Sehr viele dieser Wähler/innen werden ihre Antwort wissen.
Das ist Demokratie.
Dass J.Voggenhuber viele, sehr viele Unterstützer, Männer wie Frauen hat musste allen klar sein.
Jetzt sind Internetforen zwar nicht repräsentativ, aber sagen doch manches aus.
Und nicht nu auf diesem blog gingen die Zugriffszahlen durch die Decke sondern auch die Meinungen waren und sind sehr klar.
Ist deren Meinung wirklich egal?
Wie kann man einigen Zehntausend, die mit gutem Recht einen profilierten Grünen Wählenwählen wollen, einfach ausrichten, wir lassen Euch diese Person nicht wählen, weil wir wissens besser?
Wie kann so eine Partei einen Grundwert „Basisdemokratie“ (im Grundsatzprogramm) für sich beanspruchen?
Ich war und bin skeptisch warum es basisdemokratisch sein muss.
Demokratisch allein müsste genügen.
Und das impliziert für mich: Das letzte Wort haben immer unsere Wähler/innen. Wir sind deren Vertreter.Um ihre Stimme sollen wir werben, mit ihnen sollen wir Kontakt suchen, mit ihnen diskutieren, sie für grüne Politik begeistern, Veränderungen bewirken.
Das Gegenteil dieser Basisdemokratie ist die Funktionärsdemokratie.
Oft, sehr oft sind wir dagegen aufgetreten.
Und jetzt?
In einer Schlüsselfrage beschliessen Funktionäre: Wir bestimmen, nicht ihr Wähler/innen!
Und was die Sache noch verschärft:
Diese Entscheidung wird auch auf die Gefahr hin getroffen, dass wir eine Wahl verlieren.
Wären wir ehrlich würden wir unseren Grundwert „Basisdemokratie“ jetzt in „Funktionärsdemokratie“ umwandeln.
Und jetzt fahr ich zum Afrikacamp und lasse meine grosse Enttäuschung hinter mir.

82 Gedanken zu “Basis- oder Funktionärsdemokratie

  1. schade wenn so Grabenkämpfe geführt werden um die Macht.
    Ja, der Wähler soll entscheiden und ich sehe das EU-Wahlrecht als relativ gut an, da Wähler den, der ihnen am ehesten
    entspricht nach vorne bringt.
    Außerdem ist das auch politisch dumm, da so auf ein Gutteil von Sympathisanten verscheucht werden.

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  2. beschämend S.g. Herr Voggenhuber!

    Ich frage Sie: ist dasnoch Ihre Partei? Wenn ich mir diese Grabenkämpfe, dieses Intrigenspiel, die jämmerliche Demontage von Herrn Voggenhuber, die heutigen Aussagen von Frau Sburny usw ansehe, so sollten sich vernunftorientierte Grüne schön langsam überlegen, ob das noch ihre Partei ist.

    Es ist jedenfalls sicher nicht die Partei, die alle meine Bekannte, Verwandte und ich selbst zukünftig wählen werde.

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  3. DIe Grünen … .. haben gerade in Zeiten des Scheiterns von Neo-Liberalismus und Turbokapitalismus die einmalige Chance, europaweit einzufordern, was die Basisgrünen auch stark gemacht hat: Ökologische Grundwert in sie (gescheiterte) ökonomischen Betrachtungen europaweit reinzubringen ! Aber was tun SIe ? Sie demontieren Ihre kritischsten – und damit wertvollsten – Köpfe. EIn Blick nach Brüssel reicht aus, um zu erkennen, daß Voggenhuber und Co Ihre Spuren hinterlassen haben; das zählt und nicht ein schönes gsichterl …. ! Schande über solch taktisch unkluges und kurzsichtiges Vorgehen auf Landes- und auch in Richtung EU-Ebene. Politik muss nachhaltig schmecken und authentisch sein, sollte kein „fast-food“ werden, heute so und miorgen so ! Ich hätte erstmals die GRÜNEN gewählt, jedoch bei solchen dilletantischen Entscheidungen kann ich das bei Bestem Willen nicht (mehr) verantworten … und bleib konservativ !

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  4. Über Glawi abstimmen Die PyrrhussiegerInnen freuen sich zu früh.
    Und wenn. Worüber denn? Über einen Pyrrhussieg ?
    Klick auf oben auf Grüne Konter und stimm ab.
    Über Voggi und Glawi.

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  5. Würde Lieber herr Chorherr,

    ich möchte mir erlauben, darauf hinzuweisen, daß meiner Ansicht nach ein Vergleich mit Silberrücken – so werden die in Würde gealterten Gorillamänner genannt – weder eine Schmähung darstellt, noch sonst eine Beleidigung.
    Wenn grüne Neostalinisten die Bezeichnung Silberrücken beleidigend meinen, spricht dies für ihren dubiosen Charakter.

    Silberrücken sind tapfere, würdige und ausgesprochen friedliche Affenmenschen. Innerhalb der jetzigen Führungsriege der Grünen wird vermutlich derart schwer anzutreffen sein.

