Wie Geld anlegen?

Etliche meine Freunde haben in den letzten Monaten ziemlich viel Geld verloren.
Einige haben sich von windigen „Finanzberatern“ fragwürdige „Produkte“ aufschwatzen lassen.
Jetzt ist das meiste Geld weg.
Ein zweites Argument taucht zum Glück immer öfter auf:
Was finanziere, ermögliche ich eigentlich mit meinem Geld.
Da bemühen sich etliche von uns, bei ihrem Konsumverhalten Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zumindest im Auge zu behalten.
Und dann übergeben wir unser Geld Institutionen, ohne irgedwie sicherzustellen, dass damit zumindest nicht totaler Irrsinn finanziert wird.
Das war eine sehr eindrückliche Szene in Let`s make money: Verhüttelung in Südspanien in unermesslichem Ausmass.Architektonisch jenseitig.Ziel: Finanzanlage.
Mit wessen Geld gebaut (ermöglicht!)?
Von irgendwelchen Menschen wie Du und ich, die einfach eine „gute Veranlagung“ z.B.für die Pension suchen.
Aus diesem Debakel sollten nicht nur die Banken lernen.
Auch wir sollten sehr klug auswählen, wem wir unser Geld geben und nicht die Verantwortung abgeben, was damit gemacht wird.
dazu drei Vorschläge:
1. Mikrokredite, mit denen Kleinstunternehmertum in Entwicklungsländern finanziert wird.
Hier gibt es einen österr. Fonds, der sogar heuer, wo fast alles im Minus ist, rund 5% ausschütten kann.
2. Die Deutsche GLS-Bank, seit einigen Jahren mit der Öko-Bank fusioniert.
Hier kann man mitentscheiden, was mit seinem Geld passiert.
Die Bank konzentriert sich auf ökologische und soziale Projekte.
Auch für Österreicher ist es möglich, dort Geld anzulegen.
3. Die österreichischen Wohnbaubanken.
Hier kann man (teilweise steuerbegünstigt) sein Geld dem österr. Wohnbau mittels einer Anleihe zur Verfügung stellen.
Das ist eine davon.
Dies sind nur drei von einer grossen Zahl möglicher Vorschläge.
(Habt Ihr weitere gute Ideen?)
Im Kern gehts nur um einen ganz wichtigen Punkt.
Selbst sicherstellen, dass mit dem eigenen Geld Sinnvollen finanziert wird.
Freu mich auf Ideen und andere Vorschläge .
Halte das für ein ziemlich unterschätztes Thema, dem sich die Öffentlichkeit viel stärken annehmen sollte.

11 Gedanken zu “Wie Geld anlegen?

  1. http://www.oikocredit.org Beim Stoebern durchs web bin ich auf folgendes gestossen:

    Oikocredit- http://www.oikocredit.org

    Eine 1975 vom Oekomenischen Rat der Kirchen gegruendete internationale
    Genossenschafet, die Mikro- und Projektkredite vergibt.
    Es gibt eine gesicherte Verzinsung der Einlage von meist 2%.
    Klingt sehr vernuenftig und der Oesterreichische Ableger auch vertrauenswuerdig.
    Keine Revolution aber vielleicht ein Schritt sein Geld sinnvoll anzulegen.

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  2. Oder bei österreichischen Regionalbanken? Es gibt ja einige und es muss auch nicht immer das Giebelkreuz sein. Die kleinen Regionalbanken vergeben ihre Kredite großteils innerhalb der Region, fördern lokale Vereine und Organisationen, sind teilweise als Genossenschaften organisiert und ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaft.

    Die Frage „Was soll mit meinem Geld geschehen“ ist so leichter zu beantworten als bei einer multinationalen Bank.

    Was generell klar sein sollte: Zinsen sind auch Risikoprämien. Hohe Zinssätze auf kurze Laufzeiten lassen sich nicht ohne Risiko erzielen. Da kann der Prospekt noch so bunt sein, die Charts der Vergangenheit noch so schön, wenn ich mich mit einer Anlagemöglichkeit nicht wohl fühle, sollte ich die Finger davon lassen.

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  3. Mikrokredite Diese Mikrokredite sind sicher eine gute Idee. Eine interessante Initiative dazu ist Kiva ( http://www.kiva.org/), da kann ich als GeldgeberIn jemandem Geldbedürftigen einen Mikrokredit geben und bekomme nach einiger Zeit das Geld wieder zurück und erfahre auch, wie das Geld dort umgesetzt wurde. Ich hab es selber noch nicht gemacht, aber ich halte es für eine großartige Sache.

