manchmal ist es schrecklich, recht zu behalten

Vor einigen Wochen habe ich hier unter dem Titel „hier gibts bald Schwerverletzte“ eine extrem gefährliche Rad/Auto Kreuzung beschrieben.
Vor wenigen Tagen war es dann tragischerweise soweit.

Genauso wie in meinem Foto gezeigt „schoss“ ein Reisebus mit japanischer Reisegrupe eine Radfahrerin, die aus der Innenstadt kam ab; er konnte sie, wegen der offenkundigen Fehlplanung dieser Kreuzung nicht sehen. Er fuhr (man verzeihe mit die drastische Beschreibung, aber mir ist es wichtig, dass das endlich saniert wird) ihr über das Bein, und sie wurde schwerst verletzt.
Gestern, unter Anwesenheit der Leiter der MA 46 (Verkehrsorganisation) habe ich diese Kreuzung ausführlich in der Budgetdebatte beschrieben.
Nicht ohne Wirkung: Heute gabs ein Gespräch zwischen den Verantwortlichen und mir, und es wird rasch gehandelt:
Einerseits wird die Radroute auf dieser Kreuzung rot markiert und ausserdem kommt es zu einer neuen Ampelschaltung, die Radfahrer und linksabbiegende Autos weitgehend trennt.
Muss es immer Verletze oder gar Tote geben, damit etwas geändert wird?

12 Gedanken zu “manchmal ist es schrecklich, recht zu behalten

  1. ob das was bringt? Ich nehme an, dass bei Änderung der Ampelschaltung, das Vergnügen den Karlsplatz in
    einer Grünphase zu überwinden, wieder aufgehoben wird. Demnach werden sich viele
    Radfahrer (darunter auch ich) wieder bei rot drüberhauen. Ob das die Sicherheit erhöht
    stell ich mal in Frage!

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  2. Nach 5 Minuten … Was mir jetzt auf die Schnelle aufgefallen ist: Die Linksabbiegespur stadtauswärts und der Radweg bekommen genau zur gleichen Zeit Grün. Üblich ist aber ein Zeitvorsprung, damit die Radfahrer 1 – 2 Sekunden früher in die Kreuzung einfahren, und somit eindeutig von abbiegenden Kfz-Lenkern gesehen werden können. Einige fahren sogar schon bei Rot-Gelb an, und meinen offenbar eine freie Fahrbahn zu haben.

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  3. Ring Wann gibt es einen gscheiten Ringradweg???

    Da ist auch schon mehrfach etwas passiert. Ständig wechselnde Radfahrerspuren und Fußgängerspuren.

    Das ist ziemlich gefährlich!

    !!!Es sollte endlich ein gesamtstadtplanerisches Radwegesystem geben, wo man Radwege in jeder Straße miteinplant!!!

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  4. Unsichere Radspur weiteres Beispiel:

    Die Neu eingezeichnete Radspur für Radfahrer von der Jörgerstraße bzw. Elternleinplatz in der Kalvarienberggasse (diese ist eine Einbahnstraße). Nur wurde die Radspur so eingezeichnet, dass sie Autofahrer gar nicht bemerken, und zweitens endet die Spur nach 5 Metern wo sie vorher begonnen hat. Was hat das für einen Sinn, dass man dann eben NICHT gegen die Einbahn fahren kann, obwohl es erlaubt ist? Dass es da einmal zu Unfällen kommen wird, wenn ein Autofahrer nicht aufpasst ist voraus zu sehen.

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  5. letztens hat mich ein Autofahrer (mit seinem Telekom Austria Dienstauto) aus seinem Fenster angebrüllt, und gfragt, ob ich will, dass er mich von meinem Rad herunterholt. Nur weil ich als Radfahrer schneller als er in Wien unterwegs war und ihn immer wieder überholt habe.

    Es ist echt schlimm, dass durch das Autofahren so ein Aggressionspotential bei vielen Menschen entsteht.
    Mit dem Rad, das stört weder der Umwelt, noch braucht es viel Platz, und man ist in Wien meistens schneller unterwegs, als mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmittel. Trotzdem wird das Radfahren in Wien absolut gar nicht gefördert durch gscheite Radwege im gegensatz zu Amsterdam.

