notwendige Reform der Grünen

Das sagt sehr viel aus:
Die wichtigsten und substanziellsten Vorschläge, wie wir Grüne uns weiterentwickeln sollen, kommen nicht „aus den Gremien“, sondern von „aussen“.
Besonders lesenswert ist DAS.
Vor allem:
Wir sollten es nicht nur lesen, sondern auch tun.
Ich bin dabei.

13 Gedanken zu “notwendige Reform der Grünen

  1. Eine grüne Katastrophe Lieber Christoph,

    deine gestrige Analyse hier unterschied sich wohltuend von den offiziellen Stellungnahmen der Partei in den Massenmedien (und das ist schon mal der erste Teil des Problems). Ich halte das Wahlergebnis für eine Katastrophe aus grüner Sicht. Wenn es uns nicht gelingt, nach diesem eindeutigen Scheitern der großen Koalition relevante Stimmenanteile von Rot und Schwarz aufzufangen (und die dann zu Nichtwählern, FPÖ und BZO gehen), dann müssen wir uns grundsätzlich überlegen, was wir falsch machen.

    Meiner Ansicht nach machen wir grundsätzlich etwas falsch. Das habe ich auch bei meiner Rede zur Kandidatur für die Wiener Landesliste auszusprechen versucht. Einfach gesagt nehmen wir die Menschen nicht so, wie sie sind, sondern so, wie wie sie (unserer Meinung nach) sein sollen.

    Meine kurze Analyse dazu findest du auf meiner website http://www.peterwurm.com.

    Wenn sich unsere Vorstellung von Politik nicht bald grundsätzlich ändert, dann werden wir eine Bürgerinitiative für Wien Innen-West werden (oder bleiben), während der Rest des Landes aus Angst, Wut und Verzweiflung weiterhin dorthin geht, wo er sich damit gut aufgehoben fühlt.

    Wenn wir nicht aufhören, uns dauernd moralisch zu empören, dann werden wir von fast jedem (ausser unserem eigenen Klüngel) als widerlich wahrgenommen werden. Wir sind für viele aus genau diesem Grund eine völlig unattraktive und unwählbare Partei.

    Es ist wie mit dem Umgang mit Kindern (auch ein asymetrisches Verhältnis): Wenn ich als Vater dauernd mit „du sollst, du sollst…“ hineinregiere, dann werden meine Kinder irgendwann auf mich scheissen.

    Es wird Zeit, dass wir endlich formal so professionell werden, wie FPÖ und Jörg Haider schon längst sind.

    Liebe Grüße

    Peter

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  2. besonders lesenswert ist DAS der kommentar von helges block bringt es wirklich sehr gut auf den punkt!
    also der wahlkampf beginnt HEUTE!!!!
    wir sollten es wirklich bald angehen.

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  3. Notizen eines Wahlunterstützers

    Ich möchte als Unterstützer, der im Zelt und in Favoriten Wahlkampf durchgeführt hat, ein paar Gedanken loswerden.
    Mit Neugier und ungeheurem Willen zur Unterstützung bin ich zum Landesbüro gegangen.
    Durch sehr freundliche und respektvolle Begegnungen wurde ich noch mehr motiviert.
    Am Anfang habe ich an den Diskussionen über die Mandatare für den Nationalrat teilgenommen und habe zwei
    Fragen zum Ausdruck gebracht.
    Diese lauteten:
    1. Die Grüne Partei ist eine Globalisierungsgewinnerpartei, aber ihr Programm ist für Globalisierungsverlierer. Wie erklären Sie dieses Paradoxon?
    2. Warum kann die Grüne Partei als eine Elitepartei ihr gutes Programm nicht gut verkaufen?
    Durch zahlreiche Gespräche sowohl in Favoriten als auch im Zelt und bei anderen Gelegenheiten ist für mich klar geworden, dass dies Fragen sind, die wir nicht ignorieren können.
    Um meine Gedanken weiter zu konkretisieren, möchte ich im Bereich der Migration und Integration zwei Beispiele anführen:
    1. In der Fußgängerzone Favoriten so zu reden, als ob man annehmen würde, die dort Ansässigen hätten als Zeitungslektüre den „Standard“ , zeigt, dass wir das soziale Milieu der dort lebenden Migranten nicht kennen (Rede von Alev Korun!). Ich wohne seit Jahren dort und weiß was ich sage!

