nachdrückliche Empfehlung!

Diesmal, seit langem wieder, möchte ich einen Film empfehlen.
Import-Export von Ulrich Seidl.
Vorsicht: das ist keine leichte Kost.
Im Gegenteil.
Bei manchen Szenen, bei denen Seidl unerbittlich draufbleibt, wie z.B. jener, wo in einem ukrainischen Hotelzimmer ein „richtiger Wiener“ eine junge Prostituierte auf allen Vieren durchs Zimmer kriechen und „wuff wuff“ rufen lässt, kann man (ich) kaum zuschauen.
Aber sovieles ist so wahr, so beklemmend es ist:
Die alten Menschen, die in Lainz auf ihren Tod warten , der dann auch tatsächlich gekommen ist,wie man dann im Abspann die Kreuze neben den Namen der Darsteller sieht
Die unfassbare Ausbildung von Security Kräften.
Die Behandlung der ukrainischen „Putzfrau“ in einer Wiener Wohnung.
Die Missgunst und den Neid der österr. Krankenschwester eben jener Ukrainerin gegenüber, der es doch gelingt ein wenig Wärme auszustrahlen.
Und dann Seidls unglaublich starke Bildgestaltung: In Wien, in Tschechien, in einer Romasiedlung, in der Ukraine.
Selten hat mich ein Film so berührt.

Ein Gedanke zu “nachdrückliche Empfehlung!

  1. bei seidls filmen muss man, meiner erfahrung nach, immer extrem aufpassen und sich vor augen halten, dass nicht alles dokumentarisch ist – sondern vieles auch einfach spielfilm.
    (ist das bei import-export auch so?)
    Mir gings damals mit „models“ ählich. alles extrem arg und schlimm und unaushaltbar und doch vieles nur spielfilm. mit wahrem kern, meistens.
    also, watch out!

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