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  6. Wer sich nicht wehrt…. der lebt verkehrt !
    So lautete ein Slogan anno Zwentendorf.

    Und er gilt noch immer !
    Beschwert euch, was das Zeug hält !
    Z.B. hier: bla@m46.magwien.gv.at
    (Ing. Franz Blaha, Radverkehrskoordinator der MA46 Verkehrsorganisation)

    Wozu hat man a) ein Handy mit und b) das Handy eine Digitalcamera eingebaut ?

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  7. Mehrzwangstreifen = Zwang zum Ungehorsam Ich bin ein Gesetzesübertreter ! Und ich zeige keine Reue !
    Ich maße mir an, aufgrund 40-jähriger Rad – Erfahrung selbst auf mich achten und selbst beurteilen zu können, was gefährlich ist.

    Und gefährlich ist es, in weniger als 1m Seitenabstand neben Längsparkern bzw.
    weniger als 1.50 m neben Schrägparkern zu fahren: 1m für eine aufgerissene Autotür, 1.50 m für einen ausparkenden Schrägparker, bevor er überhaupt Blickkontakt zur Fahrbahn hat !

    Mehrzweckstreifen – wie z.B. in der Landstraßer Hauptstraße – sind 1.20 bis 1.50 breit, d.h. man wird vom in der StVO enthaltenen „Radwegbenützungszwang“ dazu gezwungen, genau dort zu fahren, wo es LEBENSGEFÄHRLICH ist !
    Darüber hinaus: Auf 4m Breite ist ein nebeneinander Fahren von Auto und Rad nicht zulässig (vorschriftsmäßiger Seitenabstand beim Überholen beträgt 1m + 1cm pro km/h). Wenn man aber am rechten Rand fährt, lädt man die AutofahrerInnen dazu ein – und sie tun es in der Regel: Überholen ohne Spurwechsel !
    Auf dem gesetzlich aufs Auge gedrückten Mehrzwangstreifen ist man also von beiden Seiten gefährdet: Aufgerissene Türen, überlange Fahrzeuge, die weit in den Streifen hineinragen, Verparkung, Telefonierende Fußgeherinnen, Fahrzeuge, die plötzlich rechts ausscheren (weil ein freier Parkplatz aufgetaucht ist)
    Im schlimmsten Fall muß man gerade dann auweichen, wenn man von einem 74A (oder einem LKW), der „seine“ Fahrspur ausfüllt, überholt wird.
    RIP !

    Nicht mit mir, denn ich fahre in der Mitte der Fahrspur. Weil mich die Einhaltung der StVO nicht vor jenen schützt, die sich ihrerseits nicht an sie halten, nehme ich mir das Recht, sie zu meinem Schutz zu übertreten !

    Leider haben die meisten RadlerInnen, die ich sehe, nicht das nötige „Rückgrat“ dafür – ich bekomme jedes Mal die Ganslhaut.

    Darum wäre es Sache der Grünen, etwas gegen diesen lebensgefährlichen Mehrzweckschwindel zu unternehmen – anstatt noch mehr davon zu fordern
    und damit die RadlerInnen zur Fahrbahnrandgruppe herabzuwürdigen !

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  8. Vorausschauende Verkehrspolitik?? Ganz offensichtlich gibt’s eine solche in Wien nicht, wenn immer erst nach Unfällen oder verkehrs-chaotischen Zuständen reagiert wird. Ich wünsche mir von den Wr. Grünen (nachdem im Bund eh weiterhin Standby angesagt ist), dass wenigstens hier DEUTLICHE ZEICHEN einer bewussten, aktiven Politik gesetzt werden.