    2. Am Mittwoch 26. Sept. habe ich an einer Veranstaltung einer Migrantengruppe teilgenommen. Der Großteil der Teilnehmer waren indischstämmige MitbürgerInnen. Zuständige der Landesorganisation waren für die Erklärung des Wahlprogrammes und eventuelle Fragen da. Auf verschiedene konkrete Fragen des Publikums und besonders die Frage eines indischstämmigen HTL-Schülers (13. Schulstufe) -„Ich weiß nicht, soll ich Grüne wählen oder FPÖ?“ – kamen als Antwort nur abstrakte Sätze aus dem Wahlprogramm. Ich frage mich, ob wir die Objekte unser Bemühungen, in diesem Fall Migranten, überhaupt kennen, wenn sie uns gegenüber sitzen und konkrete Fragen haben.

    Das Resultat für mich aus diesem Wahlkampf ist:
    Näher auf einzelne Gruppen und soziale Milieus der Gesellschaft zugehen und
    präzisere, passende politische Angebote unterbreiten. Politische Vorschläge genauer entwickeln und dann für sie werben. Ich glaube, dass trotz des Wahlergebnisses die Grünen einen energischen und zum Teil erfolgreichen Wahlkampf durchgeführt haben.
    Aber was unklar war: die Megathemen!
    Angesichts der Vielfalt von Werbematerial- ich sage es zugespitzt – war das zwischen Strategie und Anarchie.
    Ich glaube, die persönlichen Profilierungsversuche in der Zeit der Mandatarewahl haben uns etwas geschadet.
    Am Ende möchte ich ausdrücken, dass ich sehr glücklich bin, dass ich in diesen zwei Monaten intensiv beim Wahlkampf mitgemacht habe. Ich habe in dieser Zeit zahlreiche großherzige Frauen und Männer verschiedenen Alters
    kennengelernt. Mutige Männer und Frauen haben trotz schwieriger Situation für die Rechte von Migranten gekämpft.
    Als ein Migrant sage ich herzlichen Dank. Mir ist bewusst, dass wir uns als Migranten selber mehr engagieren müssen.
    Als Selbstkritik muss ich auch sagen, dass ich mich selbst viel zu spät für eine Zusammenarbeit beworben habe, aber ein persisches Sprichwort sagt.

    “ Es ist egal, wann du den Fisch aus dem Wasser holst, er ist immer frisch“

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  4. also… … ich finde den verlinkten Post sehr interessant und auch in der Mehrheit seiner Punkte absolut zutreffend!

    Mehr Bewegung in die Grünen Reihen/Haufen/Häufchen!

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  5. Unsere Selbstaufgabe ist unser wahrer Sinn Machen wir uns nix vor: wir werden nie eine bedeutende politische Kraft sein können, dafür sind wir zu intellektuell.
    Trotzdem haben wir Grüne die Möglichkeit, den Durchmarsch der Rechten aufzuhalten und den Fortbestand der Zivilgesellschaft zu sichern. – Indem wir nämlich mit SPÖ und ÖVP für ein Mehrheitswahlrecht stimmen. Das wäre dann natürlich auch unser eigenes Ende, aber die Rechten wären damit endgültig erledigt.
    Noch ist Zeit dafür, aber zu lange sollten wir nicht zuwarten…

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  6. ich gehe über vor zorn lieber christoph,

    these: die verbindung grüner gremien nach “draußen” ist abgerissen. interne wahrheiten werden nicht mehr mit den bedürfnissen der wählerInnen abgeglichen.

    indizien aus den letzten tagen:

    van der bellen tritt gemeinsam mit hikmet arslan auf. freut sich grün über gelungene auftritt und positive reaktionen? nein, es wird diskutiert, warum hier zwei männer grün repräsentieren und wo denn bittschön eine frau wär.

    oder: die frage taucht auf, wie man mit leuten umgeht, die zwar mitarbeiten wollen, aber nicht zu bezirksgruppentreffen gehen wollen. freut sich grün, dass menschen mit ganz konkreten angeboten kommen – entsprechend den individuellen fähigkeiten? nein, ich lese postings, dass sich das die leut bittschön aber nicht ausuchen können, weil die bezirksarbeit schon wichtig ist.

