nur ned hudeln

mühsam nährt sich das Eichhörchen.
Was ist im Gemeinderat herausgekommen?
Also so schnell geht das nicht, so der Bürgermeister zu unserem Antrag, ab Jänner 2008. alle Wohnbauten in Passivhausqualität zu errichten.
Das wollen die Leut`nicht, da könnt es ja zu einer Verknappung des Baumaterials (von welchem frag ich mich) kommen, haben wir überhaupt genug Experten, und natürlich, in Vorarlberg ist ja alles viel kleiner und anders.
Es folgten Verhandlungen.
Meine Argumente kennen blog Leser/innen.
Herausgekommen ist immerhin:
Passivhäuser erhalten in Zukunft (ab Mitte dieses Jahres)eine deutlich höhere Förderung.
Derzeit läuft ein sehr grossser Bauträgerwettbewerb für ca 1000 Wohnungen (wien 3 eurogate) wo ausschliesslich Passivhäuser errichtet werden.
Im nächsten Jahr soll es zumindest einen weiteren derartigen Wettbewerb geben.
Das positive: Immerhin.
Mir ist keine Stadt (auch international bekannt) wo jährlich mehr als 1000 Wohnungen in Passivhausqualität errichtet werden
Das „Negative“: es geht so langsam, und wieder nur „ein paar“. Angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels erschreckt immer wieder die Zögerlichkeit des Vorgehens.
Alles andere scheint wichtiger.
„Sollten wir nicht vorher noch evaluieren?“, beliebte Taktik um zu verzögern.
Aber schliessen wir versöhnlich: Immerhin.
Vielleicht lockt die erhöhten Förderung und alle, auch die Wiener SP kann ja noch dazulernen.

2 Gedanken zu “nur ned hudeln

  1. immerhin – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
    Also mich freut´s sehr und ich halte die Daumen, dass es so weitergeht und das Thema auf der Prioritätenliste auch bei anderen weiter nach oben rutscht.
    Da sind viel zu viele „wichtige“ Dinge in den Köpfen der anderen.
    Auch nicht wirklich „freie“ Menschen, die lieben Politiker.
    Vielleicht kommt daher ja auch der Begriff des Freidenkers,
    dass ein solcher noch Platz in seinem Schädel pardon Kopf hat, wo bei anderen
    schon alles belegt ist 😉
    Liebe Grüße
    Tara

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  2. Viel wichtiger als punktuelle Einzelmassnahmen wie Passivhausbau vorzuschreiben und ein neues Beamtenheer mit der Kontrolle dieser Vorschriften scheinzubeschäftigen wäre es zB die staatlich organisierte kollektive Planwirtschaft in den Bereichen Verkehr und Energie endlich abzuschaffen – aber Staats-Fans hören es halt nicht gern, dass die gewaltigen Abweichungen des Massenverhaltens von einem ökonomisch und ökologisch sinnvolleren Verhalten zu einem guten Teil darauf zurückzuführen sind, dass der Staat auch in der Vergangenheit immer geglaubt hat, zu wissen „was es braucht“. Als es mit dem Anzetteln grosser Kriege irgendwie endgültig vorbei war, war es dann eben der Bau von Strassen und Atomkraftwerken und jetzt sind es eben zB Zwangspassivhäuser – Leute: die Entwicklung der insgesamten Möglichkeiten „sinnvolles zu tun“ wird aber auch diese Nische so rasch überholen, dass den 10 Jahren, in denen eine solche Vorschrift vielleicht durchaus positive Auswirkungen hat fast zwangsläufig 50 Jahre folgen, in denen dann wieder enormer Schaden entsteht – das Ergebnis von arroganter technokratischer Besserwisserei eben anstelle dem Zulassen einer kreativen, innovativen und sich stetig beschleunigenden Vielfalt der Ideen.

    Aber dazu bräuchte es weniger Vorschriften statt mehr. Und die wenigen Vorschriften müssten anders sein, sie müssten reine Rahmenbedingungen nach dem Prinzip der individuellen Kostenwahrheit setzen. Es bräuchte eine Politik die verstanden hat, dass Innovation immer nur von unten kommt. Innovation ist eben nicht das Vorschreiben von dem was wir schon kennen. Das ist deshalb uninteressant, weil wir auf dem Weg der Kreativität und Vielfalt viel schneller viel mehr erreichen können. Alle Vorschriften waren übrigens irgendwann mal gut gemeint.

    Und der eigentliche Witz ist: Wir werden unsere Probleme vermutlich trotz dieses Dauerbeschusses der kongenialen Kollektivideen aus den Reihen der Politik lösen – einfach deshalb weil schon der recht schmale Bereich, in dem Vielfalt und Freiheit zugelassen wird so stark ist, dass wir das verkraften.

    Aber wahrlich kaum auszudenken, was los wäre, wenn man eines Tages alle unsere Kräfte entfesseln würde… wird noch spannend das 21. Jh.

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