ORF Report

Einer der Hauptgründe dieses blogs liegt schlicht daran, dass ich grossen Wert darauf lege, selbst bestimmen zu können, „wofür ich eigentlich bin“.
Hier bin ich selbstAutor, Chefredakteur und Herausgeber.
In der journalistischen Vermittlung (ob Zeitung v.a. aber auch Fernsehn)geht extrem viel Inhaltliches verloren, verändert sich, wird manchmal bewusst verändert, weil – klarerweise – Journalisten auch eine eigene Meinung haben.
Der ORF Report hat jedenfalls meinen Kommentar, und so wurde ich ausführlich zum Klimawandel im allgemeinen, zu meinen Thesen im besonderen gefragt.
Obs mir gelungen ist, das wesentliche zu formulieren?
Habe grosse Zweifel.
Bin aber gespannt.
Di abend, Report ORF2.

3 Gedanken zu “ORF Report

  1. Warums nicht wurst ist. Ist es eigentlich ganz egal, welche Massnahmen wir zur Verringerung des CO2-Ausstosses durchführen? Ist nicht jedes Gramm C02, das wir einsparen im Endeffekt gleich wertvoll für den Klimaschutz?

    Nein, es ist eben nicht egal. Wieviel Klimaschutz wir im Endeffekt in wie kurzer Zeit schaffen können hängt davon ab, wie effizient wir bei der Auswahl der vielversprechendsten Klimaschutzmethoden sind. Man kann sich das so vorstellen: Unsere Kräfte sind begrenzt. Wenn wir diese begrenzten Kräfte auf die Verwirklichung der vielleicht nur zweit-, dritt- und viertbesten Massnahmen „verschwenden“, dann werden wir weit weniger Klimaschutz verwirklichen können, als im besten Fall denkbar gewesen wäre.

    Und jetzt ist da leider das Problem: Wie finden wir denn raus, welche Massnahmen die sinnvollsten sind? Ist es zB sinnvoll, Passivhausstandard vorzuschreiben und damit viele Kräfte in den Passivhausbau zu stecken? Die Antwort ist: So toll die Sache mit den Passivhäusern auch klingen mag, niemand von uns kann beurteilen ob unsere begrenzten Kräfte in diesem Bereich den höchsten Klimaschutzeffekt in kürzestmöglicher Zeit erzielen werden. Möglich ist es natürlich, aber wir wissen es nicht.

    Was also tun? Wir hatten mal nicht allzuweit im Osten politische Nachbarn, die dachten, dass Wirtschaft planbar wäre, dass man also aufgrund vieler kluger Messungen und Überlegungen und in grossem Massstab durchgeführter Fünf-Jahrespläne weit effizienter wirtschaften könnte als dies in einem chaotischen, marktwirtschaftlich gesteuerten System je möglich wäre. Diese unsere Nachbarn sind mit dieser politischen These bekanntlich „glorios“ gescheitert.

    Das einzige uns bekannte System, das unserer Erfahrung nach in der Lage ist, solche komplexen Probleme der Auswahl der effizientesten Mittel rasch zu lösen ist der Markt. Was braucht der Markt dazu? Er braucht knappe Güter, deren Preise sich so flexibel bewegen, dass immer genau jenes Mass an Gütern verbraucht wird, das auch produziert werden kann. Aufs CO2 übertragen heisst das: Wenn wir uns nur x Tonnen pro Kopf und Jahr „leisten“ können, dann brauchen wir einen flexiblen Preis dafür, der immer genau so hoch ist, dass wir uns eben immer nur x Tonnen pro Kopf und Jahr leisten können. Schon klar: Weil wir solange einfach so getan haben, als würde Umweltverbrauch nichts kosten, wird uns dieser Wandel nicht von heute auf morgen gelingen.

    Aber das ist eine andere Geschichte. Wichtig ist mir, dass verstanden wird, dass ein solcher flexibler Marktpreis, für den die Politik rechtliche Rahmenbedingungen schaffen müsste, bei weitem bessere Ergebnisse zeitigen wird als jede politische Spar-Vorgabe. Dass eine Massnahme gut gemeint ist und scheinbar gut gedacht ist, reicht nicht.

    Auch wenn ich das leider, leider nicht so kurz und effizient ausdrücken kann wie CC seine Botschaft im Report rübergebracht hat… 🙂

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  2. ich hab dazu einen eintrag verfasst, der die theoretischen hintergründe dieser debatte widerspiegeln soll:

    http://laurenzennser.twoday.net/stories/3459572/

    ich nehme dabei bezug auf ein sehr empfehlenswertes buch, das einen meiner uni-kurse begleitet:

    http://www.pathstoagreenworld.com/

    die debatte um die strategie im klimadiskurs hat nämlich einen handfesten hintergrund, auf den dieses buch eine gute perspektive eröffnet.

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