    und jetzt wird halt darüber raisoniert, wieviele leute quasi-nazoid FPBZÖ wählen, statt dass der versuch unternommen wird, diese wählerInnen zu verstehen.

    so viel könnte ich noch schreiben, ich gehe über vor zorn über das, was von den grünen zu mir transportiert wird.

    z.B. wahlplakate: was soll “wann, wenn nicht jetzt”? ich will wissen WARUM jetzt!

    z.B. der seltsame versuch eines doppel-brandings mit gruene und vdb08

    z.B. listenerstellung: fixe plätze haben frauen, haben migrantInnen, haben homosexuelle. warum gibt es keinen garantierten fixplatz für interessante menschen mit öffentlicher wirkung. lieber langweilig, dafür eineR von uns?

    irre ich mich, oder gibt es im wiener rathausklub nur zwei abgeordnete, die keine vergangenheit als bezirksrätInnen, parteiangestellte oder klubreferentInnen haben? sigrid pilz und marie ringler? und beide sind haben ihr mandat seit 8 jahren? ich unterstelle, dass die grünen die partei mit der härtesten ochsentour sind. wenn du nicht so riechst wie wir, brauchst gar ned vorbeischaun. die erfüllte interne verpflichtung ist wichtiger als alles andere.

    irgendwie verzweifelt
    axel

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  7. Reform nach Innen Also ich denke, und da bin ich sicher nicht allein damit, und die Erfahrungen in OÖ zeigen das auch, wir sollten uns jetzt mal auf den Konsolidierungsprozeß nach Innen konzentrieren.
    Wenn wir in eine Regierung eintreten, werden alle, dei jetzt schon mit dem tagesgeschäft überlastet sind, noch wneiger Zeit haben, sich um die Basis zu kümmern. wa sheißt Basis, sich um die mittlere Funktionärseben, die in den Bezirk läuft und läuft und läuft und sich im Stich gelassen fühlt.
    Dazu kommt, daß wenn wir in eine Regierung eintreten, mit 19 Mandaten ja noch wneiger Geld zur Verfügung haben als bisher, um den Funktionärinenn auch finanziell Rückhalt zu gebe.
    Wa Not tut?
    Ich denke, wir sollten alle unsere Köpfe zusammenstecken und uns überlegen, wie wir erstens Wahlkämpfe effizienter gestalten können, wie wir neue Hitzköpfe an die vorderste Linie bringen und wie wir aus dem Schlamassel der unbedingten Machtbeteiligung herausfinden.
    Die Spitze soll sich mal um die Basis kümmern un dnicht immer auf ihre möglichen Mitgregierungen schielen. Vor allem haben wir es früher geschafft aus der Opposition die Parteien vor uns herzutreiben, jetzt laufen wir ihnen hinterher.In der Umweltpolitik ist da shervorragend gelungen, warum sollte das ind er Sozialpolitik nicht auch gehen oder in der Freidenspolitik oder in der Antiatompolitik. das sind doch auch unsere felder Und wir müssen lernen, radikaler zu werden, auch auf der linken Seite. radikalität ist nciht schädlich. Wenn cih Zahnschmerzen habe, und der Zahn nicht zu retten ist, reiße ich ihn ja auch mit der gesamten Wurzel aus. Und wovon kommt radikalität, von der Wurzel her.
    Also raus aus den regierungsbeteiligungen, rein in die Strukturreform nach Innen. Aber bitt enicht wie aus Parteigremien zu hören ist, mit einer Zentralisierungsdebatte. das würde die Grünen umbringen.

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  8. Grüne Änderungen: Wann, wenn nicht jetzt… Die Wahl ist geschlagen – wir haben einiges verloren. Eine Innenschau mit entsprechenden Veränderungen ist jetzt dringend vonnöten.

    Das Ergebnis ist ernüchternd – aber es war zu erwarten. Wir müssen das als eine klare Niederlage einstufen und uns in vielen Bereichen hinterfragen, auch wenn wir mit einem blauen Auge davongekommen sind. Wir dürfen die Schuld nicht aussen suchen (BZÖ, LIF, böse Medien, …), sondern Wege finden, unsere Performance zu verbessern.