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  6. binschonweg oiso, warum man jemand der seit monaten immer und überall kundgetan hat, dass er entweder auf platz 1 kandidiert oder
    gar nicht und dann nachdem das abstimmungsergenis zu seinem ungunsten ausgegangen ist, das nicht akzeptieren kann son eine 180 sondern eine 180 kehrtwendung macht, das man da wieder erwarten noch mal das binschonweg,bindochwiederda ernst
    thaft diskutiert, dieser nach nochmaliger negative abstimmung nur noch die beleidigte leberwurscht ist, und das dann nicht asl die
    als die allüren eines alten sesselklebers erkennen kann – versteh ich nciht. wo ist der wille der grünen zur erneuerung???
    bei den alten silberrücken (und da gibts ja nicht nur den guten voggenhuber) offenbar nicht – da wird gemauert, geklammert
    ert und da kommen bei den ach so frauenfreundlichen grünen die ärgsten machotriebe raus! nach dem motto wenn schon
    ich nciht gewinnen darf, dann sollens auch die andern nicht, und vorallen nicht diese w…. . das hatten wir schon mal in
    schwarz.
    na dann gute nacht grüne fällt mir da nur ein.

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  7. schade die selben mechanismen wie in den anderen partein. schade…

    jemand der den „apparat“ kritisiert wird entfernt.

    einen so eloquenten und erfahrenen politiker rauszukicken find ich
    bedenklich.

    es tut mir sehr leid um johannes voggenhuber, dessen kritik von „außen“ konnte ich zumeist nachvollziehen.

    aber scheinbar ist man wirklich innerhalb einer jeden partei in einer realitätsfremden glocke gefangen, wo es nicht um inhalte sondern um machterhalt geht.

    wertvolle leicht „außenstehende“ parteikollegen die eine meinung haben und den mut zu kritisieren habens schwer. noch schwerer wenn sie so kanntig- man kann auch charakterstark sagen wie j.voggenhuber…

    schad, daß gerade bei den grünen es um nix besser zugeht als bei den anderen partein…wie dieser fall zeigt

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  8. Amateurhaftes Trauerspiel Was mich an der ganzen Angelegenheit interessiert -. ist da wirklich nur die gekränkte Eitelkeit eines Ohne-Mich-Gehts-Nicht Anlaß, diese beispiellos untergriffige und unsachliche Kampagne gegen die eigene Führung loszutreten, oder ist das ein handfester Putschversuch gegen eure neue Parteichefin?

    Was immer der Grund ist: Ihr habt es gründlich vemasselt, und zwar auf sehr amateurhafte Weise. Schade nur, daß das der grünen Bewegung nicht gut tun wird.

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  9. der lange Weg Vielleicht steht hinter der EU-Abwahl ein gaaaaanz raffinierter Plan.

    Wie es nachzulesen ist auf Peter Pilzens Blog:
    “ Johannes hat öffentlich angekündigt, dass er sich im Fall seiner Nichtwahl ohne jeden Groll zurückziehen wird.
    Er hat versprochen, diesmal auf das grüne Porzellan zu achten. Ich bin dafür, dieses Angebot so zu lesen,
    wie es gemeint ist: als Angebot für einen besseren Umgang miteinander
    und als Basis für einen Wahlerfolg bei der nächsten österreichweiten Wahl,
    die wir gewinnen müssen – und wohl auch wollen.“

    Johannes Voggenhouber. als Spitzenkandidat. Einmal ein Mann, dann wieder eine Frau, dann wieder ein Mann,…

    Johannes Voggenhuber ist zu profiliert, um ihn bei der EU endzulagern / ihn in Brüssel zu asylieren.

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  10. Leider sind die Grünen anscheinend jetzt auch dort angekommen, wo sie nie hinwollten – schade. Das Ganze jetzt unter dem Mäntelchen des Feminismus zu diskutieren, ist wohl sehr weit hergeholt.
    Meiner Meinung nach geht es lediglich um Machterhalt. Eine Clique rund um Glawischnigg versucht krampfhaft, ja nicht zu viel von dem Platz am Futtertrog aufzugeben, den sie so mühsam sich erkämpft haben, und da gibt es eben Freunderlwirtschaft, so wie wir es aus den anderen Parteien kennen.
    Es geht nicht mehr um die Sache, sondern nur mehr um den eigenen persönlichen Vorteil (und den der FreundInnen – hier). Auf alle Fälle werden Sie jetzt zumindest 3 Stimmen weniger bei der Wahl haben.

