warum nur die Saudis?

mein aktueller Pressekommentar
Das wollt ich schon lange schreiben.
Die mit 60 Kindern und mehr überfüllten Klassenräume im (verhältnismässig) reichen Südafrika lassen mich immer wieder am Gestaltungswillen der EU zweifeln.

5 Gedanken zu “warum nur die Saudis?

  1. vergleicht man diesen pressekommentar und die darin erhobene politische forderung mit vielen dingen die man sonst aus der grünen ecke zu hören bekommt, weis man ungefähr woran es im grünen haus krankt.

    es ist schon klar, das interne probleme (die jeder politischen partei zustehen) nicht über „außenpolitik“ gelöst werden können, aber mehr konstruktive arbeit, wie die von CC, dürfte man sich schon erwarten…..

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  2. mehrere Antworten Ich fasse den Bidlungsbegriff von cc als Wertebildung auf, dh als Vorschlag, europäische Werte zu exportieren.
    Bildung war früher ein Arbeitsschwerpunkt sämtlicher Entwicklungsdienste (zB DED, Horizont3000). Allerdings, und das ist mein ganz persönliches Bild, weigern sich die Entwicklungdienste, Wertebildung zu betreiben. Sie gehen davon aus, das fremde Kulturen ihre eigenen Werte haben, die mit unseren nur teilweise kompatibel sind, und die es zu respektieren gilt. Die klassischen Schulprojekte sind aus den Entwicklungsprogrammen deshalb weitgehend verschwunden.
    Der Respekt den angestammten Werten steht nun in einem Spannungsverhältnis mit dem Wunsch, Respekt vor menschlichem Leben, Frieden, soziale Gerechtigkeit, europäische Werte zu propagieren.

    Und jetzt spinne ich den Gedanken weiter:
    Entscheidet man sich fürs zweite, gilt es Doppelbödigkeiten abzuschaffen, dh EPA-Probleme (zB EU-Agrarförderungen), Öl- und Waffengeschäfte europäischer Unternehmen zu regulieren. Solange das nicht im Griff ist besteht ein Problem, dass nicht Europäer nicht haben: Das Problem der Authentizität. Denn von europäischen Predigten hat die Welt die Nase voll (weiss ich nicht, glaube ich aber.)
    Exportieren wir Bildung. Gute Idee. Arbeiten wir dran.

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  3. Hallo,
    Wenn auch die Klassenräume mit 60 Kindern sehr voll ist, bezweifle ich nicht, das die Kinder dort, mehr lernwillen haben als hier.
    Wenn ich mir unsere Schulen, insbesondere die Hauptschulen anschaue, habe ich eine Gänsehaut.
    Was dort so rumlungert,ist fast nur noch desinteressiert.Ich bedauere die Lehrer,die sich verzweifelt bemühen den Schülern was beizubringen. Und zum Dank beschimpft, geschlagen und fertig gemacht werden.

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  4. Wer würde es wagen, diesen Vorschlag abzulehnen. Bildung wird als beste Entwicklungshilfe allgemein anerkannt.
    Aber so einfach ist es nicht.
    Wir Europäer haben nicht die richtigen Werte für die ganze Welt! Wir bilden uns das gerne ein.
    Ich kenne zu viele Beispiele, wo unsere europäische Bildung in Afrika nichts Gutes erreicht hat.
    Erst heuer in Ghana haben sich Mitglieder einer ethnischen Gruppe beschwert, dass ihre Kinder in einer fremden Sprache in eine freme Kultur verzogen werden und ihre eigene Minderheit mit dem Bildungskonzept des Staates ruiniert wird.
    Bildungspolitik ist eine sehr scharfe Waffe, deren Folgen gerne unterschätzt werden.

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  5. Mehr Mut Wenn man sich die bisherigen Kommentare so ansieht, dann spannt sich der Bogen ja sehr schön entlang bekannter Positionen.

    Gemäss gbtoe „weigern sich die Entwicklungdienste, Wertebildung zu betreiben. Sie gehen davon aus, dass fremde Kulturen ihre eigenen Werte haben, die mit unseren nur teilweise kompatibel sind“. Teacher wiederum bestätigt genau das, indem er sagt „Wir Europäer haben nicht die richtigen Werte für die ganze Welt! Wir bilden uns das gerne ein.“

    Ich halte diese nicht nur unter Grünen und unter Lehrern, aber gerade auch in diesen Gruppen häufig anzutreffende Haltung für potentiell gefährlich, wenn nicht sofort dazu gesagt wird, dass es aber einen Kern an letztlich originär europäischen Werten gibt, den man für so brauchbar und überzeugend hält, dass man auch bereit ist ihn – bis zum Beweis des Gegenteils – für universell zu halten und dementsprechend universell für ihn zu werben.

    Es muss uns nicht peinlich sein, dass Europa auch eine Menge Gutes hervorgebracht hat – Stolz ist aber ebenso fehl am Platz, denn es handelt sich schlicht um ein viele Jahrhunderte altes Erbe, zu dem wir Lebende nur ein kleines Stück weit beitragen können. Dieses Stück könnte aber zB darin bestehen, der Welt von unseren auf Werthaltungen beruhenden Erfolgen zu erzählen… Wir bräuchten allerdings wohl sowas wie eine wieder verstärkte Wertedebatte, welche Werte denn so wichtig sind, dass wir aus Überzeugung den Mut aufbringen, sie auch aktiv nach aussen zu tragen. Vielen europäischen Zeitgenossen verschwimmen hier die Dinge scheinbar rasend schnell.

    Grenzenlose Toleranz gegenüber Intoleranz, Folter, Todesstrafe, Korruption uvm wird nämlich sicher zuwenig sein. Und ich weigere mich schlicht, derlei als fremdes „Kulturgut“ zu betrachten, dem ich aus falsch verstandenem Respekt vor allem Fremden dann auch kaum mehr etwas entgegensetze…

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