ruinierte „Freiräume“ in Wien (1)

Das „aussen“ des Hauses ist das „innen“ der Stadt.
Schöner kann man nicht ausdrücken, dass der öffentliche Raum, die Strassen und Plätze, das „zwischen den Häusern“ den Kern des Städtischen ausmacht.
Hier zeigt sich die Qualität einer Stadtplanung, bzw ihr Versagen.
In der Folge möchte ich einige Freiräume „begehen“, die in erschreckender Weise zeigen, dass das „innen der Stadt“ völlig ruiniert wurde.
Ausflug 1, mit der U3 zum Gasometer, und dann zu Fuss Richtung Kinocenter bzw zu einem der vielen Büros, die rund um die Gasometer aus dem Boden schiessen.
Uns so präsentiert sich dort der „Freiraum“:

oder am Retourweg zurück zu U-Bahn

alles Städtische wie Geschäfte oder Cafes sind drinnen.
Auf der Strasse beschleicht einen das Gefühl, irgendwie falsch zu sein.
Vorbei an Parkhäusern, abweisenden leeren Fassaden, versucht man möglichst rasch zu verschwinden.
Städtisches Leben wird hier nie entstehen.
Der öffentliche Raum ist privatisiert und nach innen in die „mall“ verfrachtet.
Und auch die funktioniert schlecht.

3 Gedanken zu “ruinierte „Freiräume“ in Wien (1)

  1. Öffentlichkeit braucht Raum Lieber Christoph,
    Deine täglichen „kleine Vorlesungen“ sind großartig. Ich würde mir wünschen, dass du
    dieses Forum auch nach deinem, hoffentlich erfolgreichen Vorzugsstimmenwahlkampf,
    weiter führst. Es gibt wenige Politiker, die mit vergleichbarer Kompetenz und Engagement ihre
    Anliegen so auf den Punkt bringen können.

    Diese Art der Vermittlung ist meiner Meinung nach die
    einzige Chance, um dem allgemeinen Kompetenzverlust von Politik entgegen zu wirken. Denn
    erst wenn die BürgerInnen in ihrem direkten Umfeld erkennen können, wie Lebenssituationen
    entstehen und wie sie zu verbessern wären, verstehen sie auch die Zusammenhänge mit
    „großen “ Lösungen und hoffentlich vielen „grünen“ politischen Forderunugen….

    Es ist Zeit, dass politische Parteien begreifen, dass die Glaubwürdigkeit ihrer Politik mit der
    Glaubwürdigkeit ihrer Kommunikation einher gehen. „Feelgood“ sollte man den Werbespots von Markenartiklern überlassen.
    (Vielleicht gelingt es dir in diesem Weblog auch noch, die allgemeine Mediensituation in Österreich
    zum Thema zu machen…).

    Zu den Gasometern ist noch anzumerken, dass es planerisch vollkommen absurd ist,
    mit viel Mühe (schlechte) Wohnungen in die Gasometer hinein zu pressen, dafür im direkten Umfeld
    Büro- und Unterhaltungsbauten zu errichten. Umgekehrt hätte es vielleicht noch Sinn
    gemacht,wäre besser und billiger gewesen.

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  2. Im Außenbereich der Gasometer ist tatsächlich viel schief gelaufen. Entweder geht man, auch wenn
    man nur ins KIno will, durch das gesamte EInkaufszentrum oder man wandert recht verlassen
    außen herum.

    Wobei noch ist nicht alles verloren, das Gebiet zwischen Gasometer und dem eigentlichen
    Simmering soll soweit ich weiß auch „aktiviert“ werden, gibt es mal einen Zugang zu Fuß zu
    den Gasometern ist das vllt Impulsgeber. Derzeit kann man praktisch sowieso nur mit der U-Bahn
    oder dem Auto hin. Vllt sollten sich die Grünen zu Wort melden wenn es dort konkret wird.

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  3. Gasometer – reloaded Heute ist im Teletext unter dem Titel „Wiener Gasometer-City in der Krise“ zu lesen, dass wieder ein Unternehmer (Giga-Sport) von dort abgewandert ist. Wie CC schon im letzten September hier geschrieben hat, ist dieses Konzept ein voller Flop.

    Es nützt nichts, Architekten eine Spielwiese für ihre Ideen zu bieten und darüber jede, aber auch wirklich jede Erfahrung des Wohn- und Städtebaus der letzten Jahrzehnte zu ignorieren! Eine Stadt auf der grünen Wiese zu planen und dann zu hoffen, dass dort irgendwer glücklich wird, ist einfach dumm.

    Im konkreten Fall der Gasometer-City werden als Gründe für das (wirtschaftliche) Scheitern genannt:
    – zu wenige Parkplätze (aha, Käufer kommen also nur mit dem Auto)
    – falscher Branchen-Mix (sollte eigentlich nicht geplant werden müssen, sondern natürlich wachsen)
    – zahlungskräftige Kunden blieben aus (no na, wer sollte dorthin fahren, um zu shoppen?)

    Man hofft nun auf die weitere Stadtentwicklung mit vielen neuen Bewohnern. Na, die bedauere ich jetzt schon. Das wird zu einer reinen Schlafstadt werden, eingekauft wird – mit dem Auto – in großen Shopping-Centern bzw. beim Arbeitsplatz. Die Freizeit wird in der Stadt bzw. in neuen urbanen Zentren (z.B. Donaukanal) verbracht.

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