der US-Autowahnsinn (2)

Dass tonnenschwere SUVs das „normale“ Kaufverhalten von US-Amerikanern dominieren wurde hier unlängst dokumentiert.
Dass sich die Verkaukszahlen des „Hummer“, eines besonderen Auswuchs in den USA von 2004 auf 2005 beinahe verdoppelt
haben, trotz steigender Benzinpreise,sei auch noch ergänzt.
hier ein Wiener Exemplar:

Nachfolgende Grafik ist in diesem Zusammenhang doppelt aufschlussreich:

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Einerseits zeigt sie (schwarze Linie) dass der Benzinverbrauch pro Fahrzeug in den USA seit 1987 wieder ansteigt.
(dort wird mittels miles/gallon gerechnet, steigende Effinzienz-statt bei uns sinkende Verbrauchswerte, bitte bei Lektüre der Grafik umdenken)
aber eine sehr optimistische Entwicklung ist dieser Grafik auch zu entnehmen:
Falls eine Regierung will (wie die US-amerikanische Ende der 70er Jahre) und mittels strenger Auflagen die Autoindustrie ZWINGT, energieeffinziente Autos zu produzieren und auch zu verkaufen, dann wirkt das (man betrachte die dramatische Steigerung der blauen Kurve ab Ende der 70er Jahre).
Deswegen wird es eines der wichtigsten Vorhaben sein
(und wir werden das auch in unserm Wahlprogramm fixieren)
strenge Vorgaben auf EU-Ebene zu erlassen, die statt derzeit mittels freien Vereinbarungen klare Effizienzverbessereungen beim Spritverbrauch von Autos durchsetzt.
Wenn es gelänge (was technisch kein Problem wäre) den Durchschnittsverbrauch
von derzeit 7 Liter/100km in der EU auf 3- 4 Liter zu reduzieren, wäre das eine enorme Entlastung von Erdölimporten und ein extrem wirksamer Beitrag zum Klimaschutz.
Und erst dieser reduzierte Verbrauch kann dann weitgehend biogen bereitgestellt werden.

3 Gedanken zu “der US-Autowahnsinn (2)

  1. Zwang Die Sache ist ja die, der Hummer ist einfach ein quasi nicht kaputtzukriegendes Off Road Fahrzeug. Daher wird er zB auch vom Roten Kreuz für Katastropheneinsätze verwendet… die Fehlentwicklung liegt somit nicht in der Existenz des Hummers, sondern darin, dass so ein Fahrzeug natürlich nicht verwendet werden sollte, um damit schnell mal das Brot vom Bäcker zu holen.

    Daher halte ich eigentlich weniger vom Zwang zum Minderverbrauch und mehr von schlauen Lenkungsmassnahmen. Denn auch in Zukunft wird der Konsument besser als der Staat entscheiden können, ob er persönlich tatsächlich so ein Fahrzeug braucht (aus einer Kosten-Nutzung-Abwägung heraus – allerdings nach Internalisierung *aller* externen Kosten…).

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  2. Ich wundere mich noch einmal über das US-car-bashing!
    Wir könnten auch die Abgasvorschriften von Kalifornien als beispielweisend anführen und die EU-Normen als vorgestrig.
    Wir könnten auch beim Hummer die Entwicklung vom H1 zum H3 betrachten:
    Er ist wesentlich kleiner geworden und energieeffizienter – das ist doch der Hintergrund für den Erfolg.
    Reden wir doch von den Dieselbrummern auf unseren Straßen, von steuerfreien Kerosinverbrennern in unseren Lüften …

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