von Chile lernen:sozialer Wohnbau

Was heißt „sozialer Wohnbau“ eigentlich in den townships und favelas der südlichen Erdhalbkugel?
Diese Idee (vorgetragen beim Kongress „bottom up – bauen für eine bessere Welt“ im AZW am Wochenende) begeistert mich, wie nachstehendes Beispiel veranschaulicht:
Vorher: Das Bild zeigt eine – im Süden häufiger anzutreffende – Siedlungsform.

Die Aufgabenstellung: Mit 7500 US$ menschenwürdige Wohnungen schaffen.
Das Problem: „Innerstädtisch“, wie in dieser Siedlung, genießen die Bewohner alle Vorteile des Stadtlebens (Nähe zu Arbeit und Ausbildung), der Grund ist aber teuer.
Die Antwort: Verdichten, aber wie?
Die Idee: Warum alles selber machen, wenn wenig Geld vorhanden und der Boden teuer? Warum nicht Ideen, Fleiß und Einsatz der Bewohner nutzen, nur einen Teil fertigstellen, und die Bewohner machen den Rest?
Das Ergebnis 2003:

Die Grundidee: Gebaut werden nur 25m2 je Wohneineinheit, die die Bewohner aber auf drei Etagen in Eigenregie erweitern und verdichten können.
Und so sieht’s drei Jahre später aus:

oder so:

Der Ansatz besticht.
Frage: Eignet sich das – in abgewandelter Form natürlich – nicht auch für einen „kostengünstigen“ sozialen Wohnbau bei uns?
hier sind alle Details und viele Fotos zu diesem Projekt

5 Gedanken zu “von Chile lernen:sozialer Wohnbau

  1. Schöner Bericht! Hallo CC,
    genau solche Berichte finde ich exzellent – da wird eine offenkundige Erfolgsstory weitererzählt – man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden.
    Danke!
    M.

    Gefällt mir

  2. Das ist kein Sozialbau, sondern eine verbesserung eines ghetto, in dem menschenunwürdige verhältnisse bestehen, die die bewohner dort, mittels „subversiven“ methoden aus Not heraus potenziel erweitern, welches bei uns, schon aus rechtlichen Gründen, nicht möglich ist.
    Das system ist gut, nur denke ich, zu wenig, denn die Menschen werden wiederum alleine gelassen, es ist der Tropfen auf den heissen stein, und es kommt mir vor, wie ein politisches Feigenblatt.

    Das Projekt erinnert mich ein wenig an das Vinzidorf in Graz, welches auch durch viel engagement einzelner, sich erweitert hat, ich würde es aber auch nicht als sozialen wohnbau bezeichnen.

    DIe Kosten bei unserem sozialen Wohnbau, müssten sich woanders drücken lassen, beim wasserkopf der wohnbaugeselschaften, bei den Grundstückspreisen, und natürlich auch bei den Baugesetzten, denn muss es wirklich sein, das jede wohnung zb. einen eigenen Parkplatz ausgewiesen haben muss?
    ICh würde es als affront sehen, einer alleinerziehenden Mutter mit 2 Kindern, eine halbfertige wohnung zu überlassen, und ihr dann noch auftragen die wohnung nach ihren vorstellungen fertigzubauen, bzw. zu erweitern.

    Gefällt mir

  3. Sinnvoll! Ich wohnte zweieinhalb Jahre am Land (Kleinstadt) in einem „sogenannten“ sozialen Wohnbau und zahlte dafür 530 Euro monatlich für
    75m². Dieser Preis ist aber schon abzüglich der Förderung des Landes Niederösterreich. 16.000 Euro einmaliger Genossenschaftsbeitrag kommen da aber noch dazu. Warum das so teuer sein muss, verstehe ich nicht. Den Bau führten Großfirmen aus Wien aus, die fast ausschließlich Ausländer zu Niederstlöhnen beschäftigten. Was der Bauträger bzw. die Firmen da aber an
    Lohn sparte(n), mussten sie bei der Gewährleistung wieder drauflegen, da der Bau äußerst mangelhaft war.

    Ich fände es auch sinnvoller, bauten im sozialen Wohnbau nicht die großen sondern kleinere, räumlich nahe gelegene Firmen.
    Die Bau-„gemeinschaft“ Mieter und Eigentümer fände ich sehr gut. Nur lässt sich das im „sozialen“ Wien (Bürgermeister=“Sozius“ der Baumeister und vieler Baufirmen) nicht leicht umsetzen. Beispiel U-Bahnen: Die werden nicht dann gebaut, wenn die Leute sie brauchen, sondern dann, wenn die bauausführende Firma gerade keine sonstigen Aufträge hat, aber dennoch gleichmäßig ausgelastet sein will.

    Gefällt mir

  4. so ein sozialer Wohnbau würde gänzlich den Umweltbestrebungen von den Grünen widersprechen. Damit züchtet man nämlich schlecht isolierte Gebäude heran, bei denen dann die Heizkosten explodieren.

    deshalb würde ich auch einen ökosozialen Wohnbau bevorzugen. Oder haben die Grünen vergessen, dass sie Grün sind?

    Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.