ruinierte „Freiräume“ in Wien (5)

das ist eine unrühmliche Serie, die ich aus aktuellem Anlass fortsetzen muss.
Eigentlich ist der Ort erfreulich.
Das Projekt „Mühlweg“ (Wien, 21.)ist der schöne und ich meine auch gelungene Beweis, dass man in Wien auch mehrgeschossig, urbane „Holzbauten“ errichten kann.
Ein Teil davon ist in Passivhaus-qualität ausgeführt, und – alle Wohnungen sind vergeben – es zeigt sich, dass Holzbau angenommen wird.
Aber:
Was haben sie mit dem Freiraum gemacht.
Im Wettbewerbsplan war dieser grosszügig ausgestaltet, frei konnte man sich zwischen den Gebäuden bewegen.
Und jetzt das:

eine (schlechte) Orgie an Zäunen zerschneidet das gesamte Gebiet
wenn man von einem Haus zum anderen Bauteil gehen will, muss man einen riesigen Umweg machen oder den Zaun niedertrampeln
hier gehts derzeit jedenfall nicht weiter

Wer ist hier schuld?
Einerseits der Bauträger der soetwas – gegen den Willen der Architekten – bauen lässt.
Aber sicher auch die Stadt Wien, die es sich gefallen lässt, mit schönen Zeichnungen und Versprechnungen im Wettbewerb geködert zu werden, und dann zwar brav Wohnbauförderung zahlt, aber keine Qualitätssicherung betreibt.
Ich werde sowohl der Wohnbaustadtrat als auch den verantwortlichen Wohnfonds damit konfrontieren.

7 Gedanken zu “ruinierte „Freiräume“ in Wien (5)

  1. schön, wenn sich ein politiker um solch „unnötige“ details kümmert. es sind ja die tausenden „kleinen“ details, die das leben bestimmen, nicht immer nur die „große“ politische vision.

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  2. Sorry, aber da sollte man auch die Bewohner in die Pflicht nehmen – die Leute stehen einfach auf diese Art von falsch verstandener Privatsphäre, siehe die berühmten Thujenhecken oder die multiplen Arten, Balkongeländer zu verhängen. Ich glaube wohl, dass die Zäune zumindest mit Zustimmung der Bewohner errichtet wurde.

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  3. SPÖ – Wiens KPdSU… Die wiener Spezialdemokraten, die Meister der Trostlosigkeit !
    Egal, was diese einfältigen Control Freaks angreifen, es fällt einem
    drauf nur ein: „Mein Gott, Walter!“

    Dürfte ihrem parteiinternen Selektionsmechanismus zuzuschreiben sein.
    Andreas Honay wäre eine Hoffnung gewesen, der würde wohl nicht auf
    Dichands Schoß sitzen…
    Aber der ist zerbrochen !

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  4. Ich finde dieses Engagement für die Freiräume wirklich vorbildlich. Die Wert schätzung des öffentlichen Raumes ist m.E. prägend für das soziale Miteinander in einer Großstadt.

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  5. Zäune Ich glaube, dass dieses Bild vielmehr ein Ausdruck unserer Zeit ist. Jeder will ein Stück Garten für sich haben, auch wenn damit für jeden der größere „Rest“ des Gartens hinter Zäunen versteckt wird. Dass niemand möchte, dass Hunde in „seinem“ Garten ihr Geschäft verrichten, kann ich ja noch verstehen, aber das könnte man ja auch anders lösen. Die höchsten Zäune und Tuien-hecken findet man übrigens in den Nobelbezirken Döbling und Hietzing. Wenn man sich die Zäune dort wegdenkt, dann würden die Menschen beinahe in großen Parks leben. Aber das scheint niemand zu wollen.

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  6. aber selbst die Vorgartenanlage sieht auch sehr hässlich aus. Wo bleibt da die Natur: natürlich wachsende Grashalme, Wiesenanteile, …. Bäume? (außer dieser kleine … wahrscheinlich ein nicht heimischer Parkbaum) …

    Es ist überall auf der Welt ein Dilemma: künstlich gezüchtete Bepflanzung. Verdrängung ursprünglicher Vegetation, … Dabei sollte man gerade so etwas auch vor der eigenen Haustüre schützen! (zumindest an vorgesehenen Grünanlagen)

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  7. larch konzept wenn es von anfang an kein landschaftsarchitektonisches konzept gibt welches auch verpflichtend umgesetzt werden muss sieht es dann so aus.

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