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  11. willkommen… …im club der ‚altparteien‘ koennte man so manchen ins stammbuch schreiben!
    ein durchaus laenger angelegter aufenthalt in afrika; zb zur erstellung einer studie ueber die
    auswirkungen und vorteile des archaischen clan-systems auf oekologie und
    entscheidungsprozesse waere jenen auch gegoennt.
    dann koennten adere fuer eine wirklich konstruktive europapoloitik sorgen…

    os

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  12. Grüne Politikm war für mich von einigen wenigen Gesichtern geprägt,
    die beiden „pelzpapperten“ Vogge und VdB, Pilz und Petrovic sowie
    Chorherr und der lustige Vorarlberger. Graue Vorzeit bestand aus
    Freda Meissner-Blau, Herbert Fuchs und dem Auhirschen. Dass nun
    ein weiterer aus der ersten Reihe verschwindet, zeigt doch einfach nur,
    dass neue Leute nachkommen.
    Natürlich ist es nicht besonders schlau, einen derartigen Kapazunder
    wie Johannes Voggenhuber nicht wieder ins EU-Parlament zu entsenden.
    Aber es geht in dieser Wahl ja auch nicht um Personen. Es geht um Ideen,
    Einstellungen, Sichtweisen und Kompetenz. Und darum, dass die Wähler
    sehen, dass sie in ihrem Willen unterstützt werden. Und das traue ich den
    neuen Damen zu. Und andere Wähler sicher auch.
    Und nun schlafen Sie noch mal drüber und genießen sie die Zeit im Afrikacamp.

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  13. enttäuscht wird wohl so mancher Grüner jetzt sein, nachdem sich Voggenhuber endgültig zurückgezogen hat. Die Grünen haben eine große Chance wegen kleinlicher Eifesüchteleien vertan. Die Wähler werden wohl eine Antwort haben. Die Grünen haben nun offensichtlich endgültig den Spring zur „Partei“ geschafft.

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  14. Grüne Europa-Politik – der Hit des Jahres! Es ist einfach herzerwärmend zu sehen, wieviele Menschen – aus ganz unterschiedlichen Lagern – sich für grüne Europa-Politik ins Zeug legen. Nachdem EU-Themen – etwa die EU-Landwirtschaftspolitik oder die Position der EU bei WTO-Verhandlungen – und die damit verbundene Haltung der österreichischen Vertreter in EU-Gremien immer schon breiteste Beachtung in der österreichischen Innenpolitik gefunden haben, ist das allseitige Interesse für die Voggenhuber-Kandidatur nur konsequent. Dass er über Nacht so viele Freunde für seine europapolitischen Positionen gefunden hat, ist also kaum überraschend – und höchst erfreulich!

    Auch ich weine folglich dicke Tränen zusammen mit den vielen Freunden, die Voggenhuber über Nacht für seine Europa-Politik gefunden hat. Doch halt – was war das eigentlich für eine Europa-Politik? Gut, er ist vehement und wortgewaltig für die Verfassung und (als zweitbeste Lösung) für den Lissabon-Vertrag eingetreten, doch wen außer ein paar prononcierten grünen Pro-Europäern (unter anderen bei den Vorarlbergern) hat das gejuckt?

    Die Europa-Politik der Grünen ist insgesamt ein Trauerspiel – mit und ohne Voggenhuber. Denn auch wenn sie natürlich nicht auf eine Ebene mit den Europa-Troglodyten von FPBZÖ und den EU-Schmierenkomödianten von SPÖVP zu stellen sind, Lichtgestalten einer wünschenwerten EU-Politik sind die Grünen auch nicht. Denn sie haben vor allem eines nicht geschafft, da nicht einmal versucht: EU-Themen zu Themen der österreichischen Innenpolitik zu machen.

    Bei jeglicher EU-Entscheidung sind österreichische Politiker – durch den Ministerrat bzw. die Fachministerräte – mitbeteiligt. Von wem aber wurden und werden sie dafür zur Verantwortung gezogen? Der österreichische Landwirtschaftsminister (und sein EU-Stab) zum Beispiel gehört zu den Hauptakteuren – und damit zu den Hauptverantwortlichen – der unseligen EU-Landwirtschaftspolitik, die wiederum durch ihre Dumping-Exportförderungen die Weltagrarordnung auf das schädlichste beeinflusst -, und kein Schwein regt sich darüber auf. Lediglich Lunacek hat sich kurz zu Wort gemeldet (und ist gleich darauf verstummt), als kürzlich der Vorschlag von Baroso, eine 2008 nicht abgeholte Milliarde aus dem Landwirtschaftsbudget in die Verbesserung der Produktionsgrundlagen armer Bauern, z.B. in Sierra Leone, zu investieren, u.a. von Österreich abgeschmettert wurde. (Es gab dann eine verwässerte Lösung, die vor allem den Agrarieren nicht weh getan hat.) Auch von Voggi habe ich da nichts gehört – er werkt halt mit hoher Anerkennung in Brüssel, die österreichische Innenpolitik scheint ihn kalt zu lassen – oder er findet bei den österreichischen Grünen eben keine Transmissionsriemen in die Innenpolitik.

    P.S.: Bloß damit kein Missverständnis entsteht: Wer wegen wiederholter Majestätsbeleidigung von einer Liste gekippt wird, hat schon aus Gründen antimonarchistischer Raison meine Sympathie. Und meine Stimme, wenn er auf einer eigenen Liste kandidieren sollte.

