„Ausländerwahlkampf“-die andere Seite

Die andere Seite beginnt mit der richtigen Diagnose, und hier muss auch jenen sich als liberal bezeichneten Journalisten wie Peter Rabl (diesen Sonntag im Kurier) widersprochen werden, wenn er von Problemen an Wiener Schulen so schreibt:
40% aller Wiener Schüler haben nicht Deutsch als Muttersprache
Wenn man so ein Problem beschreibt, hat man schon verloren.
Dass man zuhause Englisch, Türkisch, Ungarisch oder Chinesisch spricht und ebenso fliessend Deutsch, ist eine Bereicherung, kein Problem.
Ich war im Wahlkampf an vielen Schulen zu „Politikerrunden“ eingeladen.
Oft haben sich gerade jene zu Wort gemeldet, an deren leichtem Akzent man merkte, dass Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, sie aber fliessend unsere Sprache beherrschen.
Warum mir das so wichtig ist:
Alle zucken zusammen, wenn von hohen Ausländeranteilen die Rede ist, und sie werden irreführenderweiseoft so definiert, wie es Rabl macht.
Daswirkliche Problem liegt dort, wo die Kinder nicht oder kaum Deutsch können (und im übrigen auch ihre Muttersprache kaum beherrschen)
Deren Zahl ist deutlich geringer, in etlichen Schulen jedoch in derTat ein grosses Problem.
Die „Lösung“ ist aber auch nicht besonders schwierig:
Mit ausreichenden finanziellen Mitteln für Integrationslehrer/innen lernt jedes Kind innerhalb kurzer Zeit eine Sprache.
Hier kann und muss sofort etwas getan werden.
(es beginnen jetzt Gespräche zwischen der SPÖ und uns, und wir werden garade darauf grossen Wert legen, Details dazu bald)
Aber es muss sich in den Köpfen der Menschen etwas ändern.
Mehrsprachigkeit ist kein Problem sondern eine Bereicherung.
Und Medien wie der Kurier (oder der Standard, der falter der ORF) sollten endlich mehr Menschen mit Migrationshintergrund Karriere machen lassen.
Denn hier vergeben wir als Gesellschaft eine grosse Chance:
Menschen, die nicht in Österrreich geboren sind können und wollen aufsteigen, und zu ihrem und unserem Wohlstand beitragen.
Zurecht wird die gläserne Decke beschrieben, die noch immer viele Frauen von Spitzenpositionen fernhält.
Im Vergleich dazu ist es geradezu eine Betondecke, die Migrrant/innen am Arbeits-aber auch am Wohnungsmarkt massiv behindert.
Unsere Hauptbotschaft sollte sein: Mit dieser Behinderung schiesst sich Österreich selbst ins Knie.
Zur Erinnerung:
In Silicon Valley sind ein Drittel aller Unternehmen von Menschen gegründet worden, die (oder deren Eltern) nicht in den USA geboren sind.
Und der Anteil dieser Menschen in diesem extrem boomenden Gebiet liegt bereits bei über 60%.
Bildungs-und Aufstiegschancen eröffenen, und sie auch deutlich kommunizieren, so wird unsere Gesellschaft gerechter und reicher und den Straches wird der Boden entzogen.

2 Gedanken zu “„Ausländerwahlkampf“-die andere Seite

  1. Betondecke bei Kurier, Standard und ORF? Haben sie auch Belege dafür, dass Immigranten dort trotz gleicher Qualifikation und passender Ansichten nicht unterkommen?

    Wie sieht es bei den Grünen aus? Haben die Wiener Grünen einen der Stadtbevölkerung entsprechende Anzahl an Mitgliedern auf allen Ebenen der Partei? Laut Statistik Austria sind etwa 20% aller Wiener in nicht-EU Ländern geboren, sind also Einwanderer der 1. Generation. Wenn nicht, ist eine Betondecke bei den Grünen dafür verantwortlich?

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  2. Das Problem „Ausländer“ sind nicht die Schüler, das ist korrekt. Im Gymnasium z.B. beherschen fast alle die Sprache Deutsch. (Natürlich müsste man erwähnen, dass doch eine große Anzahl der Eltern dieser Kinder, leider kein bzw. kaum Deutsch spricht und dies von den Kindern selten erlernt).
    In der Volksschule sieht dies aber ganz anders aus. Ich kenne einige Volksschullehrer, die beklagen, dass sie den Kindern erst die Sprache Deutsch beibringen müssen und Dolmetscher spielen, obwohl sie dafür nicht ausgebildet sind (weil eben über 60 % Kinder mit Nicht-Deutscher-Muttersprache in der Klasse sind), und eigentlich die Lehrer die Sprach- und Schriftkenntnisse über Deutsch ausbauen sollten. Hier gibt es Handlungsbedarf bei der Integration durch die Politik!!!

    Das Problem sind auch nicht die Menschen mit Nicht-Deutscher-Muttersprache
    (Das Wort „Ausländer“ ist politisch nicht korrekt!!!). Das Problem ist, dass es
    kaum Integrationsprogramme gibt, die erstens den Menschen mit Nicht-Deutscher-Muttersprache verpflichtend die Sprache Deutsch lernen (Deshalb verpflichtend, weil es meiner Meinung nach dazu gehört, dass man mit anderen auch in der Amtssprache kommunizieren kann bzw. die Amtssprache versucht zu erlernen, was vor allem bei älteren kürzlich eingewanderten Menschen mitunter ein Problem darstellt).
    Weiters gibt es kein Integrationsprogramm wo Menschen mit Nicht-Deutscher-Muttersprache
    und Menschen mit Deutscher Muttersprache Öffentlich an großen Plätzen wie z.B. den Heldenplatz, miteinander kommunizieren, diskutieren, etc. Es gibt keine regelmäßige derart große öffentliche Veranstaltung, die z.B. auch via TV übertragen wird. Schließlich sollte regelmäßig, ein Austausch der Kultur, als auch ein Miteinander reden stattfinden, etc. Anders kann Integration kaum funktionieren.

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