Der Klimawandel beschleunigt sich

Ein wichtiger Artikel, wie immer hervorragend aus der ZEIT:
Seit 2000 beschleunigt sich der weltweite Ausstoss an Treibhausgasen (gegenüber den 90ern).
Und die Pufferwirkung der Ozeane hat sich bereits reduziert.
Einmal mehr zum von mir sehr geschätzten maschi:
Ja, Forschen ist immer gut und wichtig.
Aber warum verstärken wir nicht dramatsich das, was bereits heute wirtschaftlich UND nachhaltig ist.
Aus Platzgründen heute nur zwei Beispiele:
1.) Häuser (im Neubaufall, wie im Sanierungsbereich) so planen und bauen, dass sie kaum mehr Energie brauchen (viele Beispiele hier).
Mit Bauordnungen und Wohnbauförderungen ahben wir das in der Hand.
Tatsächlich stellen Passivhäuser nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtmarktes dar.
2.) Warum gibt es nicht ein heftig gefördertes Programm 900 000 österr. Ölheizungen durch Pelletsöfen zu ersetzen?
Die Brennstoffkosten sind wieder deutlich gefallen und liegen bei knapp der Hälfte von Öl.
Ja, mehr Forschen für das morgen, aber mit dem, was wir heute wissen viel, vielmehr tun.

3 Gedanken zu “Der Klimawandel beschleunigt sich

  1. Pellets aus dem Regenwald ? Nachdem ich mitbekommen habe, welchen Lauf die Dinge in der Sache „Biosprit“ (eigentlich unter dem Titel „Nachwachsende Rohstoffe“ positiv besetzt) genommen habe, bin ich da argwöhnisch geworden – siehe http://www.regenwald.org.

    Wir leben in einer globalisierten Wirtschaft.
    Was das bedeutet: Jede lokale Massnahme hat eine globale Auswirkung !
    Wir leben nicht mehr in unserem kleinen Schrebergarten, der das Schadensausmass unserer Gescheit(=Dumm)-heiten, unserer Gier begrenzt.
    Nachdem die „Reibung“ (= Transportkosten) minimal ist – vielleicht nicht für französischen Ziegenkäse, aber für Massengüter – ist der Böschungswinkel sehr gering, erfolgt bei geringsten Niveauunterschieden sofort ein Ausgleichssvorgang.

    Also: Österreich verwendet zwar kein indonesisches Palmöl für den Biodiesel sondern heimisches Rapsöl, dadurch wird aber Rapsöl knapp & teuer, folglich wird es z.B. in einem grauslichen Schokoriegel namens „Rudi“ durch Palmöl ersetzt. Siehe: http://marktcheck.greenpeace.at/biotreibstoffe02.html

    Und wie ist das mit den Pellets: Führt eine Verknappung/Verteuerung des einheimischen Holzzuwachses nicht dazu, daß z.B. die Papierindustrie anderswo Zellstoff beschaffen muss ?

    Wart ihr euch bewusst, eure Nasen in brasilianischen Regenwald geschneuzt zu haben ?
    (Tempo hat bei Aracruz eingekauft, welche – mit österreichischen Maschinen von Andritz – aus Eukalyptusplantagen in gerodeten Regenwaldgebieten Zellstoff produziert hat, siehe:
    http://www.robinwood.de/german/trowa/urwaldpapier/index.htm )

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  2. Eh. Man kann und muss mit den heutigen Mitteln einiges mehr machen – klar. Aber alles hat seine Grenzen bei der Umsetzungsgeschwindigkeit: Ich wohne zB in einem Wiener Zinshaus – das wurde um 1900 gebaut und in den 1990ern saniert. Wärmedämmung im Vergleich sehr ok, aber auch nix bsonderes. Glaubt irgendjemand, dass wir dieses Haus jetzt schleifen werden oder so bald wieder sanieren? Kein Einzelfall…

    Sprich: Was sich wirtschaftlich rechnet WIRD gemacht – dafür brauche ich keine Politik. Es wird gemacht – in einer wirtschaftlich machbaren Geschwindigkeit.

    Wofür ich die Politik bräuchte: Solange wir die Preise für Umweltverbrauch nicht politisch besser regulieren, werden alle durch Vorschriften oder Förderungen erlangten „Einsparungen“ auf der anderen Seite wieder ausgegeben. Sprich: Wenn einer weniger für seine Heizung zahlen muss als vorher, fliegt er dafür halt einmal öfter auf die Seychellen. Eine Einsparung?

    Und ein Satz zur Forschung: Man kann das nicht abtun, unter dem Motto „Ja eh, forschen, klar. Forscht doch!“. Denn da bräuchte ich auch Politik – der Bereich der Energieforschung ist geprägt von der Macht der Ölmultis auf der einen und der auch nicht mehr zu unterschätzenden Macht der Ökokultis auf der anderen Seite.

    Und gut möglich, dass der grösste Lösungsbeitrag von keinem dieser beiden Streithähne kommen wird.

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  3. Klein beginnen! Solange Politiker immer nur Riesenlösungen, wie zB. eine generelle Umstellung von Fossil-Heizungen in Ö., propagieren, wird die überwiegende Mehrheit der Rezipienten nicken und sich denken, jaja, Recht haben sie eh, aber das ist kurz- und mittelfristig völlig unrealistisch.

    Die Menschen sind nur mit kurzfristig wirksamen bzw. fühlbaren Ergebnissen zu überzeugen. Warum das in der Politik nicht ankommt, ist mir schleierhaft.

    2 Beispiele von mir:
    1. SUVs – laut ZiB von gestern gibt es hier gerade in Wien einen atemberaubenden Zuwachs bei den Neuzulassungen. Warum gibt’s nicht schon im nä. Jahr höhere Abgaben? Kann wohl auch Wien alleine durchführen.

    2. Wärmedämmung/Sanierung – in meinem Bekanntenkreis sind vor kurzem in mehreren Häuser Sanierungen wegen der zu hohen Kosten mehrheitlich abgelehnt worden, obwohl es eine Förderung der Gemeinde Wien gibt. In älteren Häusern, in denen vorwiegend ältere Menschen wohnen (typisch für Wien), sind weder die Finanzmittel (grob geschätzt 5.000€ pro Haushalt) noch das Interesse („rentiert sich in meinem Leben eh nicht mehr“) vorhanden. Also braucht es andere Motivationsmittel, zB. nach Einkommen gestaffelte Individualförderungen.

    So muss Politik erfolgen – im Kleinen.

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