das Dachterrassenhaus-Modell gegen die Zersiedelung (2)

Zwischendurch ein bisschen Kommunales.
Nicht zuletzt angeregt von poster/innen, die zurecht meinen, dass wir Grüne viel lauter sagen sollen, WOFÜR wir sind, statt immer nur DAGEGEN zu sein.
Also: DAFÜR bin ich nicht nur, DAS hab ich massgeblich voarangetrieben.
Vor knapp drei Jahren berichtete ich, nicht ohne Stolz, über dieses Projekt. (Kurzbeschreibung des Architekten Rüdiger Lainer darin nachlesen!)
Erst Idee, dann viel Lobbying, Grundstück suchen, Bauträger überzeugen, Wettbewerb mitorgansieren, in der Jury das hoffentlich beste Projekt aussuchen.
Und dann ist es fertig.
Im August ziehen die ersten Mieter ein.
Für mich ist es paradigmatsich, weil hier extrem viel von dem verwirklicht ist, was für mich zukunftsweisenden „grünen“ Städtebau ausmacht.
Jede Wohnung hat eine großzügige Terrasse.
Davor der stolze Architekt.

Diese Terrassen haben üppige Tröge (keine kleinen Kisterl), und in wenigen Jahren wird die Fassade mit verschiedensten Pflanzen überwuchert sein.
Jede Wohnung hat Ausblick, auf direkte Besonnung wurde grosser Wert gelegt.
Wichtig die Dächer.
Hier kann man feiern, grillen, Musik machen, Parties organisieren. selbstgewählte Nachbarschaft kann entstehen.

zusätzlich können auf den Dächern, vergleichbar urbanen „Schrebergärten“ Beete engemietet werden.

Das ganze ist mitten in Favoriten, zwei Strassenbahnen bleiben unmittelbar davor stehen, in wenig mehr als 10 Minuten ist man im Zentrum.
Kurz zusammengefasst: Urbane Dichte kombiniert mit dem grossen bedürfnis nach Freiraum und Grün.
Ein Dachterassenhaus eben.
Ausserdem.
Ein sehr ansprechendes, helles skulpturales Stiegenhaus:

Natürlich gehört eine ansprechende Fassade auch zu „guter Architektur“, wichtiger aber ist: Wird das ein guter Ort zum besseren Leben?
Ich glaube, hier kann es gelingen.

5 Gedanken zu “das Dachterrassenhaus-Modell gegen die Zersiedelung (2)

  1. nett. wie groß sind die wohnungen, wie siehts mit den mietpreisen aus, wie wird geheizt und was getan um strom/energie zu sparen? direkte sonneneinstrahlung stell ich mir im sommer eher höllisch vor – was wurde dagegen gemacht?

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  2. Hässliche, eierlegende Wollmilchsau

    1. Furchtbar hässlich, wie alles, was in letzter Zeit gebaut wurde. Die Fenster jedes Stockwerks sind auch noch mutwillig gegenüber einander versetzt. Kein Wunder, dass die Leute aus der Stadt flüchten, um einem Augenkrebs vorzubeugen. Man beachte, dass viel EF-Haus-Besitzer viel Zeit damit verbringen ihr Haus und ihren Garten zu behübschen. Das geschieht mit unterschiedlichem Erfolg, aber das Bedürfnis nach Ästhetik ist da.
    Kein Wunder, dass die Fassade mit einer pflanzlichen Häuserburka überwuchern soll.

    2. Sind diese exponierten Loggien nicht ein Problem bezüglich der Wärmeisolierung?

    3. Die Wohnräume dürften dem Format der Fenster nach zu urteilen klaustrophobieinduzierend niedrig sein. Noch ein Fluchtmotiv.

    4. Die eitle Nachbarschaftsidylle im Gemeinschaftsbereich wird nicht entstehen. Das wurde schon x-mal probiert. Es wird Streit und Misstrauen geben. Irgendwer wird von den Erdbeeren in einem Gemüsebeet naschen bzw. seine Bierflaschen nach einer Feier nicht wegräumen.

    Eine Alternative zur Zersiedelung sollte doch eher Stadtplanung sein. Es braucht Schrebergärten in der Nähe, einen Park und zum Feiern geht man ins Wirtshaus, Straßen und Alleen in denen man sich aufhalten will.

    Hier wird wohl mal wieder versucht, fehlende Stadtplanung dadurch zu kompensieren, eine eierlegende Wollmilchsau hinzustellen.

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  3. Über die Optik kann man streiten, aber die Dachterrassen finde ich gut. Statt dass ein paar Privilegierte die Aussicht genießen dürfen kann das ganze Haus aufs Dach, super!
    Und ein paar kleine Schatten spendende Bäume anstatt Gestrüpp am Dach wären vielleicht mal eine Idee.
    Gibts eigentlich etwas Neues bezüglich Swim & Bike City?

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  4. Positives Beispiel Damit ich hier nicht als Suderant auffalle, möchte ich mal auf dieses Objekt hinweisen. Moderne Architektur kann auch schön sein. Vor allem die abgerundete Grundform gefällt mir. Angeblich Umweltfreundlich. Geschäftslokale im Erdgeschoss, Büroetagen und Wohnungen im Dachgeschoss. So wird Verdichtung ansprechend gemacht.

    Weiß jemand, was „Aktivstiegenhäuser “ sind? Google findet keine zweite Verwendung dieses Worts.

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  5. Wunderschön Das ist urbane Architektur, wie sie mir gefällt. Ich finde besonders die Idee mit der Dachterrasse sowie den kleinen Spazierwegen und Bänken einfach toll.

    Generell denke ich, dass man in der Stadt viel mehr in puncto besseren Ausblick tun sollte. Selbst wenn man bloß gegenüber von diesem Haus wohnt, kann man sich schon als Gewinner bezeichnen, nur alleine wegen des farbenprächtigen Ausblicks.

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