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  15. ich habe bisher keine blogeinträge von herrn Chorherr gelesen und bin ein wenig baff über die z.t. etwas ungelenken formulierungen und die stilistischen schwächen…

    INHALTLICH kann ich ihm aber nur vollkommen zustimmen!

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  16. total daneben 🙂 Lieber Christoph,

    ich unterschreib – virtuell – Deine Meinung zu 100%

    Auch ich bin der meinung, dass der Johannes es in den vergangenen Jahren übertriben hat: die Besserwisserei, die Mediengeilheit, die Arroganz.
    Und ich hab ihn nicht gewählt in Celovec – obwohl ich ihn als Politiker und auch seine Position immer sehr geschätzt hab´.

    Und ich glaub auch, dass seine Idee, am letzten Platz anzutreten gefinkelt war, ja eigentlich ein bißl eine Frechheit war und ist.

    Aber der Antrag von ihm war da. Und da müßte eine Parteiführung in der Lage sein, Größe zu beweisen. Und Einsicht, dass sie zu blöd waren, das vorherzusehen: sonst hätten sie gleich alle Plätze in Klagenfurt wählen können: dann hätte sich die Situation so nicht ergeben. Und dort war es ja tatsächlich eine demokratische Entscheidung. Jetzt ist es aber eine ZK-Entscheidung, eine administrative und keine politische.

    Aus meiner Sicht ist das fatal und absolut daneben. Es zeigt letztlich eine Angst unserer politischen Führung. Und bei Leibe keine Größe. Es wär nämlich schon auch möglich gewesen, dieser Chuzpe mit einem Lächeln zu begegnen (unter 4 Augen / Ohren hätte man ihn dann durchaus einen Arsch nennen dürfen). Und nebenbei: ob J.V. wirklich die Vorzugsstimmen bekommen hätt, wenn er nicht auf den Plakaten drauf steht? Ich bin mir nicht sicher.

    Ich hab zwar kein Afrikacamp vor mir – aber auch ich werd mir irgendwo Ablenkung suchen (müssen).

    Liebe Grüße,
    Gerhard Wannenmacher

    P.S.: diese Funktionärssicht findet sich nahtlos im OE-Prozess wieder. Ein für eine politische Partei (schon gar unsere) ungutes Ding…

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  17. das erste mal seit dem ich 19 geworden bin, wähle ich nicht die „Grüne Alternative“

    wenn sich die grünen einen voggenhuber nicht leisten können …
    dann brauche ich sie auch nicht.

    good bye and
    good luck

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  18. Verdammt… …jetzt haben mir diese Berufspolitiker auch noch die letzte Partei weggestritten.

    Wenn man eine Partei als Marke ansieht – und nix anderes ist es nun mal – dann ist alles danebengegangen was danebengehen konnte. Kernwählerschicht der Grünen sind nun mal keine Menschen die auf sinnlose und herrschsüchtige Dauerkonfrontation aus sind. Die Grünen lieben die Balance, die Harmonie. Grüne wollen Gerechtigkeit. Grüne wollen Mitsprache. Grüne wollen Menschen mit sozialer Kompetenz. Wir-gegen-das Kapitall/Amoral/Konzerne aber nicht Wir-gegen-uns. Die Führung dieser Grünen hat alle kapitalen Fehler gemacht die man machen kann um den Kunden/Wähler zu verwirren. Nun gibt es da aber eine Grundregel im Marketing: Ein verwirrter Kunde kauft nicht.

    Wie kann man es schaffen ein so positiv besetzte Marke in so kurzer Zeit zu runinieren?

    Die Grünen sind nicht böse wegen dem Voggenhuber, die Grünen sind böse weil man auf ihren Werten herumgetrampelt ist. Die grüne Führung hat ihre Wähler nicht verstanden. Die grüne Führung schreibt ihrer Wählerschaft vor wen sie zu wählen hat. Sowas geht bei der FPÖ. Dort wäre es sogar das einzig richtige Konzept. Aber Grüne wollen eigenverantwortlich entscheiden. Toleranz gegenüber Quer- und Andersdenkern ist eine grüne Kernbotschaft.

    Sich selbts nicht an seine eigenen Wert zu halten ist der allergrößte Fehler den man machen kann. Die Führung der Grünen hat in begangen und er ist nicht mehr aus dem Gedächtnis der Kunden zu tilgen. Ich hoffe ich liege mit meiner Ansicht total daneben.

    Gruß,
    Roman

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  19. Ende der österr. Grünen im EU-Parlament? Naja, die Feigheit der Mehrheit gegenüber den Wählern hat gesiegt mit 17:12.
    Jetzt sollen die Wählerinnen und Wähler sprechen.
    So ist das in der Demokratie.

