Die Stadtkiller

Immer öfter siehts in Wien so aus (und damit mein ich nicht den Schnee, sondern die leerstehenden Geschäfte)
Der Verfall der Nahversorgung, die Verödung der Erdgeschosszonen beschleunigt sich.

Die Ursache ist klar, nur wird sie weder politisch erkannt, geschweige denn bekämpft.
Ein unscheinbarer Einspalter in der Wochenendausgabe der presse
beschreibt es ganz richtig:
Die Verkaufsflächen durch riesige Einkaufszentren an den Stadträndern explodieren förmlich, und da die Kaufkraft kaum wächst, bleiben „die Kleinen“ auf der Strecke.
Schaut man sich die Zahlen genauer an, wirds noch beängstigender:

Für grössere Ansicht bitte Bild anklicken.
Dabei ist heute schon Österreich „führend“, was die Verkaufsfläche pro Einwohner betrifft (siehe beilegende Zusammenfassung), der Verdrängungswettbewerb wird weiter zunehmen, und die Nahversorgung – und damit urbanes vielfältiges Leben wird weiter zerstört.
einkaufszentren_nahversorgung (doc)
Die Lösung?
Die Wiener Stadtplanung müsste ein Wort mit vier Buchstaben lernen:
N E I N.
Denn jedes grosse Einkaufszentrum braucht eine Widmung durch den Beschluss des Wiener Gemeinderates.
Nur haben weder Schicker noch Häupl bisher erkennen lassen, dass sie dieses Problem überhaupt wahrgenommen haben.

2 Gedanken zu “Die Stadtkiller

  1. Ich glaube nicht, dass das Konzept „NEIN sagen“ bisher zu den besonders erfolgreichen
    gehört.

    Wer bremst sitzt immer hinten – gesteuert wird aber vorne.

    Vielleicht boomen die Einkaufszentren vor allem deshalb, weil viele Menschen diese Art einzukaufen stark anspricht.
    Und die Bedürfnisse der Menschen werden nicht im Gemeinderat beschlossen.

    Mich würde viel mehr interessieren, was man mit der Fläche in der Stadt, die wir nicht mehr zum Einkaufen brauchen,
    anfangen können. Auf welche neuen Konzepte und Nutzungsarten wartet Wien? Ist die Garage wirklich der Weisheit
    letzter Schluss?

    Hier ist viel Platz und Raum für Kreativität, neue Entwicklungen – sowas ist doch ungleich spannender, als „NEIN“.

    Liken

  2. Schon, aber… … die beobachtung stimmt, aber über die schlussfolgerung lässt sich streiten. das bild ist ja ganz bezeichnend, weil es ein papier-waren-geschäft enthält, und der bedarf nach papierwarengeschäfte hat sich gewandelt. solche zonen, in denen diverse geschäfte zusperren, sind tatsächlich für eine übergangszeit desolat — aber sie erleben wiederauferstehungen, häufig durch neue lokale — beispiel untere gumpendorferstraße, ring zwischen babenbergerstr. und operngasse, etc. die frage ist was stadtpolitik dazu beitragen kann, um die wiederauferstehung solcher straßen zu fördern? in der unteren mariahilferstr. war es z.b. das mq, das dem desolaten zustand durch entsprechendes publikumsaufkommen beenden half.

    Liken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.