so wählten Krone Leser/innen

1.) sehr interessante Analyse von Georg, die einmal mehr zeitz, wie wichtig es ist, eigene, selbstbestimmte Formen der Öffentlichkeit und v.a. des Dialogs zu entwickeln.
2.) Folgende Aussage von Josef Pröll sollte nicht völlig untergehn, weil sie sehr viel über ihn aussagt.
Es gibt viele Gründe für, und wahrscheinlich noch mehr Gründe gegen eine „Kenia-Koalition“ zu sein.
Da sind viele Antworten möglich
Aber „ich war noch nicht in Kenia, und habe auch Angst vor Malaria“ lässt tief blicken.
3.) Was mich sehr freut und auch optimistisch stimmt:
Das Ausmass und die Qualität der Debatte (nicht nur, aber auch) auf diesem blog zeigt, dass der Kern unsere so notwendigen Parteireform in diese Richtung gehen muss:
Die Mauern zwischen „drinnen“, gemeint sind unsere Parteigremien, und „draussen“, gemeint sind die Tausenden (in Zukunft Zehntausenden?), die uns nicht nur wählen, sondern auch mitentscheiden und mitgestalten wollen, die viel Engagement und Ideen haben, und wichtige Informationen „ins grüne Zentrum“ einspeisen könnten, wenn sie gefragt werden, einzureissen.
Das ist nicht ganz einfach, aber ich glaube mit der neuen Infrastruktur des Internets kann da viel gelingen.

14 Gedanken zu “so wählten Krone Leser/innen

  1. stimme ihnen zu, ein schrecklicher & rassisitischer kommentar von pröll – traurig wenn das die „zukunftshoffnung“ sein soll …

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  2. internet ich stimme karin zu. ich war eine zeitlang in einer transnationalen, europäischen bewegegung aktiv (newropeans.org), die komplett auf das internet gesetzt hat und im wesentlichen kläglich gescheitert ist. die vision an sich – menschen über das internet zu vernetzen – ist ja fein, nur stellte sich in der praxis heraus, dass die leute eher auseinander, statt zusammenwachsen. jeder versteckt sich hinter seinem blog, postet in div. foren etc. das persönliche miteinander tritt in den hintergrund, der pc wird zum besten freund. man erreicht auch, trotz der hohen vernetzung in der bevölkerung, relativ wenig menschen mit seinen anliegen. klingt erstaunlich, ist aber meine erfahrung. natürlich ist das internet eine gute – unterstützende – möglichkeit, menschen auf seine anliegen aufmerksam zu machen, keine frage. ich persönlich aber bevorzuge diskussionen von angesicht zu angesicht.

    zu den grünen generell: ich habe mich in den letzten wochen und monaten ein bisschen in meinem umfeld umgehört. für viele waren die grünen nicht wählbar, weil diverse vorstellungen (vorurteile) kursieren, die sich fest in den köpfen der menschen festgesetzt haben. zum beispiel:

    1) die grünen erhöhen die steuern
    2) keine inhalte, „nur multikulti-träumer“
    3) die grünen sind für unkontrollierte zuwanderung
    4) VdB super, „aber die clique dahinter: lauter emanzen und abgehobene intellektuelle“
    5) grüne „hassen die autofahrer“
    6) „abgehobene, weltfremde ökoromantiker, die keine praktischen lösungen für die menschen anbieten“

    man sieht, durchwegs sehr plakative vorstellungen – inhalte sind kaum angekommen.

    ich denke, da muss man ansetzen. analysieren, woher diese vorurteile kommen und sein programm klarer kommunizieren. über das internet geht das mE schlecht, weil es zu passiv ist (jemand, der sich für die grünen nicht interessiert, wird das angebot nur spärlich wahrnehmen). man muss die menschen aktiv, direkt ansprechen, die vorstellungen proaktiv vermitteln und sich nicht darauf verlassen, dass sich jemand in einer „guten stunde“ im internet informiert oder mal zufällig auf ein blog kommt….

    meine 2 cent.

