Er hats kapiert, die „unseren“ nicht

Gut, reden wir über Politik.
Meine grosse Hoffnung heisst derzeit USA.
Richtig schreibt heute die New York Times in Ihrem Leitartikel:
Save the planet and the economy:
From Paris to Beijing, the refrain is the same: This is no time to pursue ambitious plans to stop global warming. We can’t deal with a financial crisis and reduce emissions at the same time.
There is a very different message coming from this country. President-elect Barack Obama is arguing that there is no better time than the present to invest heavily in clean energy technologies. Such investment, he says, would confront the threat of unchecked warming, reduce the country’s dependence on foreign oil and help revive the American economy.
Call it what you will: a climate policy wrapped inside an energy policy wrapped inside an economic policy.

Mein Tip:
Obamas inauguration speech wird fast ähnlich wie Kennedys „dream“ (We fly to the moon) der grossen Energiewende ganz wichtige Bedeutung zumessen.
Denn er hat`s begriffen, wie zentral das ist, und (siehe oben im Leitartikel) ein zentrales Umrüstungs-und Beschäftigungsprogramm für die US Wirtschaft ist.
Europa (und besonders) Österreich ist umwelt-und energietechnologisch den Amerikanern noch weit voraus.
Nicht wegen, sondern trotz Politik.
Liest man vor diesem Hintergrung genauer das Regierungsprogramm, dann pandelt die Emotion zwischn ungläubigem Kopfschütteln und Enttäuschung.
Sie habens eben nicht kapiert und/oder wollen einfach nicht.
Was tröstlich ist:
Wenn die USA wirklich einsteigt, dann dreht sich global wirklich etwas.
Warten wir also gespannt auf den 20.1.

9 Gedanken zu “Er hats kapiert, die „unseren“ nicht

  1. Obama und Mumbai Fürchte die aktuellen Anschläge in Indien werden die Welt mehr verändern als die Rede Obamas. Obamas Rede wird sicher ganz gut werden, aber ob die USA bis dahin überhaupt noch die Finanzkraft haben zu handeln, das wird sich erst zeigen…

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  2. so einfach? ist das wirklich so einfach? natürlich ist es fein, wenn die usa jetzt massiv in erneuerbare technologien investieren, sauberere autos bauen, etc.

    bloß: das sind vorrangig alles pläne, um das wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. und das wirtschaftswachstum ist nicht nur teil der lösung, sondern teil des problems globaler ressourcenübernutzung und der klimaveränderung. „mit klimaschutz aus der wirtschaftskrise“ taugt eben nur bedingt, wenn man die rolle von wirtschaftswachstum kritisch betrachtet.

    plakatives beispiel: europa schafft die kyoto ziele deswegen einigermaßen, weil seit dem vergleichsjahr 1990 große teile der kommunistischen industrie zusammengebrochen sind.

    wenn also hohes wirtschaftswachstum und effektiver klimaschutz einen zielkonflikt darstellen, dann möcht ich gar nicht nachdenken, wofür sich die industriestaaten – und vor allem die usa – entscheiden werden.

    da lohnt allerdings ein blick in erfolgreiche kyoto-staaten, vor allem großbritannien oder auch schweden, die das wirtschaftswachstum in den letzten 15 jahren vom emissionsausstoß entkoppeln konnten.

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  3. Paul Volcker, Chief Economic Advisor Obamas oberster Wirtscahftsberater Paul Volcker im O-Ton:

    „What may happen to the dollar, and what may happen to growth in China or whatever,“ he said, raising his voice, „pale into insignificance compared with the question of what happens to this planet over the next 30 or 40 years if no action is taken.“

    „The scientists seem pretty well agreed that (global warming) is still potentially manageable if we act decisively, beginning now into the next decade or so, by taking measures that are technically and economically feasible.“

    http://www.iht.com/articles/ap/2007/02/06/news/FIN-GEN-Egypt-Volcker-Global-Warming.php

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  4. Er? Ich war wohl bei der Sitzung nicht anwesend, als beschlossen wurde, dass mit im Singular stehenden, männlichen Personalpronomen ab sofort Barack Obama gemeint ist.
    Das kannte ich so bisher nur von FPÖ-Wählern, bevor der andere Er eine Splitterpartei gründete.

    Zum Thema: Die amerikanischen Progressiven haben die Probleme meiner Meinung nach nicht erkannt. Sie fordern ein „Apollo Moon Landing Project“ für „Alternative Energy“. Sie glauben also, dass man mit einer Hau-Ruck-Aktion eine Art Zaubertechnologie erfinden kann, die den bisherigen Lebensstil ohne Unterbrechung, nur halt grün, ermöglicht.
    Das Mondlandungsprogramm ist dabei nicht einmal ein gutes historisches Vorbild. Denn die Technologie war ja schon bekannt bzw. realistisch und widersprach keinen bekannten physikalischen Erkenntnissen. Die deutschen Raketentechniker der Amerikaner waren bloß schneller als die deutschen Ingenieure der Russen. Wenn, dann müsste man schon das Manhatten-Projekt zur Erfindung der Atombombe als Präzedenzfall heranziehen.

    Nach gängiger Auffassung verhinderten Bush und die anderen Öl-Lobbyisten derartige Projekte lediglich mutwillig.

    Aber das ist keine realistische Sichtweise. Wir haben kein Technologieproblem, sondern ein Energieproblem. Energie kann man nicht erfinden, man kann sie nur finden und das haben wir bereits. Wir wissen, wo überall Energie drinnen steckt (Öl, Uran, Wind, Sonne) und wir wissen, wieviel Energie man verbraucht um zwei Tonnen Stahl mit 2×1,7 Meter Querschnittsfläche zu beschleunigen und mit hoher Geschwindigkeit gegen den Luftwiderstand zu bewegen.

    Der aktuelle Energieverbrauch lässt sich zum aktuellen Aufwand in der Energiegewinnung einfach so nicht aufrecht erhalten.

    Pragmatische Lösungen müssen also zuerst beim Verbrauch ansetzen. Bauordnung, Bebauungsordnung, Binnenschifffahrt, Schiene usw. Aber das ist alles fade Technologie aus dem 19 Jhdt. Das kann die I-Pod-Generation nicht begeistern.

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  5. Exkursion in die USA Die USA werden in den nächsten 10 Jahren 150 Milliarden Dollar in neue Energien investieren. Umgelegt auf die Größe Österreichs wären das etwa 3 Milliarden Euro auf 10 Jahre oder 300.000 Millionen jährlich, die die österreichische Regierung in die Hand nehmen müsste, um ähnliches zu leisten. Soweit ich informiert bin, wurden bis dato gerade einmal 100 Mio. für neue Energien in Aussicht genommen. Allerdings nicht jährlich auf 10 Jahre sondern einmalig vorerst ohne Perspektive oder Plan für die nächsten Jahre. Kann man nicht Faymann auf Exkursion nach Washington schicken, damit er sich schlau machen kann, wie man konsequent Probleme anpackt?

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