2 Gedanken zu “Eine etwas andere Krise

  1. Die Wirtschaftskrise war genau richtig dass sie gekommen war. Schließlich war vieles wirklich nicht mehr leistbar. Und so gibt es zumindest ein wenig Entlastung bei den Preisen.

    Nur die EU tut gar nichts. Sie hatte Regeln für Banker, Börse, eine Finanzmarktaufsicht etc. versprochen.

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  2. „In Österreich schätzen wir die Errungenschaften unseres Reichtums nicht mehr.“ – und wir wissen nicht mehr, wie es dazu kam, dass wir reich wurden.

    Ich war gerade in den USA. Mitten in der „Krise“ – die dort als zu bewältigende schlichte Lebenstatsache diskutiert wird – ein Land im Aufbruch – so zumindest das vorherrschende Lebensgefühl, dass ich von „drüben“ mitnehme. (Ich kenne die Probleme der USA und sie selbst kennen ihre Probleme auch, aber darüber spreche ich hier nicht, sondern über ihr Lebensgefühl spreche ich und zwar auch über jenes der unten mit bestenfalls McJobs). Demgegenüber dann wieder Europa. Nicht nur die Häuser wachsen nicht in den Himmel, sondern auch sonst rein gar nichts. Dafür die tägliche Portion Kapitalismusbashing – aus allen Rohren – und in wirklich jedem auch noch so absurden Kontext.

    Da bricht etwas auf, wird ein lang bestehendes Gefühl plötzlich öffentlich artikulierbar, das ich psychologisch zusammenfasse mit: uns wurde der Reichtum offenbar gegen unseren Willen aufgezwungen – und wir sind bis heute noch sauer drüber. Nicht nur Demokratie kann man nicht exportieren, sondern auch Reichtum muss man zuerst mal selber wollen.

    Bevor wir daher über konkrete Verbesserungen reden, daher immer lieber mal eine Portion „Systemkritik“. Gerade als ob uns das auch nur einen Zentimeter weit nach vorne bringen würde. Nach unzähligen Diskussionen der vergangenen Monate im öffentlich-rechtlichen ARD und ZDF und zB dem ORF Weltjournal von gestern gehe ich gefühlmässig nun davon aus, dass wir zumindest im deutschsprachigen Raum dabei sind, die fundamentale Kapitalismus- und Globalisierungskritik der Sorte „a ticket to nowhere, please, for the steamship going in reverse gear“ zum common sense werden zu lassen.

    Und echt keine Ahnung, wielange ich diesen Kulturpessimismus europäischer „Intelligenz“ noch ertragen kann, will, muss.

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