Oligarchen oder Kleptokraten?

Ein russischer Multimilliardär kauft sich in die STRABAG ein.
Ein Oligarch sei er, wird geschrieben.
Oligarch?
Herrschaft der wenigen? Ist das nicht unglaublich verharmlosend?
Wie sind diese Männer zu dem ungeheuren Vermögen gekommen?
Als nach Zusammenbruch der UdSSR Staatsvermögen „privatisiert“ wurde, waren einige wenige schneller, geschickter, hatten die besseren politischen Kontakte, oder auch die besseren Leibwächter.
Einige nehmen sich Volksvermögen.
Aus Afrika kennen wir das.
Diebstahl nennt man das eigentlich.
Diebstahl an Vermögen, das vorher allen gehört hat.
In Russland lebt die Mehrheit in bitterer Armut.
Einige wenige haben sich das allgemeine Vermögen angeeignet.Und gleich auch die Medien dazu.
Wer gute Kontakte zum Kreml hat wird unterstützt.
Wer aufmuckt, landet im Gefängnis.
Ologarchie?
Nein, Kleptokratie, Herrschaft der Plünderer wäre angebrachter und präziser.

6 Gedanken zu “Oligarchen oder Kleptokraten?

  1. Ja, aber es ist das alte, immer wiederkehrende Thema: Besser nicht anstreifen oder zu beiderseitigem Vorteil engmaschig vernetzen?

    Schön ist anders, aber ich glaube dennoch, dass instabile Strukturen im Endeffekt gerade dadurch nicht komplett kippen…?

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  2. Keine demokratische Reife Russland (wie viele afrikanische Länder auch) hat das Problem, auf keine demokratische Tradition zurückgreifen zu können. Von der zaristischen Monarchie nahtlos in die kommunistische/stalinistische/sozialistische (bitte ankreuzen) Diktatur – die Bevölkerung ist den „Mächtigen“ immer schon hilflos ausgeliefert gewesen. Dazu kommt noch eine nicht vorhandene Kontrollinstanz durch unabhängige Medien, und fertig ist das Schlamassel.

    Wer den Prozess einer solchen (Nicht)Staatsbildung live miterleben will, hat dazu jetzt Gelegenheit: mit dem Irak…

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  3. Wieder was gelernt! Ich muss zugeben, die Bedeutung des Wortes „Oligarch“ nicht gekannt zu haben. Dank dieses Beitrages habe ich nun nachgelesen. Wenn ich es richtig verstanden haben, ist das wohl eher ein „Schimpfwort“ 😉

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  4. Was solls? Investoren sind herzlich willkommen – auch mit „gestohlenem“ Geld.
    Der Oligarch wird einem öst. going-public vorgezogen, um der Kontrolle von Hauptversammlungen und Pflichtpublikationen zu entkommen. Geld stinkt (leider) nicht.

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  5. mutig, mutig und sehr sehr richtig, die stellungnahme von cc. ist leider selten geworden, dass politiker stellung beziehen. cc tut es. danke!

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