Die Hitze und die Klimaanlagen

Es ist verrückt, und zeigt wie weit entfernt wir von einer klugen Bauweise sind.
Weil v.a. Bürogebäude auf der ganzen Welt wie das hier gezeigte (der twin tower am Wienerberg) errichtet werden, steigt jetzt der Stromverbrauch extrem an.

Riesige Glasfassaden erzeugen bei Sonneneinstrahlung einen extremen „Treibhauseffekt“ innen, „erfordern“ deswegen riesig dimensionierte Klimaanlagen und einen sehr hohen Stromverbrauch.
Effekt: Auch in Österreich laufen jetzt Kohlekraftwerke, die 2/3 ihrer Energie in die Flüsse kühlen müssen.
Und deswegen kommt es in vielen Ländern bereits zu Stromengpässen.
Den die Pegelstände der Flüsse sind gering, deswegen fehlt das Kühlwasser für die Kohle- und Atomkraftwerke, diese müssen zurückgefahren werden, die Preise auf den Strombörsen expoldieren und man will uns damit beweisen, dass noch mehr Kraftwerke gebaut…
Wieviel das sommerliche Kühlen zum Stromverbrauch beiträgt, zeigt folgende Berechnung (energy agency):
In den EU-15 Staaten wurden 2005 rund 78 000 GWh Strom für Klimatisierung benötigt.
Das entspricht rund 9 Atomkraftwerken (die 17 deutschen AKW produzieren 158 000 GWh)
Warum muss man so Bürogebäude errichten?
WQarum nicht kühle Räume auch im Sommer ohne stromfressende Klimaanlage.
Einfach durch kluge Planung und zeitgemässe Technologien?
It`s intelligent architecture, stipid!
Was wir brauchen, und das ist ein kleiner Teil der „Energiewende“, die kommen muss, wenn ab 1.Okt Grün kommt, sind Bürogebäude, die als Passivhäuser geplant und errichtet werden.
V.a. um die Kühllasten im Sommer zu minimieren.
Wie?
Durch außenliegende Abschattung der besonnten Flächen
Durch Dämmung v.a. in den Dachbereichen, damit die Wärme nicht ins Haus kommt
Durch natürliche Luftströmung, welche die Kühle der Nacht nutzen
Durch Erdsonden, welche die Kühle des Erdreichs nutzen
Durch Wassersonden, welche die Kühle des Grundwassers nutzen
Durch solare Kühlung, die für besonders heiße Tage (Spitzenlast bei der Stromerzeugung) Kälte in die Räume bringt.
usw.
Die Stromfresser Klimaanlagen sind ein internationales Problem. Jenes Land, das “zu Hause” vorzeigt, dass es auch anders geht, und wie es geht, wird seine Consultingleistungen samt zugehöriger Baumaterialien und Technologien weltweit erfolgreich absetzen können.
Weniges, aber Wesentliches müsste die Politik beisteuern:
*)Adaption der Baunormen, um ebenso wie beim Wärmeschutz eine Minimierung der Kühllast vorzuschreiben
*) Finanzielle Mittel, um innerhalb von 4 Jahren einige hundert Demonstrationsbauten sowohl beim Neubau, aber auch bei der Sanierung zu realisieren.
*) Die öffentliche Hand (Bund-Länder-Gemeinden-BIG) als Vorreiter: Bei Schulen, Amtshäusern, Spitälern, Universitäten, etc. gibts ein weites Feld vorbildhafte Gebäude zu errichten und zu sanieren, die uns kühle Räume auch an Hundstagen ermöglichen.
*)Solar Cooling als Forschungsschwerpunkt und Exporttechnologie. Die Nutzung der thermischen Solarenergie für Kühlzwecke ist insbesondere in der warmen Jahreszeit eine besonders aussichtsreiche Alternative, um den Anstieg beim Stromverbrauch in Griff zu kriegen.

5 Gedanken zu “Die Hitze und die Klimaanlagen

  1. und bewusstsein schaffen was sie schreiben stimmt schon alles. ein zusätzlicher punkt der mich besonders nervt ist aber auch die ignoranz der bevölkerung.
    ich arbeite in genau so einem bürogebäude mit klimaanlagen an jeder ecke. es herrscht unter meinen kollegen (in anderen unternehmen wird es nicht anders sein) einfach kein bewusstsein für diese energieverschwendung – zumal wenn man die stromrechnung nicht selber bezahlt.
    da wird das büro auf (für mich eigentlich schon unangenehme) 20 Grad heruntergekühlt – das bei gleichzeitig geöffnetem fenster.
    man lässt damit es montag früh im büro angenehme temperaturen hat die klimaanlage das ganze wochenende laufen. usw, usw…
    sehr ähnlich verhält es sich übrigens mit dem licht abschalten und den computern. viele kollegen schalten (selbst übers wochenende) weder licht noch computer ab – etwas was man im eigenen zuhause ja wohl kaum machen würde!

    es liegt also viel auch bei der einstellung der menschen im argen.

