erste Gedanken zur Wahl

Jetzt heissts also noch eine Woche warten.
Denn die Wahlkarten können alles verschieben.
Was mir unsere klugen internen Rechner sagen:
Wir haben grosse Chancen auf das 21. Mandat (vom BZÖ)
Wir haben gute Chancen die F doch zu überholen (das letzte Mal bekamen wir 0,51% dazu, die F verlor)
Nicht so wahrscheinlich, aber möglich ist, dass das BZÖ unter 4% rutscht, und damit wäre eine rot/grüne Mehrheit da.
Unabhängig von diesem (sehr wichtigen) Ausgang:
Ich gehöre auch zu denen, die gestern sehr überrascht waren.
Nicht nur, darüber, dass die SP vorne liegt, auch sehr positiv über unser Abschneiden.
Endlich sind wir (wenn es nächste Woche 11% sind) einmal über den Prognosen gelegen.
Interessant die Wahlmotive, die sora erhoben hat:
Warum wurde die jeweilige Partei gewählt (Mehrfachnennungen möglich)
Da zeigt sich bei uns, wie dominant nach wie vor das Umweltmotiv ist.
Und es ist uns offensichtlich gelungen, auch die Bildungsfrage stark mit den Grünen zu koppeln.

Hier zum Vergleich die anderen Parteien


Was mich auch sehr freut, ist unser Wiener Ergebnis.
Hier werden wir mit den Wahlkarten nahe an 20% herankommen.
Und: Hier sind wir deutlich vor der FPÖ.
Betrachtet man genauer die Bezirke 15, 16 oder auch 17, wo immer wieder „das Ausländerthema“ hochgekocht wird, dann muss sehr positiv auffallen, dass wir gerade hier deutlich vor der F liegen.
Was uns aber v.a. der SPÖ in Wien zu denken geben sollte:
Sie hat besonders in Wien stark verloren (Prozente, aber auch noch viel stärker Stimmen)
und da möchte ich zwei Bezirke hervorheben, die zwei „Paradebezirke“ der SPÖ:
Favoriten und Simmering.
Hier verlor die SP beinahe 5% die F verdoppelten sich mit mehr als 10 Prozentpunkten.
Das muss einmal mehr allen zu denken geben, und muss dann (im Unterschied zu früher) zum Handeln führen.
Ich sehe einmal mehr im Bildungsbereich in diesen Bezirken den Schlüssel zur Veränderung.
Nur wer wenig Selbstvertrauen hat, wenig Chancen für sein Leben sieht, beschuldigt dann „die Fremden“, daran schuld zu sein (und geht Rattenfängern auf den Leim).
Je besser die Bildungschancen, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich.
Da müssen wir dranbleiben.
Und gerade die Wiener SPÖ daran erinnern.

8 Gedanken zu “erste Gedanken zur Wahl

  1. Konstruktiv Arbeiten zahlt sich aus… Eine lehre die ich aus dem wahlergebnis ziehe ist, dass die grünen dort überproportional gewinnen wo ihre konstruktive arbeit spürbar wird. Im 7.bezirk wurden fast 4% gewonnen (im vergleich zu 2% in ganz wien) – so wie auch in den bezirken wo die grünen schon stark waren (6.7.8.9.) sind ebenfalls überproportional neue stimmen dazugekommen. Ich selber wohne aber im 2. Bezirk und kann das alles daher nur aus einer gewissen distanz beurteilen.

    Dass die grünen gestern deutlich besser abgeschnitten haben als letztes jahr bei den gemeinderatswahlen sollte einigen leuten bei den wiener grünen zu denken geben. konstruktive sachpolitik (wie sie CC, VdB betreiben) zahlt sich aus. orthodoxie wie in wien von margules oder ellensohn stößt, denke ich, hingegen viele wähler vor den kopf.

    lg
    ch

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  2. Spö dank grüner Blutspenden vorne Dass die SPÖ unerwartet vorne liegt, dürfte wohl an jenen grünen BlutspenderInnen liegen, die wieder einmal „taktisch“ gewählt haben.

    Ich hoffe, bei der nächsten GR – Wahl in Wien bekommen wir unser Blut mit Zinsen
    zurück. BezirksvorsteherInnen im 6., 9., 4. Bezirk könnten dann grün sein.
    So kommt Wien zu einem Grüngürtel !

    Und vielleicht auch noch der 18…..

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  3. Überrascht? Bin ich nicht wirklich. Um ehrlich zu sein, bin ich so wenig überrascht, dass ich mir schon kleine Chancen auf den grünen iPod ausrechne 😉

    Warum die Meinungsforschung „versagt“ hat? Sie hat so wie 2002 die Psychologie der letzten Minute nicht ausreichend berücksichtigt. Sie rechnet zwar mittlerweile damit, dass man sich zu Grün gerne bekennt und zur F nur zögerlich. Aber dann kommt auch bei den „Grossen“ immer die Psychologie jener Wähler ins Spiel, die ihr Wahlverhalten erst in allerletzter Sekunde – erst im Angesicht der Unausweichbarkeit einer Entscheidung – zum Ausdruck bringen können.

    Und da war 2002 die signifikante Wählerbewegung die der „heimatlosen“ 1999er-F-ler, die sich in Umfragen zwar nicht zur ÖVP bekannt haben, aber sie im letzten Moment als „kleinstes Übel“ identifiziert haben. Und diesmal waren es die BAWAG-frustrierten Roten, die ihrem Ärger in den Umfragen Luft gemacht haben, aber die SPÖ im letzten Moment – und eben erst im Angesicht der Unausweichbarkeit einer Entscheidung – dann doch gewählt haben. Mit dem Bauchgefühl, dass eine Nationalratswahl keine Denkzettelwahl sein kann.

