6 Gedanken zu “autoritär, brutal, vordemokratisch

  1. Falsche Fakten Christoph Chorherr wäre gut beraten, wenn er – selbst als Parteipolitiker – die Fakten nicht ignorieren würde. So belegt Mediawatch, dass nicht in NÖ, sondern in Wien der Landeshauptmann am meisten im ORF zu Wort kommt. Auch das koordinierte Verschweigen des Skandals um die vertuschte Unfallserie der Wiener Linien spricht Bände. Wenn die Wiener Linien etwa in einem internen Memo vermerken: “ dass sich die Medien zurückgehalten hätten, da man die tollen Errungenschaften der Stadt Wien nicht in Misskredit bringen will.“( http://www.loub.at/?p=141 ), so zeigt sich, wo autoritäres Verständnis herrscht. Ich fordere den ansonsten von mir ob seiner Sachpolitik hoch geschätzten Christoph Chorherr auf, sich einmal mit der Medienlandschaft seines Heimatbundeslandes auseinanderzusetzen, ehe er faktisch unrichtige Vergleiche mit anderen Bundesländern zieht.

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  2. Punktlandung. Next Step: Landesgesetzgebung abschaffen.

    Ich bin sehr für das ohnehin zuwenig gelebte Subsidiaritätsprinzip, aber wir haben im kleinen Österreich heute eine legislative Ebene zuviel – und das sind die Länder. Was man den Gemeinden irgendwie überlassen kann, soll an die Gemeinden, der Rest an den Bund. Dann würde sich die Lächerkeit des Landesfürstentums gleich von selbst zurechtstutzen. Und zwar ohne, dass die Länder gleich „abgeschafft“ werden, denn das geht wohl schon aus Traditionsverliebtheit nicht. Die Länder sollen meinetwegen im Bereich mittelbarer Bundesverwaltung sogar eine noch stärkere Rolle spielen als heute schon. Geschenkt!

    Und noch ein Comment zum Vorkommentar: Man muss, wenn man den Finger auf vordemokratische Wunden legt, nicht immer gleich alle anderen Wunden aufzählen. Das würde nämlich auch nichts daran ändern, dass es die hier besprochene Wunde genau so gibt.

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  3. Im Schatten der Landeshauptglatze … Als immer-schon-Grüner bekomme ich natürlich auch diverse Zusendungen.
    So z.B. von der „Umweltberatung“, die lange Zeit in der wiener Mariahilferstraße
    beheimatet war.
    Eines Tages war die Zeitschrift der Umweltberatung nicht wieder zu erkennen:
    Nicht nur das Layout hatte sich geändert, auch der Schreibstil war anders, und ganz besonders auffällig: Es kam immer wieder ein Photo des NÖ – Landeshauptmannes und seines Umweltlandesrates Sobotka (permanent als „Gärtner“ mit großem Strohhut maskiert) vor !
    Ein Blick auf das Impressum: Verlag Niederösterreichisches Pressehaus.

    Auch die Zeitschrift „Universum“ – nach dem ORF Naturmagazin benannt –
    präsentierte sich als „Pröllzeitung“. Ich habe es irgendwann abbestellt.

    Ja, es ist widerlich !
    Ja, es erinnert an Wien & Häupl !

    Darum verstehen sich Pröll & Häupl wohl so gut…

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  4. eichenbrett versus stahlbeton das aktuelle profil hat einen guten artikel dazu. der pressesprecher der grünen nö rudi leo, der früher für die wiener gearbeitet hat, meint darin: wien war ein eichenbrett, niederösterreich ist stahlbeton.

    ergänzend zu dem was chrisoph geschrieben hat:

    in wien gibt es zumindest ein größeres kritisches, urbanes und akademisches publikum. vereine, initiativen, sozialprojekte können sich leichter bilden als in NÖ, ohne von der ÖVP unterwandert zu werden. der physische koordinationsaufwand einer partei/einer initiative ist in der großstadt wien geringer als in NÖ mit seinen weiten entfernungen.

    junge, gebildete leute wandern zur hälfte nach wien ab und die fachhoschulen sind auch keine schmieden kritischen denkens.

    nicht zu vergessen: es gibt in NÖ keinen falter, keinen standard etc., also medien die zumindest für das grüne kernpublikum ab und zu kritische geschichten schreiben.

    und wofür ich noch viel, viel mehr platz bräuchte, wäre die erläuterung der minderheiten- und oppositionsrechte im NÖ landtag. aber eigentlich gibt es die de facto nicht, womit es dann doch schon erledigt wäre.

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  5. wo bleibt die gegenöffentlichkeit Das Lamento über die Medienallmacht ist nicht unberechtigt.
    Würden die nö. Grünen aus diesem Missstand die richtigen Schlussfolgerungen ziehen, so hätten sie sicher eine weit bessere Homepage, mehr Blogs, hätten sich für eine niederösterr. Falter-Mutation eingesetzt etc.
    So gibt es halt grüne Ortshomepages die seit 2005 nichts Neues zu vermelden haben.
    und das mitten im Wahlkampf!
    es ist aber auch mehr als erstunlich, mit welcher Hartnäckigkeit, die angeblich
    aufgeweckten kritischen Journalisten (meist alle in Wiener Redaktionen sitzendend)
    sich dabei ekeln über die niederösterreichischen Zustände schreiben zu wollen.
    Wenns um Jubelmeldungen geht, soind sie aber gerne dabei…

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