Worüber Schicker reden sollte

Verkehrsstadtrat schicker (doc) beklagt die Moral der Verkehrsteilnehmer.
Worüber er nicht spricht:
Die Autobahnprojekte (insbesondere die Lobauquerung) werden die Zersiedelung noch mehr ankurbeln, und noch mehr Autoverkehr in die Stadt pumpen.
Diese Autobahnen „erschliessen“ erst periphere Gebiet am Stadtrand, und dann schiessen Einkaufszentren aus dem Boden.
Dorthin kommen dann 90% mit dem Auto, innerstädtisch kommt die überwiegende Mehrheit zu Fuß, mit den Öffis oder mit dem Rad.
Der Radverkehr wiedrum könnte eine echte Entlastung bringen, sein Anteil liegt in Wien aber bei bloss 4-5%, in München z.B. beim Dreifachen.
Und die Konflikte zwischen Radfahrern und Fussgängern hat die Planung zu verantworten, wenn wie z.B. am Rad-Ring-Rund völlig unübersichtlich Radwege und Fusswege ineinander übergehen.

4 Gedanken zu “Worüber Schicker reden sollte

  1. Geister- und Gehsteigradler… Leider war die MA46 bis jetzt nicht fähig, Richtungspfeile auf Radstreifen (z.B. gegen die
    Einbahn) auch dort anzubringen, wo sie die sehen müssen, die in der falschen Richtung
    fahren. Immer wieder kann man auch erleben, wie man von AutofahrerInnen auf den
    Streifen auf der linken Seite „gewiesen“ wird, weil sie keine Ahnung von der StVO
    haben.

    Und was die Gehsteigradler betrifft: Dass man auf der Landstrasser Hauptstrasse lieber
    auf 5m Gehsteig fährt als auf 1.20 Mehrzwangstreifen zwischen Schrägparkern und
    Gelenksbussen eingezwängt, wen wunderts.
    Schon mal versucht, mit einem z.B. 5-jährigen Kind in Wien von A nach B zu fahren ?
    Ich weiß, wie es ist. Herr Schicker wohl nicht…

    Gefällt mir

  2. Vergleich VIE – MUC Lieber Christoph!

    Dein Vergleich, der Anteil des Radverkehrs „liegt in Wien aber bei bloss 4-5%, in München z.B. beim Dreifachen“ hinkt etwas. Du darfst hier nicht vergessen, dass Wien erstens größer und zweitens menschlich wie topografisch „fahrradfeindlicher“ ist als München. Versuch mal, die Johnstraße im 15. Bezirk mit dem Fahrrad zu bezwingen, ohne dass dich 3 Autos niederführen. Genauso gut könntest du den Wiener Radverkehr mit jenem in Amsterdam vergleichen…

    Gefällt mir

  3. Radverkehr besser regeln Ich bin regelmässiger Freizeitradfahrer (mehr aus Fitnessgründen) und fahre oft auf dem
    Donaukanalradweg über Kai/Ring richtung Prater und Lobau.
    Was ich positiv bemerke ist, dass es mittlerweile sehr viele Radwege und Routen
    gibt und auch viele Radfahrer diese benutzen.
    Meiner Meinung nach gibt es aber 2 große Probleme:
    1. Die Lage mancher Radwege. Am Ring wundert es mich durchaus, dass nicht
    mehr Unfälle passieren. Der Radweg schwenkt oft hin und her, Touristen
    und Fußgänger sind oft komplett überfordert weil der Radweg auch nicht
    am ersten Blick erkennbar ist.
    in die Innenstadt abbiegende Autofahrer werden auf eine harte Probe gestellt,
    denn sie müssen zuerst auf die Tram, dann auf die Fußgänger und dann auch
    noch auf die Radfahrer achten.
    Lösung: farbliche Gestaltung der gesamten Radwege am Ring (Radweg rot einfärben)
    Verlagerung des Radweges wo möglich in die zahlreichen Nebenfahrbahnen
    2. Disziplin der Radfahrer
    ist leider wirklich nur mit dem Wort „Sonntagsfahrer“ zu umschreiben
    Rechtsfahrgebot wird missachtet (Radfahrer fahren auch auf engen Radwegen
    nebeneinander)
    Fußgängerübergänge werden missachtet, es wird einfach drübergefahren
    ohne auf die Fußgänger zu achten
    Ampeln, Nachrangschilder werden schlicht ignoriert
    Das Tempo ist oft den Verhältnissen nicht angepasst
    Viele Radfahrer machen alles mögliche nur nicht nach vorne schauen
    Ich denke vorallem in diesem Bereich muss viel Überzeugungsarbeit bei Radfahrern
    geleistet werden. Offensichtlich wird das Radfahren als Verkehrsregelfreie
    Tätigkeit empfunden. Warum nicht einen Radführerschein? Oder Kennzeichen
    für Radfahrer? Oder mehr Radfahrschulen schon für Kinder? Auch als
    Radahrer trägt man Verantwortung und auch wenn man zu den schwächeren
    Verkehrsteilnehmern gehört, der schwächste ist der Fußgänger…
    Zu guter Letzt aber auch ein Wort zu den Radwegen:
    hier gibt es definitiv viel Verbesserungspotential, viele Radwege sind für Konflikte
    zwischen Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern – vorallem Fußgänger – nur
    so geschaffen, weil sie schlicht auf den Gehsteig gemalt wurden (zB Margaretenstrasse)
    Da man von der StVO gezwungen wird den Radweg, wo einer existiert, zu benutzen, muss
    man als Radfahrer auch erwarten können, dass er auf einer Fläche geschaffen wurde,
    die auch den Anforderungen eines Radweges genügt.