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  20. Die Grünen haben wieder einmal versagt breitere Wählerschichten zu bekommen. die partei hat durch diese entscheidung mit sicherheit viele bürgerliche wähler wie ich einer bin verloren. bin mit sehr vielen grünen realo ideen einverstanden, doch fühlte ich mich von der ideenlosigkeit der letzten jahre schon sehr verkrämt. habe sie eigentlich nur mehr auf grund von mangelnden alternativen gewählt und nicht mehr aus überzeugung. der frust um die sache mit voggenhuber ist wahrscheinlich auch nur deshalb so groß geworden, da er einer der wenigen in der partei ist der diese ideenlosigkeit anprangerte. die grünen brauchen mehr kritische politiker wie ihn.
    mit den diskussionen um voggenhuber hat die partei jetzt sicherlich einen Denkanstoss bekommen der genützt werden sollte.
    meine forderungen um in zukunft bessere politik zu machen:
    – endlich antoworten zum thema ausländerpolitik
    – konkrete vorschläge bez. grüner wirtschaftspolitik
    – echtes einsetzen für grüne Umwelthemen (dazu bekennen ist mir für eine partei mit der geschichte zu wenig)
    – gleichstellung von Homosexuellen ist wichtig, sollte aber nicht dauernd als eines der wenigen themen im wahlkampf und jetzt in den medien genannt werden
    – für eine partei die 15 prozent haben will ist diese fixierung und der transport von wenigen themen wie dieses zu wenig
    Je mehr Stimmen die Partei bekommt, desto leichter lassen sich solche Anliegen auch durchsetzen.
    – grüne wähler wollen inhalt und keine nett lächelnde menschen auf plakaten
    – besseres Auftreten in den Medien
    – Nicht immer nur im alternativen lager auf stimmen fang gehen, leute wie ich sind damit nicht anzusprechen, beides ist wichtig (voggenhuber ist so jemand der bürgerliche wähler erreichen kann)
    – Klare Europapolitik- was hat man von frau lunacek bis jetzt gehört außer von ihrem besuch beim Regenbogenball???

    Wo ist der Inhalt?
    Möchte überzeugt werden von guten argumenten, jetzt hat die Partei zeit ihre werte zu transportieren. hoffe von der neuen parteiführung angesprochen zu werden um die partei schlussendlich wählen zu können.
    Bälle interessieren mich nicht.
    PS: Frau lunacek sollte ihren blogg nicht zensieren und könnte mal stellung zur jetzigen diskusiion nehmen.

    also viel erfolg beim wähler zurückholen

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  21. Trockij und das ZK Nein, Voggenhuber ist kein „grüner“ Trockij und nein, die Damen in der Parteispitze sind ebenfalls kein „stalinistisches“ Zentralkomitee. Trotzdem, die in der Causa Voggenhuber an den Tag gelegte politische Kultur der GRÜNEN kann ohne große Verrenkungen als „Revolutuion von oben“ gedeutet werden und erinnert dann doch wieder sehr an die politische (Un-) Kultur der einstigen KPdSU, unliebsame und opnierende Genossen in aller Öffentlichkeit loszuwerden. Und das finde ich sehr bedenklich.

    Die hohen ethischen Ansprüche, die die GRÜNEN an sich und an Andere stellen, machen die Fallhöhe in diesem unsäglichen PR-Desaster nur noch größer.

    Und nicht, dass Ihr mich falsch versteht: Herrn Voggenhuber hätte ich meine Vorzugsstimme sowieso nicht gegeben. Ich habe ihn aus meiner Zeit in Salzburg als menschlich sehr, sehr unangenehm in Erinnerung (und das ist überaus freundlich formuliert).

    Ergo: grüne Inhalte einfach nur kommunizieren und hohe ethische Ansprüche einfach nur einzufordern reicht halt nicht. Man muss halt schon auch selbst grün Handeln! Und das gilt auch für die eigene politische Kltur!

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  22. Schade… Die Vorgänge um Voggenhuber zeigen, dass die Grünen verdammt alt geworden sind.

    Lieber bequemere, angenehmere KandidatInnen….
    Lieber keinen Querkopf…
    Lieber weniger statt mehr Kompetenz…

    Glawischnigs Interview im Report bestand weitgehend aus Phrasen, wie man das auch von anderen Parteien kennt.

    Wie auf diese Weise der Rechtsruck unter den Jugendlichen rückgängig gemacht werden soll, ist mir schleierhaft.

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  23. Na gute Nacht, Grüne! Der ORF-Report Beitrag über die Grünen und diesen Blog hier hat mich bewogen, seit längerem wieder mal hier rein zu schauen. Tja, schaut nicht gut aus.

    Offenbar sind alle Befürchtungen, der Rückzug von VdB würde die alten, parteiinternen Fraktionen wieder aufleben lassen, wahr geworden. Es scheint den „Jungen“ wirklich nur um Macht, Posten und Einfluss zu gehen – die Inhalte sind scheinbar völlig unwichtig.