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  3. Greencard Hallo allseits,

    bereits mehrmals vorgeschlagen:
    Eine Online/Offline Greencard (ex Parteibuch) in komplett neuer Form:
    – Angebote im Öko-Bereich
    – spezielle Info-Services
    – UND Voting-Möglichkeit für interne Entscheidungsfindungen

    Wer vom Voting 12 Monate lang nicht Gebrauch macht, dessen Account wird wieder gelöscht. Um Mißbrauch in diesem doch heiklen Bereich zu vermeiden, wäre es sinnvoll, die Account-Daten nur über eine Postadresse zu versenden.

    Die Votings könnte es zu allem möglichen geben – zu Sachenthemen, zu taktischen Fragen – und vor Wahlen auch zu internen Vorwahlen.

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  4. Grün-Kommunikation im Netz Es geht hier nicht um „Überschätzung“ und „Unterschätzung“ des Internets, sondern einfach um den Umstand, dass hier neue Kommunikationsformen in Entwicklung (!) sind. Es gibt sie, also lasst sie uns verwenden und verbreitern. Gerade der Umstand, dass wir hier gerade erst am Beginn stehen, macht die Sache verlockend und versprechend.

    Ad „viele grüne Blogs“:
    Das erscheint nur im Moment so strange, weil eigentlich alle über das selbe schreiben. Wenn die NR-Wahl in Ferne gerückt sein wird, werden sich auch sicher die Grün-Blogs wieder individualisieren aufgrund des unterschiedlich regionalen Bezugs der einzelnen bloggenden PolitikerInnen. Außerdem halte ich gerade dem Umstand, das hier einzelne (!) GrünpolitikerInnen bloggenderweise am Werk sind, für enorm wichtig, da es die menschliche Nähe und Kommunikation fördert und dem üblichen Politik-Apparat entgegenwirkt. Über eine gemeinsame, userInnenfreundliche Plattform sämtlicher Grün-Blogs könnte mensch schon nachdenken.

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  5. Bock auf Kenia Meine Gründe für eine „Kenia-Koalition“
    * Rot-Schwarz wird Strache bei der nächsten Wahl zum Kanzler machen
    (Häupl verweigert die Realität und behauptet, dass es in Wien kein
    Integrationsproblem gäbe, obwohl 25% rechts gewählt haben.)
    * Schwarz-Blau-Orange wäre ein Alptraum
    * Haiders volkstreuen kann man nicht trauen, weshalb auch Rot-Grün-Orange keine Alternative darstellt.
    * Kenia erlaubt den Grünen zu beweisen, dass sie zu den konstruktiven parlamentarischen Kräften des Parlaments gehören.

    Mein Vorschlag:
    * „Bock auf Kenia!“
    * Die Grünen gestalten ihre Kernthemen: Integration und Klimaschutz
    * Grüne Integrationsmaßnahmen helfen In- und Ausländern bzw.
    Alt- und Neu-österreichern insb. auch F-Wählern (Konflikte abbauen,
    Mediation, kulturelle Grenzen überwinden)

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  6. bock auf kenia nö, hab ich nicht, offen gesagt. wer glaubt, in so einer konstellation könnten die grünen „was reissen“ irrt, denke ich. meine befürchtung ist: sie würden fürchterlich unter die räder kommen.

    schluss mit dem anbiedern an pröll und faymann.
    schluss mit dem „beleidigte leberwurscht“ spielen
    schluss mit „wer uns nicht versteht, hat keine ahnung von politik“.

    ich bin für eine starke oppositionsrolle. wer braucht schon einen ministerposten (mehr würds eh nicht werden)?

    wenn regierungsbeteiligung, dann muss eine klare handschrift der grünen erkennbar sein. in so einer halbseidenen dreier-konstellation ist das unmöglich.

    erzwingen braucht man nichts.