    Wir müssen mit neuem Schwung dran gehen, und man muss das merken bis zu den Funktionären in den Ländern. Wir müssen das Gefühl bekommen – jetzt weht ein neuer Wind bei den Grünen.
    Das geht aber nicht mit ein paar Standardreden beim Buko, das erfordert auch die Einbindung von uns Aktiven in den Erneuerungsprozess. Sonst wird dem einen oder anderen bald die Lust vergehen – das hört man auch bei Randgesprächen am Buko immer wieder. Wir müssen es schaffen, dass wir wieder eine BEWEGUNG sind, dass wir uns verbunden fühlen. Das geht aber nicht, wenn wir das Gefühl haben ‚…die da oben…‘, sondern durch gemeinsames schaffen, gemeinsames erleben und arbeiten.

    Viele Menschen haben den Eindruck, dass sich bei den Grünen lange nichts verändert hat, dass sie nicht wissen, warum sie grün wählen sollten. Es stellt sich die Frage, warum wir es nicht schafften, von den 14% Verlust der ÖVP-SPÖ, einige Prozent der Protestwähler zu gewinnen. Es war oft “Langweiligkeit” und “fehlende Aggressivität” zu hören wenn man mit den Leuten diskutierte.
    Sind wir mit den 10-12 Prozent zufrieden die wir glauben, maximal erreichen zu können? Ich bin absolut NICHT der Meinung, dass unser Potenzial damit erschöpft ist. Ich denke dass wir durchaus bei 15% bis 20% einzustufen wären, wenn wir die Menschen abholen, die darauf warten.

    Die Personen an der Spitze haben das im Wahlkampf auch – soweit von mir einschätzbar – gut gemacht. Wie das weitergeht ist jedoch offen. Eine personelle Erfrischung und Erneuerung wäre sicher ein Gewinn (Zeit nach Sascha und Eva). Das hat jetzt aber noch Zeit und braucht solide Vorbereitung und einen geordneten Übergang.
    Sicher müssen wir uns auch fragen: Was machen wir für eine Personalpolitik? Bauen wir Leute auf um in führende Positionen nachzurücken? Oder leben auch wir Grünen in einer Neidgesellschaft wo sich die ‚Oberen‘ abschotten gegenüber den ‚Gefahren‘ von unten?

    Viel wichtiger erscheint mir, dass wir jetzt die Inhalte und unser Vorgehen durchforsten. Was haben wir transportiert – wo scheinen wir nicht auf? Welche Wählergruppen können wir bisher nicht ansprechen (2 Millionen Pensionisten, Junge Menschen, …)?

    Was können wir tun, dass wir die Menschen mehr erreichen und auch mehr in der Öffentlichkeit (Medien) aufscheinen? Gibt es Möglichkeiten, in die Medien zu kommen um unsere Anliegen zu transportieren (sanfter Aktionismus, Internet, – siehe Johannes Rauch, Chorherr und Pilz…)?
    Es geht darum, neue und zusätzliche Strategien zu überlegen, auszuprobieren, altbewährtes wieder auszugraben, …
    Warum scheinen nur die beiden Spitzenkandidaten auf? Warum sieht und hört man das ganze Jahr nichts (oder wenig) von den anderen 19 Abgeordneten? (Ausnahme Peter Pilz)?

    Bei der Information der Menschen ist es wichtig, dass wir so reden wie diejenigen, denen unser Statement gilt. Wir müssen die Menschen dort abholen wo sie sind, nicht dort wo wir sind!!!
    Wir sind oft zu kompliziert, zu intellektuell – das hört man immer wieder – und wirken dadurch oft auch abgehoben. Ich weiss, die Themen sind ja so komplex – trotzdem müssen wir es schaffen, diese einfach zu erklären (verdichten) – sonst kommen sie nicht an, werden nicht verstanden.

    Plakate: Die erste Negativ-Plakatwelle ist mir nach wie vor absolut unverständlich. Jeder Psychologenlehrling erklärt das schon, dass das verkehrt rum ankommt. Die zweite Plakatwelle hat mir gut gefallen – die kam auch bei den Leuten an.
    Die Inhalte und Themen sind wieder ein eigenes Kapitel. Die gehen oft an den Sorgen und Interessen der Menschen vorbei. Aber hintennach ist man meistens klüger…
    Johann Tschann

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  9. „Das große Problem für die Grünen in diesem Wahlkampf waren die Medien. “

    sehr intellektuell. Das ist wahrlich nicht besser als ein Kronen-Zeitungsartikel!!!

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