Wald statt Erdöl-Fachgespräch 13.Sept.

Völlig widersprüchliche Meldungen über die Chancen von Holz sind derzeit zu lesen.
Einerseits: Holz wird knapp, die Preise steigen.
Andereseits: In Österreich wächst deutlich mehr Holz zu als genutzt wird.
Was stimmt jetzt?
Wald statt Erdöl?
Energie in Europa 2010: Welchen realistischen Anteil kann Holz
erreichen?
Welche Potentiale gibt es in Österreich, bzw. in Osteuropa?
Welche Hemmnisse muss die Politik überwinden?
Gibts auch Kehrseiten der (Holz)medaille?
ein Fachgespräch
mit
Georg Erlacher, Vorstand Bundesforste
Christian Rakos – pro pellets Austria
Kasimir Nemestothy-Energieagentur
wo : w@lz (eine Schule-auch-aus Holz), 1140 Heinrich Collinstrasse 9
wann: Mittwoch 13. Sept Beginn 19.00
Anreise: Strassenbahn 49, Station Lützowgasse
uAwg. an: karin.binder@gruene.at

3 Gedanken zu “Wald statt Erdöl-Fachgespräch 13.Sept.

  1. Klingt spannend… … kann aber die ganze Woche ab 11. leider nicht. Aber vielleicht lässt sich die Antwort auf folgende Frage trotzdem klären?

    – Wie weit lässt sich Holz maximal transportieren, wenn die für den Transport der Holzmasse benötigte Energie den Verbrennungsenergiegehalt des transportierten Holzes nicht übersteigen darf?

    Oder vielleicht weiss ja sonst jemand die Antwort?

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  2. Waldsterben, Ozonloch, Klimaerwärmung Ich weiß, ich begebe mich u. U. auf dünnes Eis – sprich auf populistischen Boden – aber viele der Kernthemen der Umweltschutzbewegung der letzten Dekaden scheinen sich nach und nach in Luft aufzulösen.

    Das Waldsterben – Katastrophenszenario der 80er – ist nicht nur nicht eingetreten, im Gegenteil wächst der Wald und ist gesund. Das Ozonloch wird sich in den nächsten Jahren wieder schließen, und das Weltklima könnte sich in den nächsten Jahrzehnten durchaus wieder abkühlen – in der Erdgeschichte hat es seit Jahrmillionen Kalt- und Warmzeiten gegeben. Fossile Brennstoffe wird es voraussichtlich noch viele Generationen lang geben – nach dem Club of Rome dürfte es seit den 90ern keinen Tropfen Öl mehr geben.

    Ich möchte keinesfalls leugnen, dass das menschliche Wirken – insbesondere seit der industriellen Revolution – einen maßgeblichen Einfluss hatte, jedoch sollten wir Menschen uns in Bezug auf das globale Ökosystem vielleicht doch nicht allzu sehr überschätzen. Es hat durch klimatische und kosmische Ereignisse schon lange vor dem Auftreten des Menschen Artensterben gegeben – und die Erde hat sich wieder erholt.

    Inwieweit die Erholung der Ozonschicht auf den Rückgang von Treibhausgasen zurückzuführen sein wird, möchte ich in Frage stellen. In Wahrheit war der Rückgang – in den westlichen Ländern – wohl minimal, und in den neuen östlichen Industriestaaten feiern die Emissionen fröhliche Urständ.

    Worauf ich hinaus will? Ganz einfach – die Schwerpunkte der Umweltbewegung und somit Kernpunkte des grünen Programms sollten die Lebensqualität der derzeit exisitierenden Menschen im Fokus haben und nicht möglicherweise eintretende Katastrophenszenarien.

    Umweltschutzorganisationen aber auch grüne Parteien haben in den letzten Jahren viel an Glaubwürdigkeit (und auch Wählerpotential!) verloren, weil sie z. Tl. viel zu dogmatisch und fundamentalistisch argumentiert haben. Simples Beispiel: Straßenverkehr – dieser verbraucht fossile Brennstoffe, verursacht Treibhausgase, Feinstaub und Lärm, vermindert die Qualität der Atemluft und das Stadtbild von Großstädten. Nur, ansetzen bei der Suche nach der Einsicht der Menschen sollte man bei der sinkenden Lebensqualität: je mehr Autos die Straßen verstopfen, umso weniger ist der einzelne noch mobil. Nur was den EINZELNEN betrifft, wird von der Masse wahrgenommen.

    Conclusio: wenn man als grüne Partei nicht nur wegen des Vorsitzenden gewählt werden will, muss man pragmatisch agieren und dem einzelnen konkrete Vorteile darlegen können.

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  3. Die Grünen sind meine Sorge… Zunächst Danke an Maschi für das umfassende Feedback (und den Literaturtipp), eigentlich wollte ich aber keine Diskussion um Umweltthemen vom Zaun brechen – dazu fehlt mir nicht zuletzt das Fachwissen – sondern den Anlassfall Ozonloch nehmen, um meine Sorge über das Grüne Erscheinungsbild zu formulieren.

    Ich fürchte nämlich, dass das Wahlergebnis wie das bei der letzten Wienwahl nicht so rasend gut ausfallen wird. Der externe Faktor ist sicherlich das Antreten von mehreren „alternativen“ Parteien, die Stimmen (und schlimmer sogar Mandate) kosten werden; die internen Faktoren allerdings sind das Fehlen einer deutlich sichtbaren Kontur der Grünen. Umweltthemen – so sie nicht durch den Lauf der Geschichte an Aktualität eingebüßt haben, s.o. – haben inzwischen fast alle Parteien im Programm. Extreme Randgruppenpositionen verscheuchen eine größere Zahl an Wählern als sie bringen, obwohl sie natürlich Bestandteil der Ziele bleiben müssen.

    Aber wo bleiben die konkreten, leicht verständlichen und pragmatischen Lösungsansätze für die gegenwärtigen Probleme? Warum sind die Grünen in den letzten 6 Monaten nicht zur „Bildungspartei“ geworden? Warum werden in den Bereichen Verkehr und Engerie die ewiggleichen Phrasen gedroschen, anstatt ganz konkrete Projekte in den Mittelpunkt der Wahlwerbung zu stellen (z.B. autofreie Siedlung Wien; „Wunder“ Güssing – wurde zwar von VdB erwähnt, kennen aber nur Insider)? Wie kann die globalisierte Wirtschaft so genützt werden, dass sie bei uns Arbeitsplätze bringt aber auch Schwellen- und Entwicklungsländern die Zukunft nicht verbaut – anstatt sie nur zu verdammen? Wie können Immigranten nachhaltig integriert werden und zugleich die Menschen in Gegenden mit weit überdurchschnittlichem Migrationshintergrund nicht per se als Ausländerfeinde diskreditiert werden (und deren Anliegen abgetan)?

    Ich bin absolut davon überzeugt, dass die Grünen ein Potential von 15-20% haben, dies aber aufgrund der unglücklichen Selbstdarstellung nicht ausnützen können. Und das ist verdammt schade.

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