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  7. Die Krone Analye… … wurde von Fessel Gfk gemacht…

    1. sind die fragen, die das institut stellt nicht objektiv
    2. sind die mehr als övp nahe

    umfragen von denen sind nicht ernst zu nehmen, wie auch in der letzten nationalrats sitzung jemand von ihrer partei bewies (wieviele beamte sind für/gegen die studiengebühren war glaub ich der die umfrage, zu der von ihrer partei eine tatsächliche richtigstellung gemacht wurde).

    EDIT:
    PS: WIESO in aller Welt EVA GLAWISCHNIG??? :/ Nicht gut… Wieso nicht zum Beispiel Sie? Zu Glawischnig fallt mir immer nur eine ihrer Antworten auf Peter Westenthaler ein: W. reden jede Menge Schwachsinn „im Zentrum“ und etwas über Vorväter. Das einzige was G. darauf einfällt: „Sie haben anscheinend keine Vormütter!“ OMG – Inhalt? NIX! Nur beinharte Ideologie! .. Genau das Gegenteil von VDB

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  8. cc an die spitze nachdem van der bellen eben zurückgetreten ist, möchte ich dich ermutigen, wieder an die grüne spitze zurückzukehren. mit deinem politischen stil und all deinen projekten, könntest du den nötigen schwung wieder hineinbringen, der den grünen zuletzt gefehlt hat.

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  9. auch schon munter? na sowas, jetzt entdecken der chorherr das internet neu. a wunda. ich habe mich vor der wahl unheimlich geärgert das die grüne website zwar alle Web2.0 blödheiten von twitter bis widgets spielt, man aber bei der suche nach informationen zu einzelnen kandidaten kläglich scheitert und wieder googeln muß. auch die kommunikationsfreudigkeit der grünen website ist legendär.

    ich versteh eh, man will sich von basisdemokratisch und bürgerbeteiligung und so halt ein bissl staatsmenschlich distanzieren. wird auch sehr bedankt wie man am ergebnis sieht.

    also ich kann euch nur einen rat geben, nehmts euch an der ÖVP ein beispiel wenn ihr das nächste mal einen relaunch machts. dort komm ich mit 3 mausklicks zu jedem beliebigen kandidaten. traurig, nicht?

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  10. Das Internt ist kein Massenmedium, es ist ein massenhaft verwendetes „Einzel“-Medium, genau genommen gar kein Medium, sondern eine Telekommunikationsanwendung.Rund um ein Blog wie dieses schwirren 100, 200, 300 Menschen, von denen sich viele persönlich kennen und den Blog-Autor auch. Diese hochspezialisierte Teilöffentlichkeit(en) darf man nicht mit der „Allgemeinheit“ verwechseln, an die sich Massen-Medien ihrer Natur nach wenden. Das spricht nicht gegen Blogs. Im Gegenteil, Programme, Inhalte, Themen lassen sich in einem solchen Kreis schriftlich durcharbeiten, in Massen-Medien kommen nur hochverdichtet zwei, drei Slogans „durch“. Aber die Wirkung von einer einzigen Fernseh-Waldebatte, in der 1 Million gleichzeitig zusehen quer durch die Soziodemographie, wird von allen poltitischen Blogs zusammengenommen nicht erreicht.
    Ich will hier daher die These der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zur Diskussion stellen, daß der ORF den Wahlausgang in einem hohen Ausmaß zu verantworten hat: Er hätte in seiner „Quoten-Geilheit“ dermaßen viele Wahlsendungen angesetzt, dass die „telegenen“ Herren Strache und Haider überproportional profitieren mussten. Also jene Herren, die die Wahl des Informationsdirektors ermöglicht haben.
    Aus grüner Sicht ist die Frage wertneutral: VdB hat nachweislich mit seinen TV-Auftritten stets gepunktet, sich jedenfalls nie geschadet (wie Molterer mit jedem seiner Auftritte“.

