Lebenslust, die Grundangst des Wieners?

Erschreckendes: Fredl, der arbeitslose Kraftfahrer zieht jetzt die Finger aus den Jalousien und sagt: „Das hier ist ein Ghetto.“ Was er damit meint? „Wo du hinschaust, nur Kinder. Kinder Länge mal Breite.“
oder sehr Kluges:

Ein Streifenpolizist drückt es später fast schon poetisch aus: „Es herrscht hier die Grundangst des Wieners, Lebenslust zu sehen.“

ein lesenswerter Artikel von Florian Klenk im falter

4 Gedanken zu “Lebenslust, die Grundangst des Wieners?

  1. Brennt unter den Fingernägeln Da ich gestern auch die Reportage im ORF zum Thema gesehen habe…

    Da wir dort fällt einfach auf, dass sich diejenigen die sich offiziell mit der Materie Intergration zu beschäftigen haben, also aus Steuergeldern dafür bezahlt werden, völlig ahnungslos sind. Das irgendjemand, der es wissen wollte, nicht gewusst hat, dass viele Gemeindebauten nur mehr von den sozialen Dropouts und wirtzschaftlich benachteiligten Ausländern bewohnt werden, ist völlig unglaubwürdig. Ich selbst habe die letzten Jahre regelmäßig in einem Gemeindebau im 20.Bezirk verweilt, und kann nur berichten, das es absolut so ist. Und das können Sie drehen und wenden wie sie wollen, die türkischen Familien sind am besten organisiert, kinderreich und haben in diesen fünf Jahren Spielplätze, Waschküchen, alle öffentlichen Orte erobert. Natürlich hat das auch positive Seiten, und dort wo früher die Wiener Proleten gebrüllt haben, brüllen halt jetzt die türkischen Halbstarken. Eigentlich kein Unterschied, aber die Aggression zwischen den einzelnen Parteien steigt. Die Ausländerfeindlichkeit in den Bauten ist enorm, udn wenn man sich mit den anderen, einheimischen Mietern verstehen will (wenn man das will 😉 braucht man nur schlecht über die Türken zu reden.

    Aber um zum Anfang meines Posts zurückzukommen. Es ist nun mal eine Anstrengung sich in einem fremden Land zu integrieren, und es ist ebenso eine Anstrengung sich mit zugewanderten, andersprachigen Menschen zu arrangieren, und diese Anstrengung müssen die eh schon sozial Benachteiligten erbringen, weil die sich völlig vom Gemeinwesen ensolidarisiert habenden höheren sozialen Schichten, sich auf öffentlichen Plätzen in der Stadt nicht mehr blicken lassen, weil sie ja in ihr kleines, wohlverdientes Wochenendhäuschen auspendeln müssen.

    Den Unternehmern, die die billigen ausländischen Arbeitskräfte ausbeuten, die in den schönen, „reinrassigen“ Bezirken von Wien wohnen, ist das nur Recht, und unsere Politiker sind sowieso unfähig Probleme anzupacken, wenn sie sie überhaupt sehen. Das einzige was die können (und ich sag’s jetzt absichtlich so verallgemeinernd) ist, sich, bzw. uns die Dinge schönzureden und Pfründe zu bewahren.

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  2. Wenn man den Lebenslustigen noch vermitteln könnte:
    * Ihre Zigarettenpapierln in den Mistkübel, der 2m neben ihnen steht, zu werfen,
    anstatt einfach fallen zu lassen (weil bei ihnen wahrscheinlich die Mama für den Dreck zuständig ist).
    * Die Spielplätze nicht zuzumüllen
    * Ihre BMWs nicht auf maximale Lärmabgabe zu „tunen“ (zugegeben, Sebring und Remus sind steirische Firmen)
    * Ihre Therapietiere nicht ausschließlich nach maximaler Beisskraft auszuwählen und mit Leine & Beißkorb zu versehen,
    * Nicht öffentliche Orte wie U-Bahn – Stationen oder Einkaufszentren einzuqualmen und mit ihrer Schlatze zu bedecken….

    Dann könnte man es im 15. fast aushalten

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  3. Zu viel, zu schnell Tja, so schaut’s halt aus, wenn man die rosarote Brille kurz abnimmt und sich aus einem geschützten Bobo-Viertel, in dem die Menschen mit Migrationshintergrund nur eine nette Ethno-Kulisse abgeben, in ein wirkliches Integrationsviertel begibt. Ich habe es nicht für möglich gehalten, bis ich es (in einem Falter-Interview) aus dem Mund der damaligen Integrationsstadträtin Wehsely gehört habe: Rund 1/3 der Menschen in Wien haben „Migrationshintergrund“ (und damit sind wohl nicht die Zuwanderer aus der Monarchie gemeint)!

    Und dieses Drittel der Menschen, die in der ersten, zweiten oder dritten Generation hier leben, ist natürlich nicht gleichverteilt auf die Stadt. Und damit – und mit der in Wahrheit kaum bis nicht existenten Integrationspolitik der SPÖ – entstanden die Probleme. Und lösen muss sie die SPÖ, denn sonst tut’s der Herr Strache.

    (Die Überschrift bezieht sich auf ältere Gedanken zum Thema von mir, nachzulesen hier: http://chorherr.twoday.net/stories/2048682/#2059592 )

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