eine Prognose

in meinem aktuellen Pressekommentar (der eigentlich maschi gewidmet ist, aber das kann ich dort nicht dazuschreiben), hab ich eine Prognose gewagt.
Den grössten Anteil erneuerbarer Stromerzeugung wird in ca 10 Jahren die Solarthermie erhalten.
hier paar Foros dazu und einige ergänzende Argumente.
Diese Technologie ist jahrzehntelang erprobt, bewährt, und wird technsich immer besser und wirtschaftlicher

In sonnenreichen Gefilden wird über riesenhafte Spiegel Wasser auf 400 Grad erhitzt, und damit, wie bei einem kalorischen Kraftwerk, in einer Turbine Strom erzeugt.

Gegenüber der Photovoltaik, die sich sehr gut für den dezentralen Einsatz eignet, aber noch recht teuer ist, hat diese Stromerzeugung deutliche Vorteile:
1.) Sie ist heute schon deutlich billiger, und ihre Gestehungsakosten sinken weiter. Bei heutigen Öl- und Gaspreisen ist sie bereits wirtschaftlich. Drum hat z.B. China auch bereits 1000 MW davon bestellt
2.) Dieses Kraftwerk funktioniert auch in der Nacht – denn die erhitzte Flüssigkeit kann gespeichert werden
3.) In dünn besiedelten semi-ariden Gebieten gibt es keine Konkurrenz mit anderen Nutzungen
4.)Der Wirkungsgrad dieser „Ernte von Sonnenenergie“ ist höher als bei allen anderen möglichen Alternativen (sowohl PV, als auch Biomasse, etc.)
und
5.) es gibt eine gewisse Gerechtigkeitv auf dieser solaren Welt.
V.a. Afrika ist sehr begünstigt und könnte hier voll einsteigen

Und hierbei geht es gar nicht vordergründig darum, Strom nach Europa zu exportieren (was technisch möglich wäre- sei es unmittelbar oder umgewandelt via Wasserstoff), sondern v.a. für den stark wachsenden Eigenverbrauch mit regionaler Wertswchöpfung eine Alternative zu fossil bzw Atom zu haben.
Empfehlung: Man nehme sich 15 Min und lese sich den Geschäftsbericht dieses Unternehmens durch.
Denn welches Unternehmen ist in diesem Bereich besonders aktiv und erfolgreich?
Eines aus Deutschland.Weil es dort eine beachtliche Einspeisregelung gibt.
Womit die Hauptthese meines Kommentars bestätigt wird:
Die Energiewende ist keine wirtschaftliche Last, wie soviele argumentieren, sondern eine Riesenchance.

8 Gedanken zu “eine Prognose

  1. Fairerweise muß man aber auch sagen daß Solarthermie nur dort funktioniert, wo es kaum Wolkenbildung gibt. In gemäßigten Breiten wird man also weiterhin bei PV-Anlagen arbeiten, da diese auch im diffusen Licht noch einen annehmbaren Wirkungsgrad haben.

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  2. Trotzdem sollte man einmal mit den simplen, dezentralen Nutzungsmöglichkeiten beginnen, z.B. Solarkochgeräten. Warum so riesige Anlagen?

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  3. Nebenwirkungen? Ich frage mich ob die ökologische Unbedenklichkeit dieser Methode ausreichend erforscht wurde. Welche Wirkung hat das Abkühlen das Bodens auf den Wasserhaushalt, die Vegetation und das Tierreich in den „sonnenreichen“ Ländern? Bei sehr großen Anlagen könnte es vielleicht zur Veränderung der Winde führen, das hätte klimatechnische Bedeutung für die ganze Welt.

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  4. „Wasser auf 400 Grad erhitzt,“

    das ist mir neu, dass das möglich ist. ich dachte Wasser verdampft ab 100°.

