5 Gedanken zu “Die Türkei nach Europa

  1. Schaut auf Mannheim Die Türken und/oder Muslime finden immer einen Weg, um sich die Dinge so zu biegen, wie es dem eigenen Vorteil.
    Gäbe es keine „muslime Gewaltwiege“, wäre dies dann der Grund der Türkei den Beitritt zu verweigern? Wohl kaum.

    Liebe Freunde in Österreich. Diesmal wird kein Prinz Eugen zur Rettung der Tore Wiens nahen. Schaut nach Deutschland oder gar Dänemark, und Ihr werdet vielleicht begreifen, was Ihr Euch „ins Haus holen“ könnt.
    Seid dabei offen und Euch nicht von falschen Idealen bzw. Welteinstellungen leiten – manchmal ist etwas, auch wenn es sein darf.

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  2. Die EU ist kein Aufklärungsprojekt „[Die Gewalt] ist wirklich keine Eigenart des Islams allein.“ Genau, das Christentum war vor rund 1.000 Jahren dort, wo der (radikale) Islam jetzt steht – im finsteren Mittelalter. Was den islamisch geprägten Ländern fehlt, ist die Aufklärung und Säkularisierung, denn diese hat dort niemals stattgefunden!

    „Heute haben wir vergleichbare [ungebildete] muslimische Massen, aber kaum mehr die gebildete Elite, die den Diskurs anführt.“ Der Wandlungsprozess zu einer säkularen Gesellschaft kann nur von innen kommen, eine sozusagen von außen aufoktroyierte EU-Kultur ändert nichts an den gesellschaftlichen Verhältnissen!

    „Ein demokratischer Islam ist genauso möglich wie ein demokratisches Christentum.“ Was das Christentum betrifft, ist diese Aussage falsch, ja unsinnig. Das Christentum ist zutiefst undemokratisch – wie in jeder anderen Religion auch müssen Glaubensinhalte wohl dogmatisch von oben herab diktiert werden. Abgestimmt kann darüber nicht werden, dann wäre es keine Religion mehr. – Die Religion selbst ist aber irrelvant, wenn die Gesellschaft säkular und aufgekärt ist.

    „Zudem sichert die türkische Armee den Säkularismus und wacht darüber, dass die Islamisten sich an den Pluralismus halten.“ Solange das nötig ist, ist die Gesellschaft aber nicht wirklich säkular (und schon gar kein stabiler Rechtsstaat)! Hier liegt der Trugschluss des Herrn Meddeb.

    Die EU kann und soll nur Länder aufnehmen, die demokratisch, rechtsstaatlich und säkular sind – die Entwicklung dazu muss jedes Land (= die Bevölkerung) aber schon selbst durchmachen. Die Türkei (ebenso wie der im Interview angesprochene Maghreb) werden bis dahin noch viele, viele Generationen benötigen.

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  3. „Friedensprojekt“ EU Eine glasklare Analyse in Form eines Interviews. Und wenn man „Abdelwahab Meddeb“ heisst, tut man sich scheinbar auch gleich viel leichter, über die Vorzüge europäischer Werte zu sprechen, ohne damit nur präpotent rüberzukommen.

    Ich denke, er hat recht. Wenn die Türkei ihren Weg so weitermacht, dass sie am Ende des Tages in glaubwürdiger Weise in den europäischen Rahmen passt, dann würde ein Beitritt auch das „Friedensprojekt“ EU sozusagen ins 21. Jahrhundert führen. Indem es möglichen Konflikten von vorneherein die Schärfe nimmt.

    Die EU könnte dann mit einer ähnlichen Leichtfüssigkeit und Glaubwürdigkeit gegenüber der restlichen islamischen Welt auftreten, mit der dies der durch und durch europäische Abdelwahab Meddeb in diesem Interview tut.

    Wie wäre es also mit folgender Sicht: Der Kampf der Kulturen ist gar kein neuer Kampf zwischen „Abendland“ und „Morgenland“. Er ist ein „innerislamischer“ Kampf um Aufklärung und Säkularisierung. Wobei der rückwärtsgerichtete Fundamentalismus den Feind sozusagen „nach aussen“ projiziert. Kann es uns also wirklich egal sein, wer dort obsiegt?

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  4. Wie soll ein Beitritt ein umdenken bewirken? Zum Interview: Die Türkei ist nicht säkular und schon gar nicht laizistisch. Die Religion wird dort vom Staat aufoktroiert. Es ist nicht möglich für Muslime ihre Religion abzulegen und der islamische Religionsunterricht ist verpflichtend. Österreich ist nicht laizistisch, aber die Türkei ist das noch weniger.

    Der Islamismus ist eine Ideologie und Ideologien verbreiten sich heute über Mundpropaganda, Bücher, Internet und Satellitenfernsehen. Viele der Anschläge hier in Europa wurden von Leuten verübt und geplant, die hier aufgewachsen und überzeugt wurden. Sie wuchsen in der EU auf und das änderte rein gar nichts an ihrem Denken.

    Überzeugungen können nicht mit internationalen Verträgen zum Freihandel, Währungsunion und überstaatlichen politischen Entscheidungen verändert werden.

    Deshalb sehe ich überhaupt keinen Zusammenhang in der Islamismusfrage und in der Frage des Türkeibeitritts.

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