    Gefällt mir

  4. Reden mit Schicker ? Hier eine Gelegenheit Apropos: gestern dürfte eine Schwerpunktaktion der Polizei statt gefunden
    haben. Jedenfalls haben Polizisten den Ring-Radweg versperrt und RadlerInnen ohne Licht kontrolliert (auch die Polizei – Autos, die beim Stadtpark
    auf dem Radweg geparkt waren, waren unbeleuchtet…)

    http://www.wien.gv.at/vtx/rk?S=020060503013

    Rathauskorrespondenz vom 3.5.2006:
    Sa.,6.5.: Radtour mit Wiener Naturfreunden durch den 3. Bezirk
    Utl.: Wiens Sehenswürdigkeiten, Wissenswertes und Kurioses mit dem Rad erkunden

    Wien (RK). ‚Lerne Deinen Bezirk mit dem Rad kennen‘. Unter diesem Motto veranstalten die Wiener Naturfreunde in den nächsten Monaten Bezirksradtouren. Dabei stehen Wiens Sehenswürdigkeiten bzw. Wissenswertes und Kurioses rund um die Bezirke im Vordergrund.****

    Die Aktion beginnt im Bezirk Landstraße. Am Samstag, den 6. Mai, starten die Wiener Naturfreunde um 9.00 Uhr am Karl Borromäus Platz. Mit dem Rad werden die Geschichte, die Architektur, die Kunst und Kultur des Bezirkes erforscht.

    Stadtrat Rudi Schicker, Vorsitzender der Wiener Naturfreunde, wird im Laufe des Vormittags auch an der interessanten Radtour teilnehmen. Zum Mitmachen genügt lediglich ein Rad und ein Radhelm.

    Bei starkem Regen wird der Radausflug um eine Woche auf Samstag, den 13. Mai, verschoben.
    Zwtl.: Radfahren boomt in Wien

    Radfahren wird in Wien immer beliebter und dank des massiven Ausbaus des Radverkehrsnetzes immer attraktiver. Innerhalb von zwei Jahren konnte der Radverkehrsanteil von 4% auf fast 6% erhöht werden. Auf einzelnen Strecken, wie z.B. der Inneren Mariahilfer Straße, liegt der Anteil bei beachtlichen 20%.

    Letztes Jahr registrierte die Zählstelle am Opernring erstmal 1 Mio. RadfahrerInnen. Dementsprechend ist auch das Wiener Radverkehrsnetz gewachsen: 2005 wurden 1000 km erreicht – ein Jahr früher als geplant! Anfang der 90er Jahre gab es gerade einmal ein Radverkehrsnetz von 190 km Länge.

    Bis 2008 werden jährlich weitere 6 Mio. Euro für Radfahren in Wien investiert und so das Radverkehrsnetz in Wien weiter gezielt ausgebaut. Heuer zählen die Radwegeprojekte ‚Skywalk‘, ‚Gürtelbögen‘ und ‚Margaritensteg‘ zu den Höhepunkten des Lückenschlusses im Wiener Radwegenetz. (Schluss) kel

    * Rückfragehinweis:
    DI Thomas Keller
    Tel.: 4000/81 420
    e-mail: kel@gsv.magwien.gv.at

    Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.