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  5. Akzeptieren… … muss ich und kann ich auch, dass Grüne nicht so argumentieren, wie sie argumentieren müssten, wenn sie Verantwortung tragen würden – sondern eben so wie Aktivisten argumentieren. Denn das ist mit einem Wählerreservoir von 5-10% legitim und nachvollziehbar. Macht also nur Euren von grauer Realität weitestgehend desinfizierten „Case for Renewables“ – es ist ja gut und richtig so und diese vielversprechenden Technologien brauchen ja wohl nach wie vor einen Anwalt.

    Allerdings bleibe ich natürlich dabei: Wenn wir bereits im 21. Jh eine globale echte Reduktion von Treibhausgasemissionen erleben wollen wird es aus heutiger Sicht eine volle Konzentration auf Renewables brauchen – bei gleichzeitiger angemessener und temporärer Inkaufnahme der Kernkraft. Der Ausstieg aus schmutziger Kohle muss Vorrang haben vor einem Ausstieg aus der Kernkraft – und wiederholen muss man diese eigentlich sehr einfache Erkenntnis nur deshalb, weil das in grünen Kreisen alles andere als akzeptiert ist – siehe Deutschland.

    Was in grüner und grauer Denke ebenfalls weiterhin zu kurz kommt ist die echte Bereitschaft in alle Richtungen offen und intensiv zu forschen. So gibt es neben vielen anderen interessanten Forschungsfeldern zB wieder stärker werdende Indizien dafür, dass die 1989 von Pons und Fleischmann der Öffentlichkeit vorgestellte „kalte Fusion“ möglicherweise doch keine Ente war – sondern nur aufgrund der äusserst anspruchsvollen und schwierigen Reproduzierbarkeit des Effekts voreilig verworfen wurde. Eine aus meiner ganz privaten Sicht absolut ernstzunehmende global verteilte Gruppe von Forschern ist – unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit und bei aufgrund des 1989-Disasters massiv erschwertem Zugang zu Peer reviewten Journals nach wie vor überzeugt, dass da was dran sein muss. Und meine kleine „Prognose“ in dem Zusammenhang: Wenn wir eine Technologie finden sollten, mit der wir auf Jahrmillionen ganze Megacities vollkommen emissionsfrei und gefahrlos mit Energie versorgen können – aus einem Kasten von 5×5 Meter Grösse, dann werden wir uns für diesen Weg entscheiden und unsere Landschaft lieber doch nicht mit Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerken zustellen.

    Too good to be true?

    Hören wir auf daran zu glauben, dass wir die Alternativen und die Wege bereits kennen – dass sie „nur noch“ beschritten werden müssen. Es ist zwar zweifellos wichtig, dass wir versuchen, von den heute bekannten Wegen die „besseren“ Wege zu wählen – aber mindestens ebenso wichtig wäre es jene zu fördern, die abseits aller bekannten Wege gehen… aber das ist wahrscheinlich wieder zu viel verlangt. Ein paradigmenwechselnder Fortschritt findet eben fast naturgesetzlich immer dort statt, wo wir ihn am wenigsten vermuten.

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  6. Der Markt wird’s richten Auch wenn das für viele grünbewegte Menschen eine Schreckensvorstellung ist. Seit sich der Ölpreis Richtung 100$ bewegt, gibt es – oh Wunder – auch in den USA deutlich erkennbare Ansätze von Klima- bzw. Energiesparbewusstsein. Auch die Umweltschutzmaßnahmen wurden erst ernsthaft in Erwägung gezogen, seit sich ökonomische Auswirkungen zeigen bzw. drohen.

    Die Politik ist dort gefragt, wo Entwicklungen aus volkswirtschaftlichen Gründen gesteuert oder beschleunigt werden sollen. Also zB. Wärmedämmung, Passivhausförderung, öff. Verkehr (statt Hybridautos – für mich der größte Schwachsinn, da nur zur Gewissensberuhigung), sinnvolle Raumplanung (also keine neuen, unerschlossenen Stadtteile auf der grünen Wiese)…

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