    1. komplettes Umdenken, Umplanen und Umhandeln in der VK-Politik
    dh. absoluter und unbedingter Vorrang für Fußgänger und Radfahrer, Nachrang für den Individualverkehr in jeder Konsequenz (vom Straßenbau bis zu den Ampelschaltungen)

    2. wirklicher Ausbau des öffentlichen Verkehrs
    denn der ist de facto nicht so suprig, wie die Wr. Linien gerne glauben machen (Intervallverdichtung auf 30-60 Sekunden bei der U-Bahn, U-Bahnen bis an die Stadtgrenze + P&R)

    3. Rückbau von Parkflächen
    ja, richtig gelesen – mich kotzen die komplett verparken Straßen langsam an! Wo gibt’s in Wien noch Straßen, die nicht völlig mit Autos zugestellt sind?

    4. Rückbau von Verkehrsflächen, Errichten von künstlichen Hindernissen
    der Autoverkehr muss so unattraktiv wie möglich gemacht werden

    5. Erhebliche Abgabenerhöhungen für Mehr-Autohaushalte
    zugleich steuerliche (oder subventionsmäßige) Unterstützung von Jahreskarten und Car-Sharing-Modellen

    usw. – liebe Grüne, lieber Verkehrspolitiker CC, wo bleiben die Initiativen? Werden wir die Ergebnisse dieser Blog-Diskussionen noch erleben??

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  9. Nochmal U-Bahn Meine Forderungen waren natürlich plakativ und nicht detailliert durchkalkuliert 😉 trotzdem einige Anmerkungen:

    1. Gegner sind nicht Fußgänger/Radfahrer/Öffentl.-Benutzer sondern immer und für alle der Auto-Individualverkehr!

    2. Die Intervallverdichtung auf 30-60 Sekunden soll natürlich nicht den ganzen Tag gelten, sondern in den Spitzenzeiten. Was jetzt techn. möglich ist, ist eine andere Frage. (Tatsache ist allerdings, dass bei den berühmten „unregelmäßigen Fahrtintervallen“ nach 17 Minuten plötzlich 2 U-Bahnen unmittelbar hintereinander kommen, dh. < 1 Min.)

    3. U-Bahn an die Stadtgrenze + P&R: dazu stehe ich absolut! Denn, es gilt den einströmenden Pendlerverkehr (v.a. Süden/Mödling und NW/Stockerau) an der Stadtgrenze abzufangen und die Einfallstraßen (Tangente bzw. A22/Nordbrücke) zu entlasten!

    Ganz allgemein sind die Kapazitäten der Wr. Linien viel zu gering! Jeder, der tägl. das zweifelhafte Vergnügen hat, merkt wohl, wie brechend voll die U-Bahnen sind. Wie soll damit ein Autofahrer zum Umsteigen animiert werden?? (langsam, voll, Betriebsstörungen, schwitzende/stinkende Massen — ich kann die Argumentation, „da sitz ich lieber alleine in meinem Auto, trotz Stau“ nachvollziehen)

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  10. Lest, lest !!! http://www.wien.gv.at/vtx/rk?S=020061130019

    „Parkplätze oder Sicherheit ?“
    Haben sie es jetzt endlich kapiert ?
    Oder trauen sie es sich erstmals, zuzugeben, daß die
    Parkplatzbeschaffungshysterie des Jahrzehnts seit Svihalek die
    Verkehrssicherheit vor allem der „schwachen“
    VerkehrsteilnehmerInnen, der Kinder, massiv beeinträchtigt hat ?
    Ich kenne da eine Kreuzung im 16., Herbststraße / Liebhartsgasse, die ist schlicht
    KRIMINELL – und die Bezirksvorsteherin, unter der sie umgestaltet worden ist, ist
    jetzt eine hohe Funktionärin bei den Kinderfreunden!
    (Fotos vorhanden)

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  11. Rad-Stadtplan Ich finde, da sollten alle Mehrzwegstreifen, und alle Radrouten rausgestrichen und nur die Radwege (die meist etwas erhöht sind, also nicht so ganz wie der Gehsteig erhöht) in den Stadtplan eingezeichnet werden. Schließlich frage ich mich oft, wo denn der Radweg ist, wenn am Plan einer eingezeichnet ist, aber in der Realität nicht vorhanden. Nur um die Statistik zu fälschen, also: mehr Radkilometer in Wien zu schaffen?
    Das kann doch wirklich nicht der Sinn und Zweck eines Rad-Stadt-Planes (von der Stadt Wien).

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