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  2. @ Politik beisteuern ich erlaube mir, laut zu denken:
    wie siehts aus mit spitzenlast-preisen für stromübertragung und -verteilung? (für produktion gibts das eh schon länger).
    ein weiteres mögliches modell, bei dem die politik gefordert wäre, könnten verbrauchsabhängige entgelte sein, zB für die ersten verbrauchten kwh ein geringer preis als für die nächsten usw. und evtl. in kombination mit Stromverbrauchszertiffikaten.
    nach dem motto, wo schon märkte politisch produziert sind, sollten sie auch politisch genutzt werden.
    lg
    gtoe

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  3. Fernkälte… … also Kühlen mit Fernwärme erscheint mir eigentlich auch als vielversprechender Ansatz, welcher am Weg Richtung solarer Kühlung überall dort wo es Fernwärme schon gibt sehr schnell umgesetzt werden kann, in Zukunft auch in Kombination mit solarer Kühlung gemacht werden kann (gleiches Prinzip „Kälte aus Wärme“) und auch schon konkret von manchen Stadtwerken gemacht wird (siehe zB Erfurt, Wien).

    Und es gibt jede Menge an theoretisch und oft auch praktisch nutzbarer Abwärme, die das ganze Jahr über anfällt, aber nur im Winter genutzt wird… darin liegt der Grund für die relative Umweltfreundlichkeit.

    Und noch eine Aussage von der genannten Wiener Fernkälte-Seite zum Thema Glasfassaden: „Moderne Glasfassaden benötigen bereits ab einer Außentemperatur von sechs Grad bei entsprechender Sonneneinstrahlung Kühlung“. Womit wir wieder beim Thema „Schildbürger“ wären…

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  4. http://www.KLIMAWANDEL.com Oft wird übersehen daß bis zu 30 % des Stroms einfach gesparen werden könnte.
    Moderne Maschinen, Computer und Klimaanlagen brauchten schließlich viel weniger Energie als
    alten Geräte. Das wäre zumindest ein erster Schritt, um den Teufelskreis Treibhauswandel zu durchbrechen.
    Zahlreiche Klimaforscherinnen und Klimaforscher warnen seit Jahren, dass wir uns auf immer mehr dieser so
    genannten extremen Wetterereignisse – also Dürren, Stürme und Regenfluten – einstellen müssen.
    Natürliche Schwankungen können dabei ausgeschlossen werden. Die bei weitem überwiegende Mehrheit der
    Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ist sich völlig einig, dass der Mensch die entscheidende Rolle spielt.
    Vor allem für die sehr hohe Geschwindigkeit der Temperaturänderungen spreche dafür. Wir reden hier über 200
    Jahre Industrialisierung, in denen sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre inzwischen schon um ein Drittel des
    ursprünglichen Wertes erhöht hat.
    Das ist vom Menschen hervorgerufen, das ist kein natürlicher Prozess.

    Die Natur dürfte unter dem Klimawandel am meisten leiden. Eisbären könnten beispielsweise nach einer Studie des
    Arktis-Rates ihren Lebensraum, also eine geschlossene Eisdecke, verlieren. Ein schneller Temperaturanstieg könnte
    fragile Ökosysteme wie Korallenriffe überfordern. Doch auch am Menschen geht der Klimawandel nicht spurlos
    vorüber: Wir können zum Beispiel auf das Hitzejahr 2003 schauen, wo wir insgesamt über 40.000 Tote mit der
    Hitzewelle in Verbindung bringen müssen.

    Das Schlimmste kommt noch:

    Im vergangenen Jahrhundert ist die weltweite Durchschnitts-Temperatur um etwa 0,6 Grad gestiegen.
    Nicht überall gleichmäßig: in Europa beispielsweise um knapp ein Grad. Dabei haben wir den größten
    Temperaturanstieg noch vor uns. Die Wissenschaftler des UN-Klimapanels IPCC (Intergovernmental Panel on
    Climate Change) rechnen bis Ende des Jahrhunderts mit einem Plus von 1,4 bis 5,8 Grad Celcius. in den Städten –
    laut WWF auch mit ökonomischen Auswirkungen, wenn etwa im Sommer mehr Strom verbraucht wird,
    weil mehr Klimaanlagen und Ventilatoren benutzt werden.

    Ein Teufelskreis: mehr Hitze, mehr Stromverbrauch, damit auch mehr Treibhausgase bei der Strom-Produktion und
    letztendlich auch wieder mehr Hitze. Alternativ sollten die Elektrizitätsfirmen vor allem erneuerbare Energien wie
    Wind, Wasser und Biomasse verwenden, um ihren Strom zu erzeugen, fordert der WWF. In der Übergangszeit
    könnte in den Kraftwerken auch mehr Gas zum Einsatz kommen. Das ist zwar nicht klimaneutral, stößt aber im
    Vergleich zur Kohle oder zum Öl deutlich weniger Treibhausgase aus.

    …mehr dazu auf http://www.KLIMAWANDEL.com

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