Verbrecher oder Stütze der Gesellschaft?

Eigentlich wars ein unglücklicher Zufall.
Ohne diesen wäre Fritz Verzetnitsch heute ÖGB Präsident, und Helmut Elsner geachteter Pensionär, und erhielte sicher Verdienstkreuze der Republik vom Bundespräsident Fischer.
Die Bawag würde noch immer dem ÖGB gehören, würde wieder Gewinne schreiben, und kein Mensch, ausser ein paar Insidern würde wissen, was „die Karibgeschäfte“ waren.
Shit happens.
Der Unterschied zwischen Ehrenmann und Häfnbruder ist eben ein blöder Zufall.
Dieser Zufall hiess REFCO, ein US-amerikanisches Investmenthaus.
Dieses ging pleite, und im Zuge der Ermittlungen von US-Behörden (keine österr. Behörde kam auch nur auf die Idee…) gelangte ein dubioser Kredit der BAWAG an REFCO an die Öffentlichkeit.
Erst damit ging es los.
Hätte es den REFCO Kredit nicht gegeben, und wäre REFCO nicht pleite gegangen, Elsner &Co wären heute ehrenwerte Stützen der Gesellschaft, Dauergäste bei Seitenblicke.
Aber die grosses Spekulationsverluste?
Die hatten, nein haben (fast) alle Banken.Die schmälern vielleicht kuirzfristig Gewinne, werden über Jahre abgeschrieben, und die Chefs, falls die verluste zu gross sind, werden mit üppigsten Abfertigungen und Millionenabfertigen in Pension geschickt.
Denn die Verluste aus der „subprime-Krise“, als europäische Banken völlig ohne Not diese Faulen Hypothekar-kredite aufgekauft haben waren weit grösser, als die Karibikverluste der BAWAG.
Die kam ja nur deswegen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weil die Sparer zu Tausenden ihre Sparbücher abzogen.
Verbrecher oder Ehrenmann.
Der schmale Grat des Zufalls.
Ein wunderbarer Artikel dazu.