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  11. seh ich nich so. Foren, Blogs sind kleine Plattformen mit spezieller community sie erreichen kein großes Publikum, so wie eine Gratiszeitung in der U-Bahn beispielsweise.
    Im BÜro liegen jeden Tag „Heute“ und „Österreich“ auf, die Schlagzeilen erzeugen Anschlußkommunikation und die ist wiederrum mitentscheidend wenn man wählt.
    Beispiel Mehrwertsteuer, kurz andiskutiert, paar Zeilen nachgeplappert und ein bisschen auf die eigene Wirklichkeitswahrnehmung abgeklopft.
    Nicht das niemand an komplexen Sachzusammenhängen interessiert wär, aber heutzutage sind die Themen so komplex, Beispiel EU-Verfassung, dass man schon eine mehrstündige Gesprächsrunde braucht um da in Punkto Sachurteil voranzukommen und diese haben bzw. nehmen sich die meisten nicht.
    Die einzige Chance denk ich is das Internet als Ideenplattform zu benutzen wo eine Partei zB sich ihre Themen herholt, um dann zu versuchen sie in den Mainstream-Medien zu etablieren. Doch Schlagzeilen bleiben einfach entscheidend. Gerade der Wahlkampf war meiner Wahrnehmung nach, von solchen schnellen auf die Mainstreammedien zugeschnittenen Aufmachern, geprägt.
    Mehrwertsteuer war der Slogan, das Motto und der Ursprung aller Analysen und Berichte, dazu noch die Personalien von Faymann vs Molti und Haider vs. Hc.
    Es wurde nicht mal in die Nähe einer Zukunft gedacht, es zählte nur das Jetzt!, der Rest der Welt, die Finanzkrise und ihre Wirkung auf die nahe volkswirtschaftliche Zukunft ausgeblendet, genauso die Zukunft Europas und ihrer Verfassung, Klimawandel detto.
    Es war ein Instantwahlkampf mit Instantthemen, eine billige Nudelsuppe die nach 5 Minuten wieder kalt und ungenießbar wird.
    Und falls das jetz Standard wird, also der Schlußverkauf der Wahlzuckerln, dann hat da Internetblogging wenig zu melden.

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  12. Internet a la Obama All diese Kommentare gelesen und genickt habend, läuft die Diskussion hier jetzt vielleicht in die falsche Richtung: Im Zwischenresumee ist die Internet/Blogging-Community als Kommunikationsplattform sicher nicht ein wahlentscheidender Faktor. Aber: Sie kann ein effektives Kampagnenwerkzeug sein, und hier kann man sehr viel von der Obama-Kampagne lernen, die anders als die gescheiterte 2004er-Kampagne von Howard Dean das Gegenteil von blauäugig ist, sondern das Internet als Finanzierungs- und Mobilisierungswerkzeug versteht. Das passt zwar nicht gut zur aktuellen österr. Wahlkampfkultur, besonders der Grünen mit ihrer Konzentration auf die öffentliche Parteienfinanzierung. Bei Obama gibt es eine zentrale Webplattform und von dort ausgehend Blogplattformen, SMS-Verteiler- und Massen-email-Maschinen zur Nutzung durch die UnterstützerInnen, und immer wieder die Aufforderung sich selbst persönliche Fundraising-Ziele zu stecken und diese im Pyramidenspiel-Verfahren zu verfolgen. Jemand hat einmal sinngemäß gesagt: Ein Kampagnenevent von Al Gore im Jahr 2000, das waren 50 Leute in einem Raum, von denen jeder $10.000 spendet, ein Kerry-Event waren 500 Leute zu je $1.000, ein Obama-Event ist ein Football-Stadium mit 50.000 Leuten, die $0 spenden aber ihre Handy-Nummer und Email-Adresse zur Verfügung stellen. Ein solches Projekt braucht wohl eine starke Leitidee (oder eine charismatische Führungsfigur?) und ist daher an Mehrheiten orientiert – ein 15%-Ziel würde da komisch aussehen. Und ob das alles die Herunterskalierung auf 6 Mio Wahlberechtigte überleben könnte ist auch ungewiss. Dennoch, vielleicht ein Denkansatz.

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