Die Medien und der Wahlkampf

Vor ein paar Tagen hatte ich ein interessantes Gespräch mit Forian Klenk vom falter: Meine These war und ist, dass am bescheidenen (erbärmlichen?) Niveau dieses Wahlkampfes der Zustand unserer Medien wichtige Teilschuld trägt.
Es darf doch nicht wahr sein, dass heute, 2008 ausgerechnet die Frage, ob die Mwst auf Lebensmittel von 10% auf 5% gesenkt wird, DIE zentrale Frage dieses Wahlkamps ist und vieles andere ist schlicht „keine Geschichte“ über die berichtet wird.
Was ist los mit diesem Land?
Und dann hab ich Herrn Klenk „hierher“ eingeladen.
Teil1:


Teil 2:

4 Gedanken zu “Die Medien und der Wahlkampf

  1. Wo ist der Journalismus? Ich kann Florian Klenk im 2. Video nur zustimmen: ‚Wo ist der Journalismus? Wo ist die kritische Beurteilung dessen was da gesagt wird?‘

    Die gibt es doch jetzt schon lange nicht mehr! Abgesehen von ein paar investigativen, Herrn Klenk zähle ich in Ö noch dazu, in Deutschland fällt mir halt als erster natürlich Günter Wallraff ein, gibt es doch in den Mainstreammedien einfach viel zuviele Nachbeter der Aussendungen der Parteien, Lobbygruppen und Wirtschaftsverbände!
    Die ökonomische Abhängigkeit von Inseraten und Kooperationen sind doch in allen etablierten Medien sichtbar, zu sehen an der konzertierten PRopaganda in Deutschland zugunsten der privatisierung der Renten! Oder die gleichgerichtet Kampagne gegen die LINKE und den linken Flügel in der SPD (Ypsilanti)!

    Da kommt einem doch das grauen wenn man sich vergegenwärtigt wie machtlos man der Meinungsmanipulation und PRopaganda ausgeliefert ist.

    Darum: es ist verständlich dass sich die etablierten Medien und „Journalisten“ weitgehend gegen Blogs und private Initiativen wehren, aber nur diese werden durch ihre kritische Beurteilung der veröffentlichten Meinungen wieder eine ernsthafte Qualitätsforderung an Journalismus stellen können und diesen aus der Verfilzung (Finanz)Wirtschaft/Politik/Medien herauslösen können. Auch im sogenannten „Qualitätsjournalismus“.

    Ein paar Tipps:
    http://www.nachdenkseiten.de
    http://www.spiegelfechter.de

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  2. Danke Super Sache! Bitte mehr davon!

    Schön, zu sehen, dass es so interessanten (selbst denkenden) journalistischen Nachwuchs gibt.

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  3. Opinion Ich möchte auf den Text von „der Vorreiterin“ hinweisen:
    http://vorreiterin.wordpress.com/2008/09/18/ganz-leger-oder-mit-krawatte/

    Ich empfinde das auch so, dass es ein Problem ist, dass in Österreich Journalisten so tun, wie wenn sie keine Meinung hätten. Und da sie sich nicht sagen trauen, dass die MwSt-Senkung schlecht (gut) ist und diese Hummer-Ausnahmen peinlich (super) und dass die ÖVP kein eigenes Programm hat (oder ein super Programm hat), kommt das dabei raus, was wir jeden Tag sehen/hören/lesen.

    Wer z.B. mal Hannity & Colmes auf Fox-News gesehen hat, wo ein rechter (Hannity) und ein linker (Colms) Kommentator Politiker interviewen und ihre Sicht der Dinge erklären, der weiß, wie arm wir in Österreich dran sind.

    Deswegen stimme ich auch nicht mit Klenk überein. Er macht genau den gleichen Fehler – er tut so, als sei er unparteiisch, würde alles aus der Ferne betrachten, exakt analysieren usw.. Wer aber versucht seine Informationen auf verschiedenen Quellen zu bekommen, der weiß, wie einseitig die Medien manchmal sein können, wie die Tatsachen oft vollkommen verzerrt wiedergegeben werden, wie ungemein Wichtiges einfach ausgelassen wird. Dieser Mythos vom unparteiischen Journalisten hat ausgedient. Wir brauchen nicht 1000e angeblich unparteiische Journalisten, sondern 1000e Journalisten die ihre jeweilige Meinung sagen.

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  4. Andersrum Ich habe die Idee „Politiker interviewt Journalist“ als ziemlich genial empfunden. Klar, es ist eigentlich nur ein Gespräch, aber auch solche können als Interview gewertet werden.
    Was hier angesprochen wurde, ist ja im Wesentlichen das Web 2.0-Konzept. Der User generiert die Inhalte. Many-to-many-communication nennt man sowas. Grundsätzlich finde ich dieses Konzept als eine der größten Kommunikationsrevolutionen, die die Menschheit bisher durchgemacht hat. Denn es fallen Hürden weg, die man vor ein paar Jahren nicht mal wahrgenommen hat: Ich kann (theoretisch) der ganzen Welt meine Meinung, meine Erfahrungen oder was mir sonst so am Herzen liegt, mitteilen. Und das ohne Filter, die auch wenn sie Objektivität predigen, immer die Botschaft verzerren (auch wenn es oft gut gemeint ist). Ich denke auch, dass ein zu behutsamer Journalismus den Leser entmündigt. Mit dem Wegfallen dieser Instanz kann sich der geneigte Leser selbst ein Urteil bilden. Niemand wird so naiv sein und einen Blog eines Politikers auf den selben Obejktivheitsgrad einer Zeitungsmeldung zu stellen. Der Blog ist doch nichts anderes als ein Kommentar, der natürlich persönliche Meinung beinhaltet. Klar, natürlich kann es sein, dass sich rechtsradikale Blogs bilden, aber man soll bitte nicht vergessen, dass Österreichische Gesetze auch im Internet gelten: Baue ich eine Nazi-Seite, bin ich weiterhin dafür strafbar. Weiters ist es seit 2005 Gesetz, den Namen und die Adresse des Herausgebers der Homepage im Impressum aufzuführen.
    Die Aussagen von Herrn Klenk, dass wir den Journalismus als Kontrollorgan benötigen, kann ich nicht ganz teilen. Es ist sicher gut, dass es ihn gibt, aber ich denke, dass sich die Aufgabe des Journalisten wandeln wird. Vom alleinigen Informationsüberbringer zum Informationssammler. Es wird mittlerweile so viel Wissenswertes pro Tag produziert, dass man eine Instanz braucht, die das Wissenswerte vom Wertlosen trennt und so die Zeit der Leser spart.

    lg Jakob

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