    Stephan.

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  4. weg damit Ich mach‘ mich hier sicher unbeliebt, aber ich finde die Meinl-Gesellschaften sind eigentlich eine gute Idee:

    Jeder kann sich direkt an einer Investitionsgesellschaft beteiligen, die dann Infrastrukturprojekte verwirklicht. Das Kapital soll einen unternehmerischen Zweck dienen und sich nicht durch Spekulation „von selbst vermehren“.

    Schade, dass das dank JMVs schwindliger Konstruktion und mit KHGs Hilfe derart daneben ging.

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  5. Spendenabsetzbarkeit Wenn man Geld hat das man gerade mal nicht braucht, ist spenden eine gute Idee.

    Dann landet der Zaster wenigstens dort, wo er gebraucht wird.

    Wenn man die Kohle zur Bank/in den Fonds/… trägt freuen sich die ohnehin schon superreichen Abzocker über die Opfergabe.

    BTW: kann bitte wer von den Politikern, die ich gewählt habe, aufstehen und sagen: „Absetzbarkeit von Spenden ist Unfug! Das wollen wir nicht!“ ?!

    Wie kommen die wenig verdienenden Steuerzahler (Steuerleistung v.a. aus Umsatzsteuer) dazu, von den viel verdienenden Spendern (Steuerleistung v.a. aus Einkommensteuer) in Geiselhaft genommen zu werden und indirekt mitzuspenden?

    Abgesehen davon kann man es dem Staat nicht so leicht machen, sich durch den Steuerablass an ein paar Kirchenorganisationen vor der Verantwortung seinen notleidenen Bürgern gegenüber zu drücken.

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  6. Folgendes wird jedenfalls nicht bei den Banken beworben:

    1. Staatsanleihen. Geht heute einfach und ohne Mittelsmann per Online-Banking direkt beim Staat.

    http://www.bundesschatz.at/
    https://www.bundeswertpapiere.de/

    Ethischer Vorteil: Sorgt dafür, dass sich die Republik günstig finanzieren kann.

    2. Statt Privatpension eine Höherversicherung bei den staatlichen Pensionskassen überlegen. Geht per Überweisung und ist steuerlich absetzbar.

    Ethischer Vorteil: Kommt heutigen Pensionisten zu gute.

    3. Börsengehandelte, passive Aktien- oder Anleihenfonds (ETFs) mit niedrigen Gebühren. Die Banken wollen möglichst ihre eigenen Fonds mit hohen Gebühren vertreiben, weil sie mit diesen Gebühren ihr Geld verdienen. Wenn man schon das Risiko von Aktien eingeht, dann besser so, dass man nicht jedes Jahr 2% des Vermögens dafür abtreten muss.

    Ethischer Vorteil: Weniger SUV-fahrende Investmentbanker.

    Zu den obigen Vorschlägen: Im Minus sind nur Aktien. Anleihen müssen wie vereinbart zurückgezahlt werden. Nur bei einem Konkurs fällt man tw. um. Das ist keine Sonderleistung der Mikrofinanz.

    Wer regional investiert, spekuliert auch, eben auf die Region. Entwicklung des Wintersports, Industrie, Zersiedelung/Landflucht, Überalterung können einen Einfluss haben. Das ist patriotische Spekulation. Antiintuitiv, aber letztlich konservativer ist, möglichst global zu streuen. Z.B. MSCI World

    Selber entscheiden, wo investiert wird, klingt gut, ist aber genau das, was spekulieren ausmacht. Dessen sollte man sich bewusst sein.
    Öko ist gut. Das heißt aber nicht, dass man damit Geld verdienen kann. Das meiste steckt, wie wir wissen, in höherer Energieeffizienz. Aber das machen etablierte Unternehmen. Ist Toyota wegen dem Prius jetzt ein Öko-Konzern? Oder Hrachovina wegen dreifach verglasten Fenstern?

    Mit Einzelanleihen oder -aktien sollte man sich erst beschäftigen, wenn man schon breit gestreut ist. Eine Anleihe zur Wohnbaufinanzierung kann genauso umfallen, wenn die Leute wegen hoher Benzinpreise doch nicht wie vorhergesagt weiter in den Speckgürtel ziehen.

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  7. Tja, es ist sicher nicht unwichtig, was mit dem Geld passiert. Nicht mal unbedingt aus moralischen Gründen, sondern auch, um einschätzen zu können, ob man nicht den nächsten potenziell bankrotten Staat für seine Geldanlage auswählt.

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