    Und wenn es um Inhalte geht, dann feiert offenbar der alte Fundi-Protest-Chaos-Geist fröhliche Urständ‘. Jetzt gilt wieder: im Zweifel dagegen (gegen EU / Kapitalismus / Globalisierung / Marktwirtschaft …)

    Nur weiter so. Die Wahlergebnisse werden euch recht geben. Ich habe es auf jeden Fall nicht bereut, den Grünen schon bei der letzten NR-Wahl nach langjähriger Unterstützung nicht mehr meine Stimme gegeben zu haben. Und daran wird sich auch heuer ganz sicher nichts ändern.

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  24. Blöd gelaufen Auch ich bin der Ansicht das Johannes Voggenhuber recht unorthodox, man kann auch sagen selbstzerstörerisch und kamikazehaft seine Wiederwahl betrieben hat. Ja das kann Er !

    Wie schon öfter in seiner politischen Laufbahn hat er sich mit Wucht in eine Wand gestürzt (siehe den EU-beitritt Österreichs) um dann aber eine 180 Grad Wendung hinzulegen.
    Das ist nicht der brave Funktionär berechenbar, zielstrebig und umweltschonend.

    Die Frage ist aber immer wieder, wie geht man mit solchen Personen und solchen Entscheidungen um.

    Der EBV hat seinen Umgang mit diesem Thema recht deutlich gemacht:

    * Wo kämen wir denn da hin ?
    * Da könnte ja jeder kommen !
    und * was es wiegts das hats.

    recht österreichisch, recht obrigkeitlich und recht apparatokratisch.

    Oder wie es Christoph Chorherr so treffend gesagt hat : „Schmecks!“

    Was Ihr Obergrüne (Bürokraten?) leider gar nicht mehr sehen könnt, ist das es halt auch immer wieder
    Personen und Fälle gibt die sich nicht in das parteitaugliche Einheitsschema einpflanzen lassen.
    Nicht alles ist Cap-bar, Willi-g geMoltert oder kann ge-Schüsselt werden.
    Das sind die, die ihr ganzes Leben in der Partei verbracht haben und die Realität des Lebens Ihrer Wähler nie erlebt haben.
    Wir sehen ja wie sie und regieren.

    Die Denkweisen und die Verfahren dieser Leute werden auch in der Grünen Partei immer mehr, die Listen und Postenbesetzungen
    werden immer eher mit den Personen erfolgen die den braven und fleissigen Apparatschik geben als den unberechenbaren Querkopf.
    Das ist alles verständlich, auch für mich.

    Aber dem Wähler keine Chance zu geben seine eigene Meinung zu bilden, indem man Voggenhuber die Möglichkeit nimmt zu kämpfen, zu überzeugen und eventuell sogar zu gewinnen, überschreitet den Rubicon (um nochmals mit Christoph Chorherr zu sprechen).

    Hier zeigt sich doch nur Eines:
    Die Angst des Apparats vor dem Unvorhersehrbaren, dem Wählerverhalten !
    Also: weg damit !

    Nicht der Apparat muss Vertrauen zu Voggenhuber haben sondern die Wähler zu den Grünen und Ihren Personen !
    Schon vergessen ?

    Es wurde den Grünen in den letzten Jahren, bei den letzten Wahlen vorgeworfen, wie ein pragmatisierter Haufen Ideenloser zu wirken. Ja – auch von Voggenhuber !

    Was für Kommentare verdient den dann diese Entscheidung ?
    Ist das der Aufbruch ?
    Ist das der Neuanfang ?
    Ist das der Weg eine andere Politik zu machen ?

    Oder ist das nicht bloss die Politik der 60er Jahre SPÖ mit Ihren zu selbständig gewordenen Frontleuten ?
    (Franz Olah wird sich erinnern). Man wird ja wohl was recyceln dürfen ?

    Ich habe die oberösterreichische Alternative Liste mitbegründet und habe nach den langen Vereinigungsschmerzen der Grünen in Öberösterreich und vor allen Dingen wegen der Einstellung der Grünen – voran Voggenhuber – zur Mitgliedschaft Österreichs meine Parteimitgliedschaft damals beendet (ich bin Unternehmer).
    Falsch: Denn gerade Johannes Voggenhuber hat gezeigt, dass er lernfähig ist und innerhalb der EU mit derselben Verve zu kämpfen imstande ist wie vorher dagegen.

    Jetzt nach 15 Jahren werde ich wieder Parteimitglied. Was erlebe ich da?
    Eine Truppe die sich ins Hemd macht an statt das man dem Wähler Pfeffer in die Hand gibt, und riskiert dass der was anderes wünscht als es sich der Apparat vorstellt.
    Wahnsinn: DEMOKRATIE !!! das darf nicht sein !

    Mit dieser Einstellung dieser Peronalauswahl und dieser Art von Entscheidungsfindung hat schon die KPDSU die Sowjetunion versiebt.
    Da wird den Grünen in Österreich doch auch noch was honettes gelingen !

    WEITER SO ! H.C. WIRDS FREUEN ! DIE WÄHLER WERDENS (wahrscheinlich) DEUTLICH MACHEN !

    Karl Pragerstorfer

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  25. Es muss nicht zuende sein ! Nach all dem Gerausche und nach dem Auftritt von Eva Glawischnig im ORF-Report, bleibt bei mir hängen:

    DUMM GELAUFEN !