    Demgegenüber ist die „Mobilisierung“ der ÖVP nur unwesentlich schlechter gelungen als der SPÖ. Das geht für mich aus den Wählerströmen in Richtung Nichtwähler hervor, die in etwa dem Verhältnis der Parteienstärken von 2002 entsprechen.

    Überrascht bin ich daher nicht – ich hab dran geglaubt – erleichtert bin ich aber schon.

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  4. Glaubt CC wírklich, daß Gusi rot-grün machen „darf“??

    Sind nicht Häupl und pröll (vereint mit dem damaligen bp)

    schon seit 2001 drauf und dran eine große koalition zu installieren??

    waren diese beiden herren nicht gemeinsam im ausland???

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  5. Das Umweltthema ist bei den WählerInnen sehr dominant – nur wer setzt das im Nationalrat um? Wenn man sich die wahrscheinlichen neuen Abgeordneten anschaut, steht Eva Glawischnig da leider sehr alleine da.

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  6. Wermutstropfen Dass das rechte Lager FPÖ/BZÖ zusammen 14% aber die Grünen nur 10% erreichen konnten liegt mMn daran, dass das Thema des rechten Lagers („Ausländer“) von den Grünen leider weitgehend ignoriert wurde. Rassismusvorwürfe und Klagsdrohungen sind eben leider auch nicht konstruktiv. Sowohl die berechtigten als auch die unberechtigten Sorgen der „Rechten“ sollten beachtet werden und durch konstruktive Lösungsvorschläge (berechtigte Sorgen) bzw. Aufklärung (unberechtigte Sorgen) in die Arbeit der Grünen einfließen. Ausländerhetzer zu beschimpfen mag den Anhängern der Grünen zwar gefallen, ist aber wenig konstruktiv. Der Erfolg „grüner“ Ausländerpolitik (im friedlichen Dialog mit dem „Fremden“) muß sichtbar werden. Nicht um FPÖ oder BZÖ Wähler zu gewinnen (eher unwahrscheinlich), sondern damit SPÖ bzw. ÖVP Wähler in Zukunft Grün statt FPÖ wählen.

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  7. Hätte schlimmer kommen können Zunächst einmal Gratulation den Grünen zum doch recht guten Wahlergebnis, vor allem natürlich in Wien! Aber auch österreichweit ist die Tendenz eindeutig (langsam, aber doch) steigend. Ein Mandat mehr (und bei den Straches eines weniger) wäre natürlich noch sehr schön, insbesondere auch wegen 3. NR-Präsident und Volksanwalt.

    Mit dem derzeitigen Ergebnis sind mir die Grünen in Opposition eigentlich lieber als in einer (noch theoretisch möglichen) Rot-Grünen Koalition, da die Grünen von den Roten meiner Einschätzung nach ziemlich sicher zermahlen würden. Rot-Schwarz hat jetzt ein stabiles Gleichgewicht (Nachteil: 2/3-Mehrheit), um keine Blödheiten in eine Richtung zuzulassen; Rot-Grün würde einerseits zu einer dramatischen Rot-Rückfärbung führen, wobei sich die Grünen in nobler Zurückhaltung ins Eck drängen ließen, andererseits die volkswirtschaftlich richtigen Entscheidungen von Schüssel u. U. leichtsinnig rückgängig machen.

    Weitere Vorteile des Wahlausgangs: KHG ist weg, aber sowas von, die Gehrer-Liesl ziemlich sicher auch, und unser lieber, alter Freund, der Khol-Anderl will sich auch zurückziehen! Ich zerdrück schnell eine Träne 🙂

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  8. http://www.KLIMAWANDEL.com WAHLANFECHTUNG HISTORISCHE GRÜNE CHANCE ?
    Wollen wir einen Linksruck bewirken ?
    Oder sind wir eigentlich ganz zufrieden damit,
    daß das BZÖ möglicherweise mitregiert.
    Kann erstmalig wirklich durch grünes zutun
    wirklich etwas entscheidendes in diesem Land
    bewegt werden ? Da das BZÖ mit zwei verschiedenen
    Listenbezeichnungen kandidiert
    hat könnte die Wahl auch angefochten werden,
    ohne daß die Wahl wiederholt werden müßte.
    dH. Das BZÖ würde in diesem Fall nicht die
    erforderlichen 4% erreichen. Diese Meinung vertritt
    übrigens auch der Verfassungsjurist Heinz Mayer.
    Haider würde ohne gewählte Partei dastehen.
    Rot Grün hätte die Mehrheit etc.
    Aber wollen wir das ?
    Jedem politisch denkenden Kleinkind wird wohl
    klar sein, daß die F wohl die Wahl unter
    Anderem auch darum nicht anfechten
    wird, weil damit ja logischerweise
    zukünftige WählerInnen
    abgeschreckt werden würden und
    dadurch eine Rechtskoalition niemals
    mehr zustande kommen könnte.
    Ich meine das ist schon was anderes
    als z.B. eine grün-Blaue Duldung
    einer SPÖ Minderheitsregierung.
    (Welche theoretischerweise zwei
    Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte,
    aber mit Betonung auf theoretischerweise.)
    Mit einer Wahlanfechtung könnten wir
    aber doch zumindest eine Fliege mit einer Klappe
    schlagen anstatt sie möglicherweise zu züchten.
    Wollen wir eigentlich überhaupt irgend
    etwas bewirken ? Gesamtpolitisch mein ich.
    Oder genügen wir uns selbst ?
    Und warten auf Weihnachten…

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