    Natürlich war die Wahl der Kandiaten für die EU-Wahl maximal demokratisch: Bundeskongress.

    Das Problem ist aber dabei das alles an einem Zeitpunkt und an einem Ort entschieden wird.
    Nacher: keine Chance ?
    So ist das Leben aber nicht, immer wieder führen Entscheidungen zu Denkprozessen und die führen zu neuen Entscheidungen.

    Was wäre passiert, wenn Johannes Voggenhuber sich nur ein paar Stunden schneller eingekriegt hätte und schon am Bundeskongress seine Kandidatur für den letzten Platz der Liste angekündigt hätte ?
    Ich denke es wären viele (alle?) die dafür gestimmt hätten.

    Aber eine paar Tage später keine Chance?
    Ist das wirklich so ?
    Müssen Entscheidungen die an einem Tag getroffen werden unverrückbar sein, unveränderbar in Raum und Zeit`?

    Ein nächster Bundeskongress wäre sicher viel zu spät. Aber…
    Die Statuten der Bundesgrünen sehen einige Möglichkeiten vor Abstimmmungen herbeizufürhren, wir sind ja doch eine demokratische Partei, sogar überdemokratisch wenns drauf ankommt (oder ankäme?)

    Wie wärs mit einer Urabstimmung ?
    Die Landesversammlungen von mindestens 3 Bundesländern sind notwendig

    oder einem ausserordentliche Bundeskongress ?
    mit dem einzigen Thema: Soll V. auf der Liste stehen oder nicht.
    hier gibt einige Möglichkeiten diesen Einzuberufen u.a. 1/3 der Delegierten zum BK oder alle Delegieren dreier Länder.

    Wenn viele diese Sache wirklich ernst ist, warum nicht diese Mühe auf sich nehmen ?
    Oder wollen wir es dabei belassen weile s halt bequemer ist.

    HIER KÖNNEN WIR ZEIGEN WAS GRÜNE WIRKLICH SIND:
    * Wir reagieren auf die Folgen der Entscheidung
    * Wir geben MACHMAL jemandem UND UNS eine zweite Chance
    * Wir machen uns Mühe

    Es liegt an EUCH (Delegierte, Ländervertreter),

    CAN WE ? (say: YES WE CAN !)

    Ein Nachsatz: Die Entscheidungsprozesse der Grünen mit Delegierten und (physischen) Kongressen zu einemn Zeitpunkt an einem Ort sind veraltet. Besseres wäre möglich würde man die moderne Kommunikationsmedien verwenden. ALLE Mitglieder könneten mitstimmen, Delegierte bestimmen wäre überholt. Entscheidungen könnten Stück für Stück gestrofffen und auch revidiert werden. Ein Tag, ein Ort müsste nicht mehr das Wohl und Wehe einer Sache für lange Zeit festlegen.
    Das Leben sit anders. Es gibt immer neue Chancen und neue Erkenntnisse. Wir sollten unsere Strukturen an das Leben anpassen und nicht and die Vorbilder der Parteiorganisation aus dem 19. Jahrhundert.

    Karl Pragerstorfer

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  26. Voggenhuber… …hat, bei all seinen Verdiensten, das (neoliberale) Europa viel zu stark verteidigt und viel zu selten (hörbare?) Kritik daran geübt. Selbstverständlich sind die Grünen dazu da für ein anderes Europa zu kämpfen. Das ist ein absolut berechtigtes Anliegen und hat, nur weil es populär ist, mit Populismus wenig zu tun.

    Ich kenne sehr viele Leute, die die Grünen wegen ihrer Europa Linie bei den letzten Wahlen nicht gewählt haben. So gesehen könnte V. auch Mitschuld für das mäßige Abschneiden bei den letzten Wahlen angelastet werden.

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  27. „überwuzelt“ lieber herr chorherr,

    jaja, ich bin des umstands bewusst, dass sie zur zeit wohl so einige mails bekommen, ich wollte aber dennoch meine meinung zur derzeitigen krise auch direkt bei einem bekannteren mitglied der grünen loswerden. an sie wende ich mich deswegen, weil mich ihre kommentare sowohl im netz als auch im tv zur derzeitigen verfassung der grünen sehr angesprochen haben und ich außerdem das gefühl habe, dass ein an sie gesandtes feedback nicht komplett verschwendete zeit ist.

    ich habe die grünen bisher eigentlich immer gerne gewählt, zumindest bis kurz vor der letzten nationalratswahl. und eigentlich wäre ich fast so etwas wie ein prototyp des grünen wählers (wenn es denn so etwas geben sollte): student (sozialwissenschaften), zwischen 25 und 30, wohnhaft in einem wiener innenbezirk, stufe mich eher links (aber moderat) im politischen spektrum ein. politikinteressiert bin ich auch, halte mich diesbezüglich auch auf dem laufenden sowohl durch print- als auch durch internetmedien, habe etliche freunde und bekannte in künstlerkreisen, etc. etc. etc. und ich kaufe, sofern es mir finanziell möglich ist, bio- und fair trade – produkte, oder produkte, deren qualität höher ist und die nicht nach bereits kurzer zeit zu entsorgen sind. umweltthemen wurden mir quasi schon als säugling eingeimpft, sowohl mein vater als auch mein großvater sind biologen, meine mutter war in den 80ern in linz bei diversen umweltinitiativen tätig. wie gesagt: eigentlich müssten die grünen genau meine partei sein, nur sind sie es leider nicht mehr.

    und deshalb habe ich mir gedacht, dass es vielleicht hilfreich für sie sein kann, meine einstellung zu den grünen kurz zu umreißen. als zusätzliches puzzlestück zu all den feedbackpuzzlesteinen die sie zur zeit sicher erhalten.

    der eindruck, den ich zu ihrer partei in den letzten jahren gewonnen habe, ist leider immer negativer geworden. und das, obwohl ich die initiativen vieler aktiver auf verschiedenen ebenen der politik wirklich gut finde und gefunden habe. nur, und das scheint mir ein sehr wichtiger punkt zu sein: emotional angesprochen werde ich vom „gesamtkunstwerk grüne“ nicht mehr, zumindest nicht mehr im positiven sinne. mit der zeit, so zumindest mein eindruck, hat sich die partei unter alexander van der bellen zwar etwas beruhigt, ist einheitlicher geworden und vielleicht in mancher hinsicht auch „professioneller“. nur wurde ob all dieser professionalisierung etwas übersehen: dass die grüne bewegung, zumindest wenn sie an ihren anfängen gemessen wird, kein projekt professioneller politiker war, oder zumindest wurde sie (soweit ich das mit meinem alter beurteilen kann) nicht als solches wahrgenommen.
    anders gesagt: ich vermisse die freaks. das unkonventionelle. und vor allem das undogmatische. man kann nicht weltoffenheit propagieren ohne diese auch zu repräsentieren, sprich auch zu leben.
    die derzeitigen hauptakteure der grünen auf bundesebene wirken entweder allesamt „überwuzelt“ bzw. so, als würde ihnen ein gewisser schmäh (in maßen) in etwa so zugebilligt wie einem alterssenilen greis sexistische witze im altersheim. oder wie in der politikerfabrik maßgegossen. wo ist da die vielfalt? und wo sind die politiker und politikerinnen an vorderster (bundes-) front, die, und zwar ungeschönt, das als scheiße bezeichnen, was eindeutig (zumindest aus grüner sicht) scheiße ist? ohne floskeln und geschultem rhetoriksprech?

    ich weiß, das alles hört sich sehr schwammig und vielleicht sogar etwas verworren an, meine abneigung ist aber ziemlich real. es geht heirbei nicht um die inhalte, denn die inhalte der grünen sprechen mich zu einem großen teil an. vielmehr hapert es an der authentizität, und die ist nur schwer vorzutäuschen. um es auf den punkt zu bringen: inhalte und die, die diese vertreten, scheinen oftmals nicht zusammenzupassen. das ist keine reine personalproblematik, sondern eine frage des anspruchs einer politischen bewegung an sich selbst. es geht dabei auch nicht nur um die frage, ob politiker, die für pelletsöfen eintreten, einen solchen auch verwenden. viel wichtiger scheint mir zu sein, ob es einer gruppe von menschen (also der partei) gelingt, einer gewissen vielfalt auch raum zu geben – nicht auf paternalistische art und weise a la „ja, ihr dürft eh auch…“, sondern durch gelebte offenheit. ob dieses prinzip vereinbar ist mit dem bestreben nach stimmenmaximierung, weiß ich nicht. schön wär’s auf jeden fall.

    ad voggenhuber: die „lösung“, die für diese causa gefunden wurde, ist ja eine mittlere katastrophe. mag sein, dass er nicht der sympathischste mensch der welt ist, eine grüne lösung hätte aber meiner meinung nach so ausgesehen, dass auch und vor allem von der parteispitze eine aussage gekommen wäre, nach der er zwar ein unsympathler ist, dennoch aber einen platz hat. und dass natürlich der wählerwille mehr zählt als eine in stein gegossene listenreihung der parteispitze.

    nun ja. ich weiß nicht, inwiefern mein mail in irgendeiner weise hilfreich ist für sie. es wäre natürlich nett, wenn sie darauf antworten könnten, bestehen werd ich aber nciht drauf, ich kann mir ja, wie bereits gesagt, gut vorstellen, dass sie zur zeit etliche solcher mails erhalten.
    ich wünsche ihnen alles gute, auch in der poitik, lg,

    christian gusenleitner

    p.s.: eigentlich müsste die geballte aufmerksamkeit, die die grünen derzeit auf sich ziehen, doch auch irgendwie nützbar sein, oder? wann war die grüne anhängerschaft das letzte mal derart aufgeweckt? das hat